Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 58 (28.7.1887)
- Date
- 1887-07-28
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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1046 manischer Unterthan. der beim dortigen rumänischen Agenten unter dem 2. (14.) September und Nr. 51 immatrikulirt ist. In der Nolhwendigkeit weiter zn reisen, wurde ihm unter Nr. 71 rin auf 11 Monate lautender Paß ausgestellt, nachdem er die Paßtoxe und die „indirekte" Steuer (Backschisch) entrichtet. 1884 in Konstantinopel befindlich. wollte er beim dortigen Konsulat seinen Paß wechseln und da derselbe seit lange abgclausen war, weil er in den Lrtcn, in welchen er sich bis dahin ausgchalten, keinen rumänischen Konsul Vorsand, so mußte er für die abgclaufene Zeit in Gemäßheit der Note 23 des §. 55 des Konsularrcglcments, als „Strafe" doppelte Taxen zahlen, die sich mit der Doppel-Taxe (!) für das neue Jahr 1884 und mit dem Ausgangsvisum auf 40 Francs (für einen Paß!) beliefen. Tabci mußte er sich eine Eingabe (:) für Bewilligung des Passes von einem K o n s u l a t s b e a m t e n schreiben lassen und die Hingaben selbstredend e r t r a mit einer türkischen. Mcdjidie (ich glaube 4'/, Franks bezahlen, (obwohl weder die Eingabe noch das Lisum nöthig waren, weil es eine und dieselbe Behörde ist: düs Visum kostet übrigens andernfalls nicht 5 sondern nach $ 59 der Kons.-Rcgl. nur zwei FrkS. Dr. (5.) Der Paß wurde ihm nun zwar ausgehändigt, aber im sstonsulatsreglster nicht eingetragen und mit Absicht, wie sich dann hcräusstelltc. Tenn nach Ablauf dieses Passes wollte der Bctrcsscnde ihn an derselben Stelle erneuern, man gab ihm aber zur Antwort: „der Paß ist abgclausen. Sie haben daher die Eigenschaft als Nuniänc verloren, »!) außerdem kennen wir Sie gar nicht, denn bei uns (wo der abgelanscnc Paß ausgestellt war!) sind Eie gar nicht immatrikulirt (!)". Damit wie? man ihm die Thüre. Ter Korrespondent schließt diese Äitlhcilung wie folgt: „Wenn man als rumänischer Bürger (der Korr, ist wie gesagt Christ) über eine solche raubgierige Baschibozuk-Handlungsweise aufgebracht wird und dem Konsul diesbezüglich Bemerkungen macht, so verfehlt er nicht mit vieler Wichtigkeit und gehcimnißvoller Bisage zu antworten: „WaS wollen Sic, mein Lieber, der Betroffene ist ein Jude, wir haben vom Ministerium Befehle, mit den Juden so umzuspringen, wir wollen damit die „unheilvolle" Einwirkung des Berliner Vertrages umgehen (!.')"" Also darum wird man geschunden und obendrein im Stiche gelassen von demselben Ministerium, welches Herrn Grünbergs Gabe „mit wärmstem Tank" annimmt! Wie könnte cs auch anders sein, wenn im Lande die Präfekten solche Israeliten, die sich mit der Absicht tragen auszuwandern, nur AnSgangS- Pässe geben, mit dem ausdrücklichen Vermerk »gütig nur für den Austritt!- Dabei zwingen sie ihn« folgende authentische Hingabcnformulare auf: „Herr Präfekt! Unterzeichneter, wohnhaft.... fremd von Ursprung und Protektion (!?) trab ohne die nothwendigcn Reiselcgitimatt'onen zu besiyen (!?) will nach Asien (die Israeliten werde» von den Rumänen spottweise nach Palästina verwünscht) durch die .... .-Grenze auswandcra und bittet» ihm einen Paß ausstellen zu lassen» nur aus dem Lande hinauszukommen .... und damit werden Sie ihm (gegen Paßtaxe» :c. natürlich!) eine unauslöschliche »Wohlthat" erweisen. Ja. ja: „Nehmen ist seliger, denn geben", aber „ein Jude", im Lande oder im Auslande, ob er in Rumänien oder von Amerika aus der Regierung gibt. Zum Ausgenütztwerdcn allein ist „der Jude"' da. England. London. An Stelle des verstorbene» Lionel L. Eohcn wurde dessen Bruder Benjamin L. Cohen zum Präsidenten des »Zcwish Board of Guardians" erwählt. Seine thatcnreiche Wirksamkeit bei Gelegenheit der russischen Judenverfolgung, sowie seine väterliche Fürsorge für die Waisenkinder lassen hoffen, daß derselbe auch in seinem neuen Amt recht Ersprießliches zu leisten im Stande sein werde. In den Räumen der Stcpucy Jewish Schools wurde vorige Woche eine Erinnerungstafel an die verstorbene Frau M. M. Adler, welche in ihrem Leben als Präsidentin dieser Schulen großartige Dienste geleistet, in Anwesenheit der Lehrer und Schüler, der Verwandten und Freunden derselben angebracht. In mehreren Anreden wurden dke Verdienste von Frau Adler um diese Schulen geziemend hervorgehoben. Für das Metropolitan Hospital gingen in den verschiedenen Synagogen 952 L. an. Bon den zu Gunsten der rumänischen Juden aus der Jrrsel Eypern gesammelten Geldern sind 125 L. übrig geblieben, welche, wenn die Spender damit übcrciustiuuncn. den Abgebrannten in Bottuschaui (Rumänien) überschkckr werden sollen. London. Ter verstorbene Lionel L. Cohen hat 9030 L.-St. und Sir Barrow H. Ellis 2600 L.-St. für wohlthätige und religiöse Institutionen hinterlassen. Bei der jüngst stattgchabten Generalversamm» ' lang der Angl. Jcw. Assoc. gingen für deren Zwecke