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Der Israelit · 1887-07-25 · Heft 57 (25.7.1887) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 57 (25.7.1887)
Date
1887-07-25
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1026 lingen wird auseinandergesetzt, daß die Welt sich aus Atomen zusammengesetzt habe, daß Kraft und Stoff nach unabänderlichen Gesetzen treiben oder getrieben werden. Ter allmächtige Wille eines Schöpfers und Regierers des Weltalls findet in diesen Systemen keinen Raum. Ter Begriff der menschlichen Seele wird als „ein Köhlerglaubeverlacht, die Freiheit des Willens wird bestritten und aus der Beschaffenheit der Organe deS menschlichen Körpers zu erklären gesucht. Tas Iudcnthum hat die erhabene Lehre ausgestellt, daß zwar alle körperliche und geistige Fähigkeiten des Menschen voil der Organisation desselben mehr oder minder abhäligen isfo wyn wp’Ts^x, daß aber Tugend und Laster keiner Vorausbestimmung unterliegen, sondern der freien Selbstbestimmung jedes einzelnen Menschen überlassen bleiben. Tie moderne Wissenschaft hingegen wollte ein Organ des Widerstandes entdeckt haben, welches nach seiner größeren und geringeren Ausdehnung den Menschen entweder zum Tugendhcldcn oder zum Böscwicht beaulagt. *) — Wie sehr wir ob deS Glaubens an den hohen Beruf Israels verlacht, verhöhnt und verspottet werden, bedarf wohl kaum der Erwähnung. — Alle diese Momente tragen dazu bei, die Knaben und die Jünglinge — auch die Mädchen und Jungfrauen in den höheren Töchterschulen — der heiligen Religion unserer Väter, die seit Jahrtausenden das Glück unseres Lebens und der Bestand unseres Daseins ist. zu entfremden und sie aus treuen Bckenncrn des Iudcnthnms zu Verächtern, ja zn Feinden desselben zu machen. Schwer, unendlich schwer ist in unserer Zeit die Ausgabe der für Gott und seine heilige Lehre einstchcrrdcn Männer und Kranen. GS gilt mit aller .Kraft und aller Macht, den verderblichen Anschauungen entgegenzutreten, mit der Kraft der Uebcrzcugung und mit der Mackl der Belehrung, mit der Kraft des mustergiltigen Beispiels und mit der Macht des erhabenen Geistes, der in der Gotteslehre waltet. Tie Eltern müssen sich von den Kindern berichten lauen, was ihnen in den genannten Bildungsanstalten vorgetragcn wird; sie dürfen jedoch die .Kinder wegen der „apikorfischen" Ideen nicht schelten. dürfen sie nicht mit Vorwürfen überhäufen, sondern niuucn sie freundlich und liebevoll belehren, müssen sie darauf aufmerksam mache», daß die „Wissenschaften-, soweit sie von den Menschen erkannt werden und soweit sie das Uebersinnliche •) Die Tdeone vom .^rrbrecher ^ebirn' in ü*. s. T. berrirS cntiouin. anaromiichc llntnjuöungtn baden dargethan. dap an der ganzen S'r'chich'r kein »adres ii:on. Xrn ausgrNeUren Ü^ilpidra und viel mehr andere rrugegengeSeUl worden, welch« die erwähn» Theorie umnexen. streife», von Jahrzehnt zu Jahrzehnt — manchmal in längerer: manchmal m kürzerer Frist — in ihren Ergebnissen wechseln, daß man Vieles, was in früherer Zeit als unumstößliche wissenschaftliche Wahrheit galt, heute als Irrthum erkannt hat, und daß es den Ergebnissen der modernen Wissenschaften nach Jahrzehnten ebenso ergehen wird. Die erhabene Wahrheit des Iudenthums bleibt ewig, unumstößlich: die Zeit bat keine Gewalt über sie und keilte sogenannte Wissenschaft kann sie untergraben. Schon David klagte über die Atheisten, schon vor Jahrtausenden leugneten die Philosophen, daß Gort die Welt erschaffen habe, sie lenke und leite und ebensolange wird die Existenz der unsterblichen Seele hinwegdisputirt; schon die alten Aegyvtcr. Assyrer, Babylonier, Meder, Perser, Griechen, Römer verspotteten und verhöhnten „das auserwählte Volk;- schon vor 2500 Jahren versuchte der jüdische König Menascheh den Worten der Thora einen falschen Sinn untcrznlcgcn. Tas Alles hat dem Iudcnthum nicht zu schaden vermocht, und heutzutage wandeln die treuen Gläubigen in Israel in den Wegen Gottes gerade so wie es Abraham und Moscheh. wie cS Elijahu und Jesaias, wie es Hillel und Rabbi Alida. wie es Rabbi Schelomod Iizchaki (Raschi) und Rabbi Iizchak Phaßi (Rkph>, wie es Rabbi Jccheske! Landau und Rabbi Moschest Sophcr gcthan. Je größer die Gefahren sind, die uns und unser Geschlecht bedrohen, desto größer muß unsere Widerstandskraft, desto energischer muß unsere Wirksamkeit, desto heiliger mutz unsere Begeisterung für das erhabene Erbe unseres Volkes sein. Israel bar in seiner langen und leidensreichen Geschichte schon viele, große und ernste Gefahren überwunden: unter des Allmächtigen Beistand werden wir auch aus den Kämpfen der Gegenwart als Lieger hervorgehcn. — (Fortsetzung folgt.) Literarischer Bericht. pcn nr». t)on dltD. B. Spiers, Tason (RabbinatZasscssor) zu London 5646. Der gelehrte Herr Verfasser gibt in dem vorliegenden Werkchcn einige geistvolle Auseinandersetzungen, sowohl das Gebier derHalachah wie das der Ägadah betreffend. Wir wollen unfern geehrten Lesern eine kleme Probe daraus minheilen. Im Traktat Sotast £ 21 a lehrt Raw Joseph, daß die Mizwah nur zu der Zeit von Gefahren rettet, während man mit ihr beschäftigt ist; die Thora aber rettet immer, auch in der Zeit, in welcher man sich nicht mit ihr •■i! k i

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