Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 54 (14.7.1887)
- Date
- 1887-07-14
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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lchrc oder der Vollbringung guter und edler Thaten. Das Weilen in den Vcrsammlungshäuscrn der Amm«-Haarc; verhindert ihn, seiner hohen Aufgabe gerecht zu werden und bringt ihn gleichsam aus der Welk, das heißt, läßt ihn seinen Lcrnf auf Erden verfehlen und raubt ihm das künftige Leben. r£>cil dem Mamrc, der nicht wandelte im Ralhschlussc der Frevler, der nicht ging auf dem Wege der Sünder, der nicht saß im Litze der Spöttti: sondern an der Lehre des Ewigen ist sein Wohlgefallen und mit seiner Lehre beschäftigt er sich bei Tag und bei Nacht. Er wird sein wie ein Baum, gepsiauzl an Wasscrqncllcn. der seine Frucht wird geben zur rechten Zeit, deffen Blatt nicht weiten wird, und Alles was er rbun wird, Gott wird es gelingen lassen. Der Allgütige wird ihn beglücken in dieser wie in der kanstigen Welt.* i.FortscMng folgt.) Die freie Vereinigung für die Jutcrcsscn des orthodoxen Iudcnthnms. i;sn ‘•ükjirlsraM:»:« I>r. (f&rniann. ' ,r<t Jsfüri jriiiitii», {Süiu!u! cs Luch u-icbci." ^irnnja 31. Es ist wunderbar und traurig und merkwürdig und noch manches andere, daß cs so wenige Menschen gibt, die den Mnth zu einer guten Thal haben. — Es ist wunderbar, den» das Gute ist seiner ganzen Natur nach das Einfache, Selbstverstäudlichc, auf dem geraden Wege liegende. Tas schlechte ist nur ans Um - und Abwegen zu erlangen und läßt sich nur mit Anspannung aller.fräste eine gewisse, oder richtiger, ungewisse Zeit lang behaupten. llnd dennoch gibt cs mehr schlechte Thaten als gute, weil die scheu vor einer öffentlichen guten Thal schwerer überwunden wird als die vor einer schlechten. Es ist dies aber in hohem Grade traurig, weil durch diese falsche Scham so viel Gutes unausgeführt bleibt, während das schlechte unbehindert fönwnchert. Deshalb ist diese cigentbüinlichc Erscheinung so merkwürdig d. h. sie verdient be- und gemerkt zu werden, weil eine -richtige Würdigung derselben - sicherlich dazu beiträgt, daß die Braven und Wackeren sich leichter entschließen^- das Gute nnd Wahre, welches sie im Herzen tragen, auch zur lauten, öffentlichen Thar erblühen zu lassen. Aus den Hunderten von Belegen, die sich aus dem täglichen Leben als Illustration zu diesen Bemerkungen bieten, erscheint die an der Spitze dieser Zeilen genannte Bereinigung nnd die Geschehnisse, welche ihr seit Tccennien vorangcgangen, als besonders drastisch. Wer wäre je an den Zwiespalt, welcher innerhalb der Gemeinden, ja innerhalb der einzelnen Familien in der heutigen Indenwelt klafft, mit^redlichcr Absicht hcrangetreten-, ohne sich die harten, aber unabweisbaren Eonscgucnzcn zu vergegenwärtigen, zn welchen er unaufhaltsam treibt? Der schlichte, gesunde Menschenverstand läßt sich die Thatscuhe nicht rvßgdentcln, daß der Jude, dem Gottes Wort noch das Wort des lebendigen Gottes ist, nach dessen Willen er sein Hans gegründet, seine Schulen gestiftet, seine Gemeinde organisirt wissen will, daß ein solcher Jude Hans und Schule und Gemeinde nicht der Hand derjenigen anvertrauen kann, die im Leben die Göttlichkeit und Verbindlichkeit des GoHesgesctzes p r i n c i p i e! l leugnen und das treue Festhalten an der Vätcrfatzung als überwundene Thorheit belachen oder gar als Verbrechen vcrfehmcn. Die Nebcrzeugung, daß dieser innere Zwiespalt auch zur äußeren Trennung derjenigen führen »ruß, deren ganze Lcbcnsanschaunngcn in so grundsätzlichem Gegensatz einander gegenüber stehen, ist schon seit vielen Jahrzehnten von den hervorragendsten Wortführen beider Richtungen klar und entschieden ausgesprochen worden.*) Ter erste aber, der die Nothwcndigkeit einer Scheidung der heterogenen Elemente innerhalb der heutigen Judenhcit nicht nur erkannte, sondern sie auch verwirklichte und zwar mit Einsatz seiner ganzen bedeutenden il rast, war Rabbiner H i r s ch in Frankfurt a. M., der mit einem anfänglich nur ganz kleinen 5lrcis bewährter Gesinnungsgenossen die dortige Rcligionsgesellschaft begründete. Mit diesem schritt war die Bahn gebrochen. Run fanden von Jahr zu Jahr auch in anderen Gemeinden gesetzestrcue Minoritäten den Mnth, durch sclbttändige Eonftiiuimng dem alten Judcnthnm ein neues Heim zu gründen. Immer leichter überwanden sie diescheu in den Augen weniger tiefblickender oder übelwollender Gemcindcmajoritäten und ihrer Wortführer als seklircr und Zwiespaltstifter zu gelten. Tas Princip der friedlichen Sonderung ihrer ganzen Natur nach sich gegenseitig ansschlicßcndcr Interessen gewann immer größere Beachtung, bis vor bereits mehr als w Jahren Preußen und andere deutsche Staaten ihm durch besondere Gcsetzcsbestimmungcn. die staatliche Anerkennung zucrkannten. *)!\an vcrglcrckc C*C TCtTP pTT« '"'£'2 CT“ und anbmrfüiö: .Lbraham (?cigrrK b eben in Brief««,* Berschel. 1876.