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Der Israelit · 1887-07-11 · Heft 53 (11.7.1887) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 53 (11.7.1887)
Date
1887-07-11
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Lab dieses große Beispiel bereits die segensreichsten Ergebnisse erzeugt hat." — London. Baron Hirsch hat zum Andenken an seinen verstorbenen Sohn Lucian 12500 L. an verschiedene Wohlthätigkcitsanstaltcn in London vermacht. London. Tie Zeitungen berichteten, daß bei dem Kindrr-Jubiläumsfeste im Hydc-Park der Königin ein Kind vorgestcllt wurde, das während ^seincs stcbcnjährigen Schulbesuches nicht einen Tag die Schule versäumt hat. Die Wcstminster südische Freischule kann AchnlichcS aufweisen; zwei Mädchen und rin Knabe derselben haben ebenfalls während acht Jahre nicht einen Tag in der Schule gefehlt. Bulgarien. Samaross. T»e hiesigen christlichen Kanstente haben aus Neid gegen ihre jüd. Eoncurrcuten bei der Regierung Schritte gctban, daß der Wochcnmarkt von Montag ans Samstag verlegt werde. Trotz der Gegenvorstellungen ist die Regierung darauf cingcgangcn. Dian hofft, daß dieselbe auf weitere Schritte, die unternommen wurden, diese Maßregel, die den Israeliten und den Bauern großen Schaden bringen würde, wieder zurücknehmen werde. Rußland. Tie Ausweisung deutscher Gewerbetreibender aus Rußland, berichteten wir neulich, habe eine größere Tragweite angenommen, als man anfänglich vcrnrurhcte; den Ausgcwiescuen würde zwar der fernere Aufenthalt gestaltet, wenn sie sich naturalisircn ließen, in den russischen llnterthancnvcrband und die russische Landeskirche treten: die Kaufleute müßtet» ferner in die erste Gilde, bei der jährlich >000 Rudel Steuer zu entrichten sind, sich aufnchmcn lassen. Hiergegen läßt sich die konservative „Elbingcr Zeitung" aus Lodz schreiben: „Bisbcr sei aus Polen noch kein Deutscher ausgcwicscn, dessen Legitimationspapicre in Ordnung und der mit den Behörden nicht in Konflikt gekommen: allerdings hätten sich die Raturalifationsgcsuche, besonders in Folge des llkas, der Ausländern nicht mehr gestaltet, Bcrwaltcrpostcn zu bekleiden, neuerdings erheblich vcruichrt, aber Niemanden würde die Bedingung des UebertrittS zur russischen Kirche aufgelegt: ausländischen Juden sei eS allerdings untersagt, in Polen ein kaufmännisches Geschäft zu betreiben, falls sienicht zum Ehristenthum übertreten, sie dürften aber in Polen bleiben. Warschau» 1. Juli. Der »Poscner Ztg." zufolge bat es in der jüdische» Bevölkerung Warschau's Aufsehen erregt, daß in Folge des Eintritts eines Sohnes de? Warschauer GeneralgouverneurS Gurko in die 5. Klasse (Obertertia) des 6. Gymnasiums sämmtliche jüdische Schüler dieser Klaffe euStretc» und sich »m Aufnahme iu andere» Gymnasien bemühen mußten. Ties wird sich auch wahrscheinlich alljährlich nach Maßgabe der Versetzung des jungen Gurko in eine höhere Klaffe mtt de» jüdischen Schülern dieser Klassen ereignen, und'zwar aus persönlichen Wunsch der antisemitischen Frau des Generalgouvcrneurs, welche jede Eommunlcation ihre» Sprößlings mit jüdischen Mitschülern vermeide» will! Auch in Fragen politischer Natur macht sich der unheilvolle Einfluß der bigotten, polcnfeindlichcn Freu des GencralgouverncurS allzu deutlich bemerkbar, so daß sie im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin von der polnischen Gesellschaft gemieden, bezw. gehaßt wird. Türkei. Konftantinopel, 20. Juni. In den Mauern unserer Stadt weilt jetzt ein seltener und hochgeachteter Gast aus Mittelasien. Auf der Wallfahrt nach Mclka ist hier der Bruder des Khans von Khima, Prinz Jssai-Rachim-Kuli Khan in Begleitung von sechs Adjutanten und mehreren Tiencr» cingcrröff'cn und nahm er in der rnffifdjcn Botschaft hier sein Abstcigquartier. Ter Prinz wird mehrere Tagen hier verweilen, um die bevorstehenden mohamedanischcn Festtage in der Residenzstadt des Khalifcn zu feiern. Ter Prinz hat auch schon die hier lebenden mohamedanischcn und jüdischen Kaufleute aus Khlwa in Audienz empfangen, und unterhielt er sich mit ihnen durch eine längere Zeit über ihre Stellung hier und die Geschäfte, die sie machen. Seine Adjutanten thciltcn dann den Besuchern mehrere interessanten Neuigkeiten aus ihrer Heimath mit, die nun von einigen türkischen Blättern hier vcrösscntlicht werden. Tic Neuigkeiten, welche die Adjutanten des Fürsten über die Juden Khiwa'S mitbrachten, werde ich unverzüglich aus dem Türkischen übersetzen und sie Ihnen in Form einer Eorrespondcuz zusenden. Konftantinopcl, 3. Juli. Der feierliche Empfang des ncuernanntcn amerikanischen Gesandten, Herrn M. Strauß, durch den Sultan, hat nicht, wie das Amtsblatt angekündigt, am 17. v. Mts., sondern erst vorgestern am 1. d. stattgefunden, da Abdul Haniid als Fürst der Gläubigen und strenger Moslim eS nicht über sich bringen komrte.

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