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Der Israelit · 1887-07-18 · Heft 55 (18.7.1887) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 55 (18.7.1887)
Date
1887-07-18
Page
– (sequence 5)
Language
German
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993 Herrn Cohn völlig unwahr und erfunden ist, so hat Herr Cohn sich entschlossen, die gegen verschiedene Zeitungen angestrengten und noch anhängigen .^lagen zurückzuzreben, wenn die Rcdactcure einen Widerruf der betreffenden Notiz bringen, sofern Lolches noch nicht geschehen sein sollte, und die durch die Klage entstandenen Kosten zahlen". Altena (Wcstphalcn), 12. Juli. Vergangenen Sonntag gelang es den Unterzeichneten einen sauberen Schnorrer, der sich als Lehrer und Cautor, Jacob Jacobs aus Simmcrn ausgab und durch ein Kchlkopflciden an der Ausübung seines Amtes gehindert sei, als Schwindler zu entlarven. :c. JaccbS führte Atteste von den ersten Autoritäten der Nabbincr bei sich, sowie von Gchcimrath Tr. Rühl aus Sonn und vielen anderen groben Männern. Ta wir uns genau erkundigt und ihn als Betrüger und Lügner gefunden, gab er an, ein Handelsmann aus Mühlheim an der Ruhr zu fein: auch hatte er noch zwei Cumpane. angeblich Goldman n und Rau schoss aus Hamburg bei sich, die de» sauberen Patron unterstützten und die erbettelte Beute theiltcu. Tast das rr-zzm von Israel auf solche Weife mißbraucht, konnten wir nicht länger dulden. Tie Zeugnisse, denen man überall Glauben geschenkt, mußte er zurücklasscn, um fernerem Unfug vorzubcugcn. N. Schnitzler, T. Würzburger, Lehrer. Ocsterr. - Ungar. Monarchie. Lcmbcrg, 5». Juli. Im Programme der Cmpiarrgsscicrlichkcitcn zu Chren unseres Kronprinzen war den Inden nur ein höchst karger Antbcil zugemcffcn. Ursprünglich war lediglich der Besuch des Tempels in Aussicht genommen. CS bedurfte erst der Anstrengungen der Lnhodoren, um auch den Besuch der Lradtsynagoge durchzusepen, was gclnngcn ist — gegen den Willen ciucS löblichen CultusvorstcmdcS. Ter.Kronprinz erkundigte sich leutscligst nach den Verhältnissen unserer Gemeinde. Cs machte auf Sc. kaiserliche Hoheit, den Thronfolger, sichtlich den besten Cindruck, dass kleine Mädchen ihm Blumen auf den Weg streuten nnd auch in: Hause eine musterhafte, gehobene Jestcrstinunung herrschte. In der Synagoge äustcrre der .Kronprinz seine höchste Zufriedenheit nnd dankte für den ihm gewordenen Cmpfang. Sic können sich denken, wie glücklich man im Kresse der^rrhodoxcn ist. solches Lob aus höchstem Munde erfahren zu Haben. Am Abende de« 4. d. M. war die Synagoge prächtig illuminirt nnd gehörte zu denjenigen Gebäuden, die der Kronprinz bei seiner Rundfahrt durch die innere Stadt passirte und welche die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zogen. So hatten die Synagogenväter daS vom Vorstände und seine« Rathen entworfene Programm, darin die alte Synagoge übergangen worden, glänzend gerächt. — Eine Thatsache aber verdient besonder? betont zu werden. TuS Comit« der ersten jüdischen Volksküche dahier hat beschlossen, während der Anwesenheit deS hohen Gastes 1200 unbemittelten erwachsenen Personen und 609 Kindern ohne Unterschied der Confession, Lpeise und Trank (Bier) unentgeltlich zu verabreichen. Ter Lbmann des löblichen Vereines, der gewissenhafte und uneigennützige Banquicr, Herr Jakob Stroh, hat allen polnischen Blättern diese Nachricht einige Tage vorher zukommcn lassen, damit die arme Bevölkerung von dieser Wohlrhat Nutzen ziehe. Tiefe Kundgebung wurde aber von sämmtlichen Blättern mit Stillschweigen bei Seite gelegt. Sapienti satis. — Bei dem Besuche des Gcwerbemnscums durch den Kronprinzen wurde demselben ein knnstvoll geschnitzter Holztcllcr zum Andenken an den Besuch übergeben. Dieser Teller ist von dem talcntirtcsten Schüler dieser Anstalt, einem Stipendisten der „Israelitischen Allianz", Herrn Auerbach, verfertigt worden. Der Kronprinz äußerte sich sehr lobend über die Arbeit und besaht den Teller auf das Schloß Laxenburg zu senden. Lemberg. I I. Juli. Heute fand die Prüfung der Schulkinder der vierten Klasse der Allianccschulc iui Beisein deS Bürgermeisters Mochuacki, des BezirksschulratheS BaranowSki und vieler Gäste statt. Die Resultate waren überaus günstig und gehört diese Schule zu den besten des Landes. Der Saal war herrlich dckorirl und mit dem Bildniß Sr. Majestät geschmückt. Am Schlüsse der Prüfung der vicrklassigcn Schule hielt der Bezirksschulin'pcctor, Herr Baranowski, folgende Ansprache: „Bei der heutigen Prüfung habe ich mich zu meiner Freude überzeugt, daß die diese Schule besuchende Jugend sehr bedeutende Fortschritte macht. Die „Israelitische Alliance" bat bei Begründung dieser Schule ihre Ausgabe richtig ersaßt, indem sie die Jugend in nationalem Geiste erziehen läßt, wofür wir der Alliance Tank dringen. Mögen Sie weiter wirken zum Wolile der Gesammlhcit, daß die noch bestehenden Schranken fallen und daß keine Verschiedenheiten in unserer Gesellschaft mehr bestehen." Herr Bürgermeister Mochnacki hielt nachstehende Anrede an die Jugend: „(5* freut mich ungemein, daß Ihr so zahlreich die Schule -besuchet und, wie ich mich überzeugt habe, größtentheils eine

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