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Der Israelit · 1887-07-25 · Heft 57 (25.7.1887) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 57 (25.7.1887)
Date
1887-07-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXVIU. Jahrgaüg. J\S 57. ei« ■- Kenlrat - Hrgan für das orthodoxe Zudenthuim HerauSgegcbcn von I>r. Lehmann in Maiuz. Montag, deu LL. Juli 5647 (18*7). Leitende Artikel. Die Sprüche der Fäter. Drittes Buch. xxvm. Mainz, 2!. Juli. C2tb C’syysi min rra era s pjJ*- „Wer den im vorigen Staphel charakterisirten heterodoxen Anschauungen und Grundsätzen huldigt, der hat keinen Antheil an der zukünftigen Welt, selbst wenn er irn Besitze von Thorakenntniß ist und gute Thaten geübt Hat* Man könnte fragen, wieso Jemand, dessen Ansichten so weit von der Thora abwcichen, zur Erwerbung von Thorakenntniß und zur Hebung von guten Thaten gelange. In der Zeit, welche der unsrigen unmittelbar vorangegangen ist, war diese Klaffe von Menschen sehr häufig. Sie waren von frommen Eltern für das Studium dcrKotteslehre erzogen worden, hatten für dieses Studium durch Jahre lange Hebung eine große Vorliebe gewonnen: später wurden sic durch die Bekanntschaft mit der Philosophie, mit den Naturwissenschaften und noch viel mehr durch den sogenannten Zeitgeist irre gemacht und wendete» sich Eirundsätzen zu, die mit der Lehre des JudcnthumS im Widerspruche stehen. Aus alter Gewohnheit vollbrachten sie auch hie und da manch gutes Werk. Tiefe Menschen übten auf ihre Glaubensgenossen den allernachtheiligsten Einfluß. Die sogenannten Mendelssohniancr, die Leute, die sich sehr mit Unrecht die Schüler Mendelssohns nannten, David Friedländcr und Genossen und deren Nachfolger, benützten ihre Thorakcuntniß, um das Judenthum zu bekämpfen, zu entstellen und es dann lächerlich zu machen. Selbst die guten Thaten, die sievollbrachten, wandten sic meistens dazu an, die Welt glauben zu machen. daß die Abtrünnigen bessere Menschen seien als die treuen Gläubigen in Israel. Unermeßlichen Schaden haben diese Menschen dem Judenthume gebracht, und die oft trostlosen Zustände der Gegcowart haben meistens sie verschuldet. Wie ein reißender, alles zerstörender Strom ergoß sich das „Apikorßcs" von Berlin aus nach allen Richtungen der Welt; es schien, wie wenn das Judenthum vernichtet werden sollte. Auflösung und Zersetzung wurden in die entferutesten Städte und Dörfer getragen; modern gebildete Nadbinen und denselben Anschauungen huldigende Lehrer wetteiferten miteinander, die Erwachsenen und die Jugend zur Untreue gegen den Gott unsrer Väter zu verleiten; Zeitungen, Zeitschriften, Broschüren und Bücher brachten das tödtliche Gift in die Familien. Bor hundert Jahren begann diese verderbliche Bewegung: fünfzig Jahre nachher hatte sie einen solchen Höhepunkt erreicht, daß allgemein versichert wurde, nach abermals fünfzig Jahren würde vom Judenthume keine Spur mehr vorhanden sein. Diese Prophezeihung hat sich, Gott sei Tank, als falscherwiesen! Die gefürchteten fünzig Jahren sind vorübcrgegangen, und das Judenthum besteht und blüht; eS wird ewig bestehen und blühen, wenn auch viele verdorrte Blätter adfatten und vom Winde verweht werden. ES wäre jedoch Unrecht zu behaupten, daß die traurigen religiösen Zustände der Gegenwart nur durch die fünfte Klasse von „Apikorßim," die aus Israels eigener Mine hervorgegangcn, durch die Reformrabdincn und ihre Genossen, verschuldet seien. Alle fünf Klassen haben das ihrige dazu bcigetragen. Jeder, der ein Gymnasium, eine Realschule, eine Universität besucht hat, jeder Vater, dessen .Kinder die genannten Bildungsaustalten oder ähnliche besuchen — sie alle wissen, wie viele dem Judenthume feindliche Anschauungen und Grundsätze dort gelehrt werden. Den Knaben und Ising-

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