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Der Israelit · 1887-08-01 · Heft 59 (1.8.1887) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 59 (1.8.1887)
Date
1887-08-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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TTBTTlft1Wg*«m™ga"a"ft^^ 1069 j; 2 3 I j Eantorentag, an welchem 45 Delegirten aus dm verschiedenen Gemeinden der Monarchie theilnahmen. Die Berathungen, welche Präses, Ober Kantor Z. Singer leitete, wurden mit einem Hoch auf dm Kaiser eröffnet und galten fast ausschließlich einem neuen Statutcn-Entwurfe. Mit Rücksicht auf die im -nächsten Sessionsabschnitte des Rcichsrathes zur Verhandlung gelangende Regierungsvorlage, welche auf die Regelung der jüdischen Cultus-Ängclcgenhciten abzielt, beschloß der Eanrorcntag. eine Petition an dm Reichsrath zu richten, in welcher die Stellt,ng der Eantorcn in und zu der Gemeinde präcisirt werden soll, mit der Bitte um staatliche Anerkennung dieser Funktionäre. Gleichzeitig wurde die Gründung eines Pensionsfonds in Aussicht gestellt. Am zweiten Tage präsidirte der Vorsitzende-Stellvertreter Lber-Eantor I. Dauer. Wien. Am 21. Juli starb dahier der Dörsenrath Julius Fischhof. Zn dessen Nachlaß befindet sich eine mit Brillanten besetzte Busennadel, welche die Anfangsbuchstaben des kaiserlichen Namens trägt. Dieses kaiserl. Geschenk hat folgende interessante Geschichte. Herr Fischhof, welcher wegen seiner Wohlrhärigkcit zu den beliebtesten und gcachtetsten Mitglicdem der Börse gezählt wurde, unterstützte stets eine Anzahl armer Studenten in reichlichster Weise. Einem derselben schenkte er vor ungefähr 20 Jahren seine besondere Gunst, und als der junge Mann hier seine Existenz nicht finden konme, ermöglichte er cs ihm, nach Ealisornien ouszuwandern. Nach Zähren erhielt Herr Fischhof von diesem ehemaligen Studenten, der sich inzwischen ein großes Vermögen erworben, einen 12 Pfund schweren Goldklumpen von seltner Reinheit zum Geschenk. Vom kaiserlichen Naluralienkabinct wurde Herrn F. ein Kaufangebot gemacht, welche« dieser jedoch mit der Erklärung ablchnte, daß er den Goldklumpen dem Kabincr schenken wolle, wenn der Kaiser die Annahme gestattet. Das Geschenk wurde angenommen und bildet heute noch eine der hervorragendsten Sehenswürdigkeiten im Naturalicnkobinet. Börscuroth Fischhof erhielt als Anerkennung eine mit prachtvollen Brillante» besetzte Busennadel vom Kaiser zugeschickt. Agram. (Kroatien.) Ende der verssoffenen Woche wurde dem in Agram wohnhaften israelitischen Ehepaare Moskovics ein llrtheil des Agramcr erzbischöflichen Ehcgcrichls zugcstellt, wonach die von dem genannten Ehepaare am 5. Mai vorigen Jahres im dortigen israelitischen Tempel geschlossene Ehe als unstanhast und ungiltig erklärt wurde, ^er Sachverhalt in dieser Angelegenheit ist folgender: Julie Kovacskc?, Katholikin, am 23. Dezember 1869 in Peilenstein in Steiermark geboren und dort auch zuständig, ist auf Grundlage des cisleithanischcn Gesetzes vom 25. Mai 1568 in Wien zum jü' dischen Glauben übergctrctcn und besitzt die Konvertitin über diesen Akt ein vollkommen korrekt ausgestelltes Dokument der betreffenden Wiener Behörde. Slad) vollzogenem GlaubenSwcchscl kam Julie Koväscis nach Agram und verehelichte sich mit dem Israeliten Moskovics. Das Agramcr geistliche Ehegericht scheint von dem Falle alsbald Kenntnitz erhalten zu haben, denn schon kurze Zeit nach Abschlicßung der Ehe erhielt die Gattin MoskovlcS' wiederholte Vorladungen vor dasselbe und wurde ihr schon damals bedeutet, daß die Ehe ungiltig sei und daß der in Wien erfolgte Uebertritt — trotzdem die Konvcrtitin in Eisleithanien zuständig — in Kroatien nicht anerkannt werde, somit die Ehe mit Moskovics nur als Konkubinat gelten könne. Herr und Frau Moskovics hielten diese Andeutungen für bloße Drohungen, bis ihnen Ende der vorigen Woche der oberwähnte, vom 25. Feber k. I. datirke Bescheid des geistlichen Ehegcrichtes zuging. Derselbe stützt sich auf die Instruktion für die Ehesachen vom 8. Oktober 1856, wonach eine Ehe zwischen Ehristen nnd Nichtchristcn unstatthaft ist. Da nun der Uebertritt zum israelitischen Glauben verboten, so müsse Julie KovacicS noch immer als Ehristin angesehen werden und dcßhalb sei ihre Ehe mit dem Israeliten Moskovics unstatthaft und ungiltig. — In Kroatkon lebt eine ziemliche Anzalrl Familien, die unter gleichen Umständen ihre Ehen geschlossen haben, demgemäß gewinnt diese Angelegenheit eine prinzipielle Bedeutung und eS fragt sich nunmehr, ob die Staatsbehörde die Anschauung des geistlichen Ehegerichts thcilt und auch ihrerseits diese Ehen für ungiltig hält. Die berufenen Faktoren haben nicht gezögert, die Anschauungen der Landesregierung hierüber einzuholen. Syrien. Saida. (Schluß.) Run ist es eine bekannte Tbatsachc, daß sich an der ganzen stirisch-kleinasiatischen Küste kein Marmor befindet und es fragt sich daher, woher haben die Phönicicr die zu ihren Sarkophagen nörhigen Marmorblöcke hcrgcnommen. Zugleich fragt cs sich aber auch, woher haben die alten Israeliten ihre beim Salomonischen Tempelbau in Verwendung gekommenen srr (Marmorblöckc) erhalten. Möglich nun, daß Salomo den erforderlichen Marmor aus Aegnptcn hat kommen lassen, wo cs große Mannorbrüche gab. Es ist aber wahrscheinlicher, daß er ihn von den Phö-

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