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Der Israelit · 1887-08-04 · Heft 60 (4.8.1887) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 60 (4.8.1887)
Date
1887-08-04
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1083 «Literarischer Bericht. Die Psalmen. Metrisch ins Deutsche übertrage» von Michel Levy, Eantor und Religionslehrcr der Israel. Ncligionsgescllschast in Trier. Preis 3 Mark. Selbstverlag des Verfassers. E. Wenn es auch nicht an Uebcrtragnngcn des PsalmbnchS fehlt, so zeichnet sich doch die vorliegende Bearbeitung von vielen anderen in einer Weise aus, die öffentlich anerkannt Mi werden verdient. — Ter Autor hat nämlich das schwierige Problem gelöst, eine möglichst wörtliche Ucbcrscvnng zu liefern und dennoch gleichzeitig auch den Anforderungen der Metrik gerecht zu Werden. Diese seltene Bereinigung iü dem Versager in einer Weise gelungen, daß man nicht weiß, ob man mehr die schlichte eimache Wiedergabe des Textes oder mehr den vollendeten Srrophcnbau bewundern soll, der uns in jedem einzelnen Fall cntgcgcntritt. Als besonderer Vorzug dieser Arbeit erscheint uns der stand, daß der Verfasser sich nicht an ein einziges Versmaß gebunden,sondern dasselbe der jcweiligcnEigcnarl eines jeden einzelnen Psalms in genialer Weife angcpaßt hat. Der Verfasser ist den Lesern jüdischer Zeitungen längst als Meister in der Virtuosität solcher Ucbcrtragungcn bekannt. Zum ersten Male bietet hier nun der Autor dem jüdischen Publikum ein größeres Werk, dem wir wünschen,- daß cs mit der Liebe ausgenommen und untcrsrüvt werde, mit der cs der Versau er geschaffen hat, und das wir dcßhalb allen - Freunden der Literatur bestens empfehlen. — Zeitungsnachrichten und (Korrespondenzen. Deutschland. Aus Thüringen. Dem früheren isr. Lch« rcr Julius Löwcnherm in Stadtlcngsscld, nachmaligem Redakteur der „(yneimdicr Zerrung" in lhfcnach, wurde nach seinem kürzlich srattgefnndencn Rücktritte von der Redaktion des genannten Blattes von §r. .königlichen Hoheit dem Großhcrzoge von Weimar - Eisenach die II. Abtbeiluug des Großherzoglich Tächsischcn Hansordcns der Wachsamkeit oder vom weißen Falken verliehen. Herr Löwenheim war schon während seiner amtlichen Stellung in Äadrlengsfcld Mitarbeiter der ^Eisenacher Zeitung" und hat sich später während seiner dreizehnjährigen Nedakrionsthätigkeit in unveränderter Haltung hier und im Umkreise Verdienste nm die nationalliberale Partei erworben. Rumänien. J>r. C. Bukarest, 29. Juli. Ich habe in der Ar. 56 des „Israelit" in dem Absatz von »der Demission des Herrn Rabbiners Dr. Beck und an der stelle, wo ich den Crt seines Engagements nach Ungarn hatte angcben sollen, Ihr gerechtes Fragezeichen bemerkt. Ich will das von der Eile hcrrührcndc Versehen hiermit gntmachen und sagen, daß cs allgemein da? Lbcrrabbinät Sruhlwcißcnburg geheißen har. Die nachträgliche Angabe ist jedoch mittlerweile gegenstandslos geworden, denn auf Andrängcn des Vorstandes und einflußreicher Mitglieder der Bukarcstcr Tcmpclgemcinde hat sich Hctt Dr. Beck für die Beibehaltung feines bisherigen Wirkungskreises cntschloffcn. Bei der kürzlich stattgchabrcü Prämkenvcrlhcilnng in der israelitischen Trbnlt deren Direktor er ist hii>s» *r fvrätttTmutäs rede und nahm Ende derselben die Gelegenheit, seinen damals noch unbekannt gewesenen Entschluß zu bleiben bekannt zu geben. Seine Erklärung wurde vom anwesenden Publikum mit großem Beifall ausgenommen und die Herren Dr. mc\. B l umeufeld, Eomitümitglicd und Petrcanu (Israelit), Lehrer an der schule, ergriffen das Wort, um ihm Ramcns des Lehrkörpers hierfür ihre lebhafte Freude auszndrückcn. Tic Herren Rumänen geben sich redlich, oder wie man's nimmt, unredlich Mühe in ihrem Genre jedesmal etwas Anderes, nirgends VorkommcndeS zn leisten und bringen anch das Unglaublichste fertig. Wohnt da in Fokschani ein gewisser Moses Wcißberg, dessen Lohn im unschuldigen Alter von IS Jahren mit einem Vetter zusammen, bei dem Versuche in einer anderen Stadt, Busen, sich einem neuem Prinzipal vorzuslcücn. vom diesseitigen Polizeimeister, weil sic „fein Geld" hatten, mir der doppelten Portion von :t0 dezw. 40 Ochscnzremcrhiebt belohnt wurden, mit der Verwarnuug sich nie wieder in Buseu blicken zu lassen. Darüber will ich nrich nickt weiter aufhaltcn, ich habe Ihnen ja kürzlich ähnliche Fälle gemeldet und cs ist nun einmal ein „Üismct" (Türkisch: Schicksal). Ick will jedoch daran anknüpsen, um ein srück rnnränischc.ffnlnrracschichtc zu beschreiben. Der Vater des „Juden" Weißberg dient nämlich seit Jahren dem Staate Rumänien als Postdricflrägcr ohne Gehalt. So was isr wohl noch nie und nirgends dagcwcsen und. weil cs dem Auslände sicher unverständlich ist, will ich es erklären. So lange Rumänien unter tür-

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