Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 55 (18.7.1887)
- Date
- 1887-07-18
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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991 i % |!i 4 den die Aufmerksamkeit der Fachgelehrten schon seit Jahren gerichtet war, liegt in der Vaticana zu Rom. Dr. Berliner hat für den unter seiner Leitung stehende» Verein Mckize-Nirdamim eine Abschrift deS ManufcriptS erworben, und Rabbiner Dr. Hildesheimer har die überaus schwierige, aber um so dankbarere Aufgabe übernommen, den (.'oder zu edircn. Eine eingehende Vergleichung beider Texte, des gedruckten und des handschriftlichen, führte den Vrrfaffer zu der Uederzeugung, daß hier eine reichliche Ausbeute zu erwarten sei und während er sich vorbehält, in jener Edition das ganze gesammelte Material in den Noten der Wissenschaft zuzuführen, wie einen vollständigen Index der Quellen der Hat. Ged. aus den Talmude», Mcchilta, Sifra, Sifre, Midraschim re. anzufugen, gibt er in der vorliegenden Programmarbcit ein Gcsammtbild dieses Codex nach verschiedenen Gesichtspunkten, und dieses uns hier gegebene Gesa mmrdi l d, das sich selber schon als eine hervorragende wiffcnschaftlichc Leistung nuS barbieret, darf in allen Freunden der Wissenschaft gespannte Erwartungen für die Herausgabe der ganzen Handschrift wachrufen. Im I. Kapitel bespricht der Vers, die Auscinaudcrsolge der Halachot in den handschriftlichen rnin-:: ncirj und betont hierbei zunächst, daß abgesehen von den unzähligen Varianten und der verschiedenen Stoffglicdcruug auch die Ordnung der Halachoth diffcrnl. Schon die gröbere Einleitung des handschr. Codex difscrirt vom gedruckten in der Aufzählung der «13 Gebote. Der Vers, zählt alle Differenzen in den verschiedenen Abschnitten auf, die leider nicht alle ganz erhalten sind, wie ja auch das Manuscript in formeller Beziehung unvollendet geblieben ist, da das vom Abschreiber im Eingänge in Aussicht gestellte Quellen- und Sachregister fehlt, lnne intercffaule Notiz am Schirme handelt vom Namen des Besitzers, des Verkäufers und von dessen Wohnort. Cs heißt daselbst -212 -rysrt pn-r rx nx£ tu by rer*.'.“ (Ferrara) tms Tys V"p»; b'ae •"2p (Lombardei) nx-rer». r2rro (Po) rv2 (Mczier) e-irn: ~iyz run nr.-b rv27.*n rT2np*. (Cairo) tonprx cn p: 22*2 cn2 enn-D* Hvy'rja (V) zxrzp n\*o-£ (??) •snn,2»2i? «....» w.21 u'2-vr ....Ti t c“ä:2 nrp: (V) ..jn Durch Vermittelung des Herrn Isidor Löb in Paris erfuhr der Verfasser vom Comir« der Alliance in Kairo, daß r.T2 (Aussprache: Schiliur) im dortigen arab. Dialekt eine tdruppe von einigen Häusern mit Feldern nnd Gärten bedeute, w? demnach) ein Ortsname, anscheinend ein Torf in dem Kreise Kairo sei. d^tvd ist, wie das Comittz vcrmuthct, auch eia Ortsname; Sicheres ließ sich darüber nicht ermitteln. Im 2. Cap. behandelt der Verfasser die Eigen thümlichkcit der handschriftlichen Rcccusion derHal. Ged. Tie Anordnung, Einordnung und Zusammensetzung innerhalb derselben HalachaS ist von unserer Ausgabe sa sehr verschieden, daß der Verfasser fast geneigt ist, die handschr. Rccenston für eine andere Sammlung unter den im Ganzen gleichnamigen Schriften dieser Art zu halten. Wiederholungen finden sich auch im Codex oft genug, die Materie ist reichhaltiger und erschöpfender, da nicht wenige halachischc und agadische Talmudstellen, die in unserer Ausgabe fehlen, hier excerpirt sind. Eine weitere Cigcnthümlichkeit des Codex sind die zahlrcichcrcn mnemotechnischen Einleitungswörter zu größeren rrrc. Weitere Unterschiede bestehen in der Fülle neuer „Erklärungen" (stts), in der Kürze der Citate, in dem Fehlen der rr-s tfjpr und im Zusammenhalten der ganzen Mischna. Schließlich ist die praktischere Tendenz der handschr. Reccnston hcroorzuhcdcu, die sich in der größeren Anzahl der einverlcibtcn Gutachten zeigt und aus den vielen Beispielen hcrvorlcuchtct, die eine Richtschnur für das öffentliche jüdische Gemeindelebcn gewähren sollen. Das 3. Cap. handelt von den Interpellationen und der Entstchnngszcit der Handschrift. Während der Beweis erbracht ist, daß fremde, spätere Hände im handschr. Hal. Ged. geschaltet, commcntirt und erweitert haben, sich jedoch nicht bcstilllmen läßt, wie viele Federn an dieser „Bereicherung" theilgeuommcn haben, glaubt der Verfasser bei einigen Jmerpcllatioucn die Tendenz zu erkennen. Tie eine ist eine Erweiterung der mertyrologischen Stelle in Mclla 17», die der Verfasser in die nachsoheritischc Zcit setzt, wo sich um das Haupt des angcbk. Verfassers des Sohar, des Mischnalehrcrs R. Simon b. Iochai rin Legendeukran; windet. Die zweite Interpellation hat einen balachrsch-polemischen Charakter. (Hilch. Tcmura 2801» Z. 3) und wendet sich gegen die c’;*2. Wer sind diese e*;*o? Die Samaritaner, Muhamcdancr, Karäer oder wer sonst? An sich kann cs jede der genannten sein, wenn man die Bedeutung des Wortes 72 aus seiner Ethymologie richtig schließt und bedenkt, daß unter Min alle „Anen" von Gegnern zu verstehen seien, deren Lehren der jüdischen cntgegcnstchl und die mau vielleicht auch anfangs verächtlich mit 70 „irgend eine Art" ähnlich dem "rat 121 als etwas aus sittlicher oder religiöser Scheu Unaussprechlichem bezeichne«. Ter Vers, entscheidet sich für die Samarttaner.