Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 51 (4.7.1887)
- Date
- 1887-07-04
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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- Mohel 1× ep/1006163
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928 gastlichen und stiefmütterlichen Boden Rumänienverlassen haben, so bin ich überzeugt, daß eine Unterstützung nach dieser Richtung hin, nämlich zum Auswandern ungleich viel angebrachter wäre. Sie würde selbst dann noch richtiger sein, wenn die Betroffenen im Drange der Umstände in dem Auswauderungsziel — eZ ist nun einmal hergebrachiermaßen Amerika, d. h. New-Bork — nicht gerade wählerisch sein werden. Zum Wiederaufdau der Häuser und zum Ergreifen eines der wenigen gebliebenen Lebensunterhalte würde eine Unterstützung solcher Provenienz — vom Sammeln — nicht hinrcichen, zum Au-wandern aber würde man sich damit cinrichten können. Ich erlaube mir daher in Rücksicht auf all' das, den EomitL's der Alliance ISraelite den Vorschlag zu unterbreiten, sie möchten in Erwägung ziehen, ob es nicht amPlatze wäre, gleichwie!882beim Ausbruch einer anderen Kalamität, setzt für die Abgebrannten und Unterdrückten in Bottuschan bezw. in Rumänien eine allgemeine Subscriptiou zu eröffnen und fördern. Ter Nutzen der durch eine solcherart und zu solchem Zweck gestallercn Unterstützung entstehen könnte, wird ein vierfacher sein. Einmal würde einem Theil der in Rumänien durch die Exklusivgcsetze Verarmten und Verfolgten die Gelegenheit geboten, sich anderwärts ein ruhiges Brod zu suchen. Das Suchen kann man ihnen selbst überlassen. Andererseits würde man die Zahl der Leidenden in Rumänien vermindern. Ferner würde man durch den Abgang eines namhaften Theiles, den Zurückbleibenden politisch und ökonomisch nützen. Allenfalls aber würde man durch die Eröffnung einer Subfcription seitens der Alliance-EomiE-s eine gerechtere Verrhciluug bezw. eine wirkliche Unterstützung der Israeliten erzielen, die von der Katastrophe fast ausschließlich betroffen sind, als durch Sendungen nach Rumänien zur Venhcilnng cn dloe. Möge man schließlich bedenken, daß durch eine zum Zwecke der Auswanderung nach freier Wahl verwendete Hilfe, ohne auch nur den Schein einer Einmischung in interne fremde Angelegenheiten, sich jetzt oder nie die nur günstige Gelegenheit bietet, ein gutes Stuck der rumänischen Iudcnfrage, durch Entfernung eines '''Heils des Objektes derselben, auf anderem Wege zu Idfcii! Dr. zur. Elysüe R. Eorman, langjähriger rumänischer Ätitarbciter des „Israelit*. Zeitungsnachrichten und Corresponderrzeu. Deutschland. Hardhcim, (Laden), 2«. Zun!. Am p'2 *o starb in seinem 77. Lebensjahre Herr Joseph Urspring er, der in hiesiger Gemeinde ü» Jahre ununterbrochen als Rcligionslchrcr, Ehasau, Mohel und Schochct fungirte. Wie die hiesige Gemeinde diesen langjährigen Beamten hochachtcte und zu ehren bestrebte, bas dokunlentirte sich am besten an dessen 5(>jährigcu Lehrerjubiläum Zahlreiche werlhvolle Geschenke und sonstige Beweise verdienstlicher Anerkennungen wurde» damals dem Jubilar zu Theil, und diese Hochachtung hatte sich der Berstorbcne bis an sein Ende zu erhalten gewußt, so daß sein Andenken ein gesegnetes sein wird. n"3*s*n. E. SB. Lestcrr. - Ungar. Monarchie. Wien, I. Juli. Dom akademischen Senat der Wiener Universität wurden wegen Straßendeuronstrationcu zwei Studenten für ein Semester rclegirt. Wege» des Schreibens, welches der antisemitische Studcntenverband an den Abgeordneten Prof. Tomaszczuk richtete, erhielten sämmrUche Unterfertigte eine Rüge und der Mediziner llrjiaa wurde für immer von der Universität rclegirt. — Gestern Abend wurde in »trakaa vor dem Logis deS Kronvrinzcnpaarcs eine Indenhetze aufgcführr. Pöbel- Haufen mißhandelten johlend die vorübergehenden Inden. Das Militär schritt ein; mehrere Individuen wurden verhaftet. Pcsth, 29. Juni. Tie Ortschaft Ltasar (Komitat Györ, Bezirk Sokoroalja) von vielen Israeliten bewohnt, wurde vom aufgehetzten Pöbel in Brand gesteckt; Militär ist dahin abgesendct. Krakau, 39. Juni. Das Kronprknzcnpaar weilt auf seiner Steife durch Galizien feit einigen Tagen in unserer Stadt. Im Lause des heutigen Vormittags besuchten Kronprinz Rudolf und Kronprinzessin'Stephanie die aus dem dreizehnten Zahr- Hunderte stammende, im romanischen Style erbaute Synagoge, sowie die israelitische Schule. Vor der Synagoge, die zu den ältesten Bauwerken gehört, wurde das jrronsrinzenpaar vom Eulmsvorstaude Mendclsburg und einer großen Anzahl von israelitischen Gcmeinderärhcn, sowie etwa dreißig in ihrer geistlichen Fcstlracht erschienenen Rabbiner? empfangen. Das Äronprinzenpaar wurde zum Altar