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Der Israelit · 1887-07-21 · Heft 56 (21.7.1887) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 56 (21.7.1887)
Date
1887-07-21
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1014 gangen zu haben, doch sprechen mehrere gravirende ilmstände für die Thätcrschasr. So befinden sich an dem Halsluche des Einen Blntspnrcn; auch passen ihre Stiefel genau in die Fußspuren, die hinter dem dem Hause des Ermordeten gefunden wurden. Tie der Thal Verdächtigen wurden geschlossen wieder in's Gerichtsgefänguiß znrückgcführt. Hamburg, 15. Juli. Die israelitische Fericncolonie ging gestern per Lübeck-Hamburger Bahn nach Segeberg ab. Es waren im ganzen 7r> Kinder, begleitet von 2 Lehrerinnen und einem Lehrer. Am Bahnhof war der Vorstand stark vertreten und alles ging in musterhafter Ordnung von Starten. Tie Beamten der Bahn, wie des Zollekamen den Lehrern in liebenswürdiger Weise entgegen. Es war eirre Freude zu sehen, wie froh diese Schaar schwacher Kinder war, hinaus ins Freie zu komme«. Ter Verein konnte mir jedem Iadrc mehr sorrscnden. denn mit großem Interesse wendet sich das große Publikum schon diesem so sehr humanen, wie wohlthätigen Vereine zu. — Für ivy-Küche wurde aufs Sorgfältigste Bedacht genommen. Lesterr.-Ungar. Monarchie. Wien, 15. Juli. In der heute erschienenen Nummer der „Lest. Wochcuschr.- erklärt Herr Eur. Baum garten die Mirrhcilungen derselben in Bezug auf Rodkinsohn, insoweit sie Herrn B. angehcn, für vollständig aus der Luft gegriffen. Trotzdem hält die »Ocst. Wochcuschr.- ihre Mitthcilungen in allen Thcilen vollkommen aufrecht. — Löset mir, Graf Ocrindur, diesen Zwiespalt der Natur! Wien, 17. Juli. In der jüngsten Nummer Ihrer geehrten Zeitschrift geschieht auch der Stiftung Erwähnung, welche der hiesige BrauKansbesitzer und mehrfache Millionär Adolph Ignaz Mautner, Witter von Markhof, zu Gunsten armer verwaister Bräute ohne Unterschied der Eonfession errichtet hat. Ich bedauere es jedoch. Sie darauf aufmerksam machen zu müssen, daß Herr Mautner nicht mehr dem Iudcnthume angchört, da er schon Anfangs der Fünfziger-Jahre mit seiner Fankilie zum Ehristeuthume, und zwar zur katholischen Kirche. übcrgctretcn ist. Tiefer Glaubcrislvcchscl har seinerzeit hier nicht geringes peinliches Aufsehen erregt, da Herr Mautner in unserer Gemeinde als ein -c: yr* bekannt war, und besaß er auch eine schöne hebräische Bibliothek, in der sich auch einige Talmud-Eremplare befanden, die er dann nach seiner Bekehrung selbstverständlich sogleich ans dem Hause schassen ließ. Herr Mautner suchte damals diesen Schritt damit zu beschönige», daß er seinen Müder» eine geachtete Stellung in den hiesigen Gesellschaftskreisen verschaffen wollte. Seme zwei Töchter, denen er eine fürstliche Mitgift gab, wurden von dem Um» vcrsitäts-Profcffor und berühmten Astronomen» Tr. Ritter v. Oppolzer, Sohn des gleichnamigen berühmten Pathologen, und dem mehrfachen Verwaltung?- rarhe, Hof- und Gerichtsadvocat Tr. Willner, als Gattinnen heimgeführt. Dafür mußte er aber im vergangenen Winter den. Schmerz erleben zu sehen, wie der unerbittliche Tod binnen nur wenigen Wochen seine beiden Schwiegersöhne in der Blürhc ihres Lebens hinwcgramc. Hcbrigcns scheint in Herrn Mautner, der heute 74 Jahre zählt, das jüdische Leben noch nicht gänzlich erloschen zu sein, denn ich sah ihn erst kürzlich, als er einem verstorbenen hiesigen jüdischen Geldaristocraten das letzte Geleite gab, wie er sich auf dem Friedhose bei im in einen Winkel stellte und bitterlich weinte. Wer weiß, welche Gefühle ihn damals beherrscht haben mögen. Rumänien. vr. 6. Bukarest, 15. Juli. Vor einigen Tagen wurde hier ein Glaubensgenosse Namens Itzig Braunstein ans der Straße verhaftet, welcher seinen Militär dien st abgclcistet hat und erst im vorigen Jahre davon frei geworden ist. Tie Polizei arrctirre ihn unter dem Vorwand, er sei Vagabuird. rrotzdcnr er alle Papiere in Ordnung har und beschloß, ihn nach Ba kau. seiner Geburtsstadt. zurückzuschickcn. Daß dies zu Fuß und m Begleitung eines reitenden Torobanzen, wohl über 70 Meilen weit, statthaben wird, ist ziemlich selbstverständlich. »Alles dies-, fügt die loyal denkende Zeitung »Luptahinzu, »geschieht, weil der Israelit die Bakschifch- (aus Deutsch: Trinkgeld-) Gelüste irgend eines Polizei wacht meisters nicht befriedigen konnte.- Tie an sich geringfügige Thatsache einer Arrctirnng hätte ich Ihnen ganz sicher nicht gemeldet, wenn daran nicht verschiedene sehr wichtige Betrachtungen sich knüpften. Zunächst ist es interessant zu erfahren, daß in Rumänien Iemarrd noch Vagabund ist. wenn er ordentliche Militär- und andere seine Person lcgitimkreude Papiere bei sich führt. Daß er dann nach Bakau abgeschobcn werden soll, wo er nicht Vagabund ist, während er in Bukarest, welches ebenfalls in Rumänien liegt, als solcher angesehen wird, weil er Geschäste- oder Beschäftigung-Halber sich dort aufhält. ist wohl auch allein rumänisch. Tenn, daß Jemand noch heutzutage in cinenl angeblich »liberalen- Lande keine Freizügigkeit soll genießen, sich von seinem r

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