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Der Israelit · 1887-07-18 · Heft 55 (18.7.1887) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 55 (18.7.1887)
Date
1887-07-18
Page
– (sequence 6)
Language
German
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gute Fortgangskloffe erhalten habet. Noch erfreulicher erscheint mir der Umstand, daß Ihr Euch einer guten Aussprache der polnischen Sprache befleißigt, worin Euch Euere Lehrer mit gutem Beispiele vorangchcn. Benützet dir freie Zeit, die Euch jetzt vergönnt ist, damit Ihr im nächsten Schuljahre mit noch größerem Eifer an die Arbeit geht.- (Ocst. Wochenschr.) Budapest. In der um 4. d. Mts. stattgebabten Sitzung des Ausschusses der Pcsthcr israelitischen Religions-Gemeinde zugegangcucn größere Spende» an: für das zu erbauende Spiral: Bernhard Deutsch de Hatva» 40«»0 fl., S. F. Goldberger n. Söhue 200«) st., Hermann Neuwclt 2000 fl., Hermann Kann 2OVO fl.. Max Ritter v. Drill 2000 fl., N. Layko und A. Popper je 15OO fl., Moritz Adler 1500 fl.. Emma Hcrzfcldcr IVOO fl., Therese Steiner 1000 fl., Ignaz I. Mandel loOO fl.. Modern u. Breilncr 1000 fl.. Josef Sauer .1000 fl., Weiner u. Grünbaum «*»oo fl.. Sigmund Kornfeld 5OO fl., Friedrich Ncumann 3OO fl.. Mar Beck 300 fl., Ferdinand Deck 300 fl., Salomo« Taub 3OO fl.. Albert 200 fl. — Für die Armen - Unterstützung: Albert Wcllisch 1000 fl. Mesopotamien. Hilleh (Babe!) am Euphrat. (Fortsetzung). Ungefähr hundert Jahre vor der Zerstörung des zweiten Tempels, so erzählen die griechischen Historiker und auch die Jahrbücher der persischen Könige, erhoben sich die Bewohner Babels, das damals schon zur Hälfte in Ruinen lag, und kaum noch 100,000 Einwohner zählte, abermals gegen ihre Gebieter, die parthischcn Könige, und versuchten nun deren Joch abzuschüttcln, sie wurden jedoch von dem Satrapen (Statthalter) Mesopotamiens geschlagen und unterworfen, und mußten sie dann, um ihre Strafe recht hart zu machen, eigenhändig an der Zerstörung des noch vorhandenen Restes ihrer Vaterstadt mithclfcn. Babel war nämlich eine regelmäßig angelegte Stadt und bestand cs gänzlich aus Quadraten. wie es etwa Mannheim ist. Mehrere Straßen liefen parallel von Qst nach West, von Süd nach Nord und durchschnitten so die Srade in ihrer Länge und Breite. Immer an der Ausmüudung einer solchen Straße bcsaud sich ein Tdor mit ehernen Psonen. Tic Häuser waren bedeutend schöner und höher als die von Rinivcd, denn sie bestanden oft aus vier bis fünf Stockwerken. Dächer gab cs keine, sondern nur Tcrrasser«, aus denen dann gcwöbnlich noch lustige Zelte oder Hütten aus Baumzwcigen standen, in denen die Bewohner zu schlafe« pflegte«, llebrigcns war Babel ebeusowcnig gänzlich bebaut, wie Niniveh, denn eS gab iu der Stadt große Weideplätze, Wiesen, Gärten und Wäldche«, in denen auch verschiedene zahme Thicre, die zum Iagdvergnügcn des Königs und seiner Großen dienten, verpflegt wurden. Wenn nun der Kirchenschriftstellcr Hieronymus im 4. Jahrhundert erzählt, er habe von Mönchen erzählen gehört, daß die persischen Könige aus den Ruinen Babels ihr Jagdrevier halten, so ist dies durchaus keine Ucbertreibung, denn die persischen Satrapen ließen die im Innern der Stadl befindlichen kleinen Wäldchen durch Anpflanzungen vergrößern, so daß cs ansehnliche Wälder waren. Als dann der heilige Tempel in Jerusalem zum zweiten Male zerstört wurde, da verließen zahlreiche jüdische Familien ihre Heiniath und zogen neuerdings nach Babylonien, wo sie sich dann auch in den Ruinen der Stadt Babel ansiedelten. Kirrdenschriftstcller aus dem 2. Jahrhundert berichten schon, daß in Babel und Umgebung viele Juden wohnen, die sich das besondere Wohlwollen der persischen Könige und ihrer Satrapen erfreuten. Als dann im 7. Jahrhundert der Islam und mit ihm auch die Herrschaft der Araber nach Babylonien vordrang, da begann nun der Name Babel aus dem Gcdächtnifle und dem Munde der Zcitgeuoffcn zu verschwinden und au dessen Stelle trat der arabische Hilleh (rs*n), so wie er sich noch bis auf den heutigen Tag erhalten hat. Halle! heißt nämlich im Altarabifchcn: Das Leben ausblasen, todr machen oder in Schutt verwandeln, eine Bezeichnung, die nun auf die Stadt Babel sehr gut paßte. Daher nennen noch heute die iu Hilleh und Umgegend wohnenden Araber die Ruinen Babels: Mukallibab d. h. Trum und drauf. Durcheinander. Ehaos. Rur bei den Juden daselbst har sich der ursprüngliche Name „Babel- bis auf den heutigen Tag erhalten. Es dürste hier gerade am Platze sein, für einige Augenblicke unfern Geist von den Ruinen Babels abzuwcndcn und uns mit dem Entstehen des Namens „Babelzu beschäftigen. Tic Bibel leitet bekanntlich diesen Namen von bv2 (verwirren) her und würde das zweite „Bcth (2)-, das sich in dem Worte „Babelbefindet, durch den chsldäifch-hebräifchcn Sprachgebrauch eingefchoben worden fein. So entstanden auch aus dem Worte hbi (roffen) durch Wiederholung des „G (:)" die Worte: (Rad) und (Schädel) und au» ha entstand wieder durch Wiederholung dcs „B (2)- da» Wort: irra (verwirren) und aus diesem Zcitworte wieder

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