Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 56 (21.7.1887)
- Date
- 1887-07-21
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XXV1H. Jahrgang. Erste Keilage zn Nr. 36 -es Israelit. Lcituttgsuachrichtca und Korrespondenzen. Deutschland. AuS Bayern, 15. Juli. Dem. „Frank. Kur.' entnehmen wir Folgende: Tic beide» tu München gewählten ftcisinnigcn Landagsabgcordncten, Frhr. v. Ltauffenberg und Malson, kann Wür trcmbcrg für sich rcllamircn. Der Freiherr ist in Würltcurberg Besitzer von 4 Nirrergürern: Nitztisscn, LdcranttS Ehingen. Stammsitz: Wilsingcn, LA. ZNcdlmgcn; Geislingen, LA. Balingen und Baisin.qcn, LA. Horb. Maison ist geborener Würtrcmbcrgcr aus Lbcrdorf bei Bopnngen, wo fein Barer Maifon-Franksuncr Lehrer war und 185« starb; derselbe war ein begabter Literat! Ein Cljcim Bernhard Frankfurter war der Lehrer Benhold Auerbachs und ist in dessen Briefwechsel öfters erwähnt; ein anderer Lhcim Nafralie Frankfurier starb 1SU5 als bcrnhnilcr Kanzelredncr und homiletischer Schriftsteller in Hamburg. Tie Nekrologe der drei Brüder sind seiner Zeit im „Schwäbischen Merkurerschienen. 6arl Maison, Mitbesitzer der gleichnamigen Grosshändlersirma in seiner jetzigen Heimat h München, hat sich dorr durch seine volkswirthschaftlichen Kenntnisse und Erfahrungen die Ehre des Sitzes im bayerischen Landtage errungen, und seine schwäbischen Landsleute sind stolz auf ihn. Fürth, 16. Juli. Herr A. Knrländcr dahier hat auf die Vorlage der von ih:u hcransgcgcbencn „Fünhcr Gedenk- und Erinnerungstafelaus dem Stabinct des Prinzrcgcnlcn ein Schreiben erhalten, wonach „Se. k. Hoheit der Prinzregent die vorgelcgtcn Gedeulbläncr eutgegenzunchmen geruhten und für die bekundete Anfmelksamkeit huldvollen Dank aussprechen lassen.' Lichtcnau. (Baden.) Am 8. Mai feierte der an der hiesigen gemischten Volksschule angcstcllte Hanvtlchrcr Lehmann sein ^'»jähriges Dienstjubiläum. Derselbe gcniestr sowohl bei seinen Glaubensgenossen, , als auch bei de» andern lsonsrssioncn die höchste Achtung. Au der» Festtage brachte der Gesangverein bei Fackclzug ein Ständchen und hielt der Dirigent derselben, ein chr. College dcS Henn Lehmann, eine Ncde, in welcher er die Verdienste dcS Jubilars hcrvsrhob, die er sich dnrch seine 25jährige Thätrgkcit in hiesiger Gemeinde erworben. — Von vielen Bekannten und Verwandten trafen Gratulationen nebst schönen Geschenken ein; insbesondere von der jetzigen.Schuljugend und den ehe» malige» Schülern. Möge Herr Lehmann noch lange Jahre so segensreich wirken und ihm auch befchreden sei», sei» '»»jähriges Tiensrjnbiläum zu feiern. Dem Eamor Sommer in Frciburg, der vor wenigen Wochen sein 25jährigcs Jubiläum gefeiert, wurde seitens der Gemeinde ein Ltaatsobligaiion von 1006 Mark als Geschenk überreicht. Berlin. Professor Dr. M. Lazarus in Berlin hat im Aufträge des rumänischen Eomites in Berlin dem jüdischen Hilfscomit« in Botoschani 10,000 Francs übersendet, welche Unterstützung von Seilen des jüdischenHilfscomitös an die Abgebrannten ohne Unterschied der Eonfcssion gleichmässig verthcilt wird. Jnowrazlaw, 13. Juli. Gestern Vormittag wurde die Leiche des ernrordeten Ojetrcidehändlers Ltrcliy in Trcmessen unter grosser Betheilignng der Bevölkerung zunächst nach der Synagoge überführt, wo der Rabbiner Tr. Ehrcnfeld aus Guefeu die Trancrandacht hielt und tiefergreifende Worte sprach. Sodann erfolgte die Beisetzung auf dem jüdischen Friedhöfe. Seltsames Geschick! — Wie jetzt Elias Strclitz, so ist ar:ch dessen Barer, vor ungefähr 40 Jahren eines gewaltsamen Todes gestorben. Tiefer ein gebrechlicher, tauber Greis, wurde während des Aufstandes im Jahre 1848 aus seinem Hause — demselben, wo die grausige That begangen worden — geschleppt und auf dem am Kloster befindliche» Kastanienplase getödlct. — Am Montag hatte seitens zweier Staatsanwälte aus Gnefcn eine umfassende Zeugenvernehmung in Trcmcsscn stattgesunden. Als besonders verdächtig erscheinen die schon am Tage der That verhafteten Gebrüder Tylkcwicz, die während der Lbdukrron an die Leiche geführt t:nd daselbst vernommen wurden. Die Lbdnktion hat ergeben, dass der erschlagene Greis 1« Messerstiche in den Hals, ins Gesicht und in die Arme erhalten hat; ferner fand man neun Nippen zerbrochen vor; endlich ist dem Erschlagenen auf den linken Thcil des Kopfes ein wuchtiger Hammerschlag versetzt worden. Der Zustand der Leiche lässt den Schluss zu, dass mindestens zwei Individuen bei der grauenhaften That berheiligt gewesen sind.- Die verhafteten Brüder leugnen zwar, die Blutrhat be-