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Der Israelit · 1887-07-18 · Heft 55 (18.7.1887) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 55 (18.7.1887)
Date
1887-07-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
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daS Hauptwort oder derEigenname »SaM". Wenn dagegen in unserer Zeit einige Orientalisten den Namen »Babel" von »Bab (2-2)- und »23el (bi)* adleiteu und demselben die Bedeutung von Bab-Bcl (Bcluspforte oder BelnStcmpel) geben wollten, so müssen wir diese Bezeichnung oder Ableitung als eine grundirrige entschieden zurückweisen. Denn abgesehen davon, daß der Name »Babel" auch'in der Keilschrift ganz so wie im Hebräischen 722 und nicht 75tc geschrieben wird, und abgesehen von der unumstößlichen Autorität der b.Schrift müssen wir schon aus philologische» und historischen Gründen jeden Versuch, das Wort »Babel" als von »Bad" und »Bcl" entstanden, entschieden pcrhorreSciren. Tenn erstens wissen ja alle Keilschriftcn- Forschcr, daß die alten Babylonier da? Wort »Bab" für »Thor" gar nicht kannten und sich dafür stets des Wortes »Terah <;pn)" bedienten, und dann ist auch der Name »Bcl (72)" kein chaldäischer, sondern eine Eorrumpirung des phönicischcn Wortes »Baal (772)" d. i. Herr und Gebieter. Erst die Syrer begannen für »Thor" das arabische Wort »Bab" zu gebrauchen. (Schluß folgt.) Die ßonvertilin. Boa Friedrich Rott. (Fortsetzung.) 22. Kapitel. Am Strande herrschte reges Leben. In größeren und kleineren Gruppen lustwandelten die Badegäste, Herren und Damen in bunter Reihe, die Emen, um nach dem bereits genommenen Bade die vorschriftsmäßige Bewegung sich zu machen, die andern um durch die Bewegung ihre Ungeduld zu mäßigen, denn dem Andrange der Badegäste genügten die vorhandenen mobilen Eabineu, genannt Badekutschen, durchaus nicht. Stunden laug mußten manche matten, ehe an sie die Reihe kam. Hin und wieder standen auch Manche und sahen den Badenden zu, die in anmurhigen Bewegungen zwischen den Wellen auf und niedertauchten. Die See war nur leicht bewegt, kn der Ferne wie ein glatter, klarer Spiegel, aus dem der azurblaue Himmel wiedcrstrahlte. Erst in der Nähe deS Strandes thürmten sich die Wogen und brachen sich schäumend an dem weißen Sandboden. - Auch Frau von Lilienfeld und ihre Töchter befanden sich unter den Badenden, während Marina am Strande ihrer harrte. Wiederholt hatten zwar die Kinder sie gebeten, mit ihnen zu baden, und auch Frau von Lilienfeld hätte ihr zugeredet, denn sie glaubte, daß die kräftigenden Seebäder dem immerhin etwas zarten jungen Mädchen nur wohlthätkg sein könnten. Marina's jungfräuliches Zartgefühl sträubte sich jedoch, und wohl mit Recht, durch Angabe des Grundes ihrer Weigerung Frau von Lilienfeld zu verletzen, sie schützte daher einfach Mangel an Muth vor, und sie sagte hiermit keine Unwahrheit, denn cs gebrach ihr in der Thal au Muth, ihr Zartgefühl zu überwinden. Eben traten Gabriele und Ioscfine in ihren schmucken Badecostümen aus der Eabiue und gingen an der Hand einer sichern Badefrau tiefer in die See. Lachend und schäkernd tauchten sie in die Fluthen und winkten und grüßten die am Strande Harrende. Lächelnd erwiderte die Gouvernante Grüße und Winke. In ihrer Nähe befand sich eine ältere, überaus reich gekleidete Dame, die gleichfalls mit einem badenden, jungen Mädchen Grüße wechselte. Sie nickte Marina freundlich zu, indem sie näher an sie hinantrat, denn dem Namen nach waren sie einander bekannt, da Frau Hciligenfcls in demselben Hütel logirte. Frau von Lilienfeld und ihre Familie mieden jedoch den Verkehr mit der stets überaus auffallend gekleideten Dame; Rosalie pflegte sie spöttelnd den Pfau zu nennen, denn ihre Toilette schillerte gewöhnlich in den schreiendsten Farben. Einer Unterhaltung am Strande konnte Marina jedoch nicht äusweichcn. »Nun, liebes Fräulein, haben Sie sich noch immer nicht entschlossen, Ihre schönen Glieder von den Wellen umspülen zu lassen ¥" »Nein," cntgegncte Marina, »mit dem Wasser selbst mag ich nichts zn thun haben, ich begnüge mich mit der herrlichen Seeluft, die ich in vollen Zügen hier einathme." »Wird Ihnen auch recht wohl thun. Ich mache es ebenso wie Sie und befinde mich recht wohl dabei. In daS Wasser hinein gehe ich auch nicht gern, denn warum ¥ — das Wasser

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