Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 57 (25.7.1887)
- Date
- 1887-07-25
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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1038 Entdeckung, die dann das Weitere veranlaßte, damit die Schätze dem Reichsmnscum in.Konstantknopcl erhallen bleiben sollen. Jetzt sind alle Sarkophage aus den Nischen hcransgcholt, und bcnnden sic sich auch schon auf dem Wege nach der Hauptstadt. llutcr den hier blosgelegten Nischen bcsindcr sich eine, die 5 Meter lang und 3'/, Meter breit ist. Tic Wände der Nische waren mit einer Art Stuck bekleidet. In einer Ecke der Nische standen zwei große bronzene Leuchter. Dieselben sind einfach, aber nett gearbeitet. Ihr Gestell bildet einen Treiittst, während das Rohr, das die Ticke eines Manncsarmcs hat, in Gestalt einer umgcstnrzlcn Blume endigt, auf deren oberen Seite ein .Körbchen thront, in das man dieFakcl oder die Wachskerze steckte. Ein ähnlicher phönicifchcr Leuchter wurde vor Jahren auf der Insel Enpcrn entdeckt und brsindct sich jetzt im Museum von 9kew-?)ork. Ter Sarkophag, der in dieser Nische stand, war vollständig dem des Königs Aschmunazar (-sc? »er?) ähnlich, der vor Jahren gleichfalls hier in Saida entdeckt wurde und der sich nun jetzt tut Louvre zu Paris befindet. Ter steinerne Teckel des Sarges zeigt die Figur des Tobten, der hier ruht. Tic Haarsrisur und der Bart sind ganz nach egnptischcr Art. während die Brust und die Nippen mit phönicischcn Schristzeichcn bedeckt sind. Tie Schrislzcichen find alle vollständig erhalten. Man hatte cs also hier mit dem Sarkophage eines .Königs der Sidonier zn tlmn. Man hob darm den Teckel empor, und sogleich erblickte man den Todlcn, der noch ganz gut erhalten war. Aber er begann auch sogleich zu zerfallen, was der Einwirkung der äußeren Lun .zuzufchrciben ist. In dem Sarkophage lag eine goldene Krone, ganz cknsach gearbeitet, zwei goldene Armbänder von ausgezeichneter Arbeit, dann ein mcttalcncr Spiegel und verschiedene andere Toilettengegettständc*). Tic aus dem Teckel desindlichen phönicischcn Inschriften werden nun von einem gelehrten Orientalisten übersetzt werden. Eine dieser Inschriften können wir schon jetzt mitthcilcn. Dieselbe lautet: Ich Tabnit, Priester Aswrct's (rrvryr -re) König von Sidon, Sohn des Aschmurazar, ich bin cs, der hier in diesem Sarge liegt. Wer Tu auch seiest, Menschcnsohn, der diesen Sarg war überhaupt tri eilen i:öltcru drS A!:r:rt:i:n» C*tdraucd. dr:n Iotun ciutn Lpitgrl. wv^lricchrndc Crie und andnr L oUrNkgrgnu'iänd« in» <?rad mir.ugkbrn. damit er. brror rr vor drm RiLrcrüuhle sriner e^öttcr rriLcinr. .«rorf- und Bart- Haar in Brdnnng dringen könne. Dir -Lvirgri drr A!:en destanden drkanntliü: durchweg ouft vo'.irtrm SKttall, da s-!ar>r>iegri ihnen noch nicht drkannt waren. findet, o öffne ihn »lcht, und störe mich nicht in meiner Ruhe, denn hier gibt cs weder Gold noch Silber; auch liegt hier kein Schatz verborgen. Dieser ist ja mein Sarg, ich bitte Dich nochmals, öffne ihn nicht und störe mich nicht. Thust Du es aber, dennoch, so sollst Tu keinen Stuhl bei den Lebenden und kein Bett bei den Tobten finde». (Fortsetzung folgt.) Mittel-Asien. Merw. Tc-n indischen Blatte „Schema wird von dem .Kaufmanns?)nrghi Kassim - Basch aus Mcschcd geschrieben: „Nachdem ich meine Geschäfte hier (in Merw» besorgt hatte, entschied ich mich mit der nengedauren Transkaspibahn einen Anstlug nach der östlichen Endstation derselben, dem bokharcsischcn Städtchen Tschardschui am Amu- Tarja zu machen, um thcils eine Erfcnbahnfahrt durch die Wüste mit ihren Vergnügungen und Schreck,rissen durch den Augenschein kennen zu lernen, thcils rviedcr, um mich nach der Rückkehr nach Inoieu zu meiner Familie rühmen zu können, auch einmal in Bokhara, jenem Märchcnlande, denen Betreten noch vor zwanzig Jahren den Ehrmcu bei Todesstrafe verboten war, gewesen zu sein, und darrn meinen Landsleuten Verschiedenes von dem Leben und Treiben in diesem .Khanate erzählen zu können. Um jedoch aus dieser Bahnfahrt mit den unteren Bolksschichterr bekannt zu werden, verzichtete ich freiwillig ans die Bequemlichkeiten und Annehmlichkeiten der ersten erlasse — aus der Transkaspibahn gibt es nur zwei Klassen, eine für die wohlhabenden und eine für die ärmere» Streife — und löste mir ein Fahrdillcr der zweiten (nach unserer Borücllnng der dritten» .Klaffe. Tie TranskaSpibahn ist vorzüglich eine Militärbahn, und wird sie daher von dem Volke nur wenig noch benützt. Auch fangen die Tnrkomanncn, die bis größten» thcils Nomaden waren» erst jetzt an. sich dauernd ansässig zu machen und sich dem Ackerbau, der Viehzucht und dem Handel zu widmen. So besteht die Sradr Merw nrkt Ausnahme der wenigen Sleiunnd Ziegelhäuser, welche erst die Ruffeu feit vier Jahren dorr erbaut haben, noch heute aus bloßen Filzhütten (Kidirken». und in solchen Hütte» sind noch imnrcr einige russische Regicrungsäuttcr untcrgcdrachr. llnrer solchen Umständen haben die Bewohner hier selbstverständlich weder das Bcdürsniß, noch die Lust, größere Reisen zu mache», und an manchen Tagen betragt daher die Anzahl der Passagiere ans der Bahnfabct zwischen Merw und Tschardschui kaum ein halbes Tutzeud, von denen