Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 59 (1.8.1887)
- Date
- 1887-08-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2446951-2449697-2449756--26908-2516760- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
1063 tralem Gebiete — wenn cS solche? gäbe — anzubahncn und daraus zugleich ihre Berechtigung und Lebensfähigkeit zu documcnlircn. Lassen wir ihr diese — Täuschung. Tie Zukunft wird lehren, daß Gott nur Seinem Volke, das Sein Gesetz anerkennt. Seinen Bund aufrecht erhält, jene oben angeführten Worte mit auf die Wanderung, in die Zerstreuung gegeben, davon seine Existenzberechtigung abhängig macht. Ncsumircn wir alles Gesagte, so wird uns klar, daß wir, trotz unserer Zerstreuung und der vielfachen Anfeindungen, an Werth und Bedeutung nichts verloren haben, da» cs aber ein unschätzbarer, unermeßlicher Gewinn für uns heute in, daß wir das Erbe unseres Gottes uns die Jahrtausende hindurch ungeschmälert erhalten und — stolz dürfen wir sein, daß man uns heute noch orthodoxe d. h. auf Deutsch „rechtgläubige" Juden nennt. Zeitungsnachrichten und (Korrespondenzen. Deutschland. Mainz, t. August. Von Herrn Lberrabbimr Jizchak Elchanan in Kowno (Rußland) erhielten wir ein hebräisches Schreiben, in welchem er uns ersucht, für die Abgebrannten in Kidan, Scharcdnik, Zeikischak und Swinzian einen Aufruf zu erlalien. Das Elend unserer Glaubensgenossen in diesen Plätzen, die fast alle ihre letzte Habe durch die Flammen verloren, ist, wie genannter, ehrwürdiger Rabbiner schreibt, unbeschreiblich; Hilfe sei daher dringend notwendig, um die Schwcrbcdrängtcn vom Untergänge zu retten. Indem wir dies hiermit unseren geehrten Lesern bekannt geben, ciHären wir uns gern bereit, für diesen Zweck Spenden cntgcgenzunchmeu und an obengenannte Adresse zu senden. 5tissingcn, 15. Juli. Mehr als mancher andere Kurort hat Kissingen seine „Stammgäste", die regelmäßig jedes Jahr wicderkchren; der älteste derselben, Hr. L. Simon« ans dem Haag, ist nun seit 1849 jedes Jahr ziirEnr hier gewesen und deßhalb in Anerkennung dieser altbewährten Treue zum Ehrenbürger hiesiger Stadt ernannt worden. Aschaffenburg. Im „Fr. Kur.* wurde vor einigen Wochen mirgetheilt. daß ein in Paris verstorbener Aschaffenburgcr, Hr. D. Tilshcimer, seiner Vaterstadt eine ansehnliche Summe lctztwillig vermacht habe. Juzwischcu find die näheren Bestimmungen des Testators, wie die Renten dieser Legats verwendet werden sollen, bekannt geworden. Äußer verschiedenen Legalen an Verwandte, Freunde und Dienerschaft wurden der israelitischen Eultvsgcmeinde in Aschassenbnrg I0,000 Fr. für wohlthätigc Zwecke vermacht und der Stadt Aschasscnburg 100,000 Fr. gestiftet. Don den Zinsen dieser 100,000 Fr. sollen jährlich 500 Fr. zur Ansammlung einer Untcrstützungsfonds für allenfalls bedürftige Verwandte des Erblassers verwendet werden, der weitaus größere Nest der Zinsen jedoch der Ausstattung eines armen jungen Mädchens bestimmt sein, abwechselnd ein Jahr eines Mädchens jüdischer und eines Mädchens christlicher Eonressson, welches in Aschaffcnburg wohnhaft ist. Tie städtischen Collcgicn find beauftragt, die nöthigcn Veröffentlichungen zu erlassen und dasjenige junge Mädchen zu b^cichncn, welches sich durch tadellosen Lebenswandel und Erfüllung feiner Kindcrpstichrcn des Geschenkes würdig zeigt. Eine einfache oder Doppelwaise joll den Vorzug haben. Falls fick in der Stadt eine Bewerberin nicht meldet, soll man unter den Mädchen der Annsbczirke Aschanenburg, Alzenau und Lbernburg wählen. Frankfurt a. M., 27. Juli. Durch die Zeitungen ging dieser Tage die Notiz, daß ein Rabbiner, Namens D. Z., zuletzt in Soden wohnhaft, in Wiesbaden wegen eines Vergehens gegen die Sittlichkeit zu drei Jahren Gcsängmß vcrurtheilt wurde. Wie der „Franks. Ztg.* mitgerheilt wird, ist dieser „D. Z." durchaus kein Rabbiner, sondern ein vagabundircudcr polnischer Bettler vom niedrigsten Schlage, dem in Frankfurt bereits vor dem Bckanntwerden seiner Verbrechen wegen seiner Anmaßung und Zudringlichkeit überall die Thnre gewiesen worden war. Posen, 25. Juli. Für das für die Provinz Schlcsscn. Posen, Pommern, Ostpreußen und Westpreußcn in der Stadt Posen projckiirte Israelitische Lehrerseminar kaufte Moritz Mohr, der in der Provinz Posen begütert, aber in Breslau seit Längerem wohnhaft ist, das hiesige Stocksche Grundstück nebst dcnr großen öffentlichen Garten an und bewilligte außerdem für das Seminar WO.WO Mark. Tie Genehmigung der Negierung wird täglich erwartet. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien. Dienstag den 19. und Mittwoch den 20. d. tagte in dcnr Gebäude' der israelitischen Eultusgemeinde ru Wien der österreichisch-mrgarischea