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Der Israelit · 1887-07-04 · Heft 51 (4.7.1887) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 51 (4.7.1887)
Date
1887-07-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
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-* ‘~~-a .-^'.v.-jr^lfH->' * , JW J ÄJIUIl» ijU£.L 1M7AMW>7W»»V n. 'X^iirW. ry -,-L-lr 922 bif Veranlassung sein, daß in kurzer Zeit eine andere wohllhätige, unseren armen Pflege- und (.Erholung bedürfenden Glaubensgenossen gewidmete Anstalt in dieser Gegend ihre Stätte finden wird. Tie israelitische Versorgungsanstalt, welche sich bisher in einem alten, ziemlich düsteren Lause am Wollgrabcn befand, soll nämlich jetzt am Röderberg ein neues Asyl erhalten. Bereits hat die Verwaltung ein Grundstück, einen Tbeit der Nathan Wolf'schcn Liegenschaft, käuflich erworben: demnächst wird dort mit km Bau eines neuen Hauses begonnen werden, und in den neuen Räumen, die man gewiß auch comsortablc und nach jeder Richtung zweckentsprechend einrkchtet, werden die alten, schwachen Leute, die sich von den Arbeiten und Mühen de» Lebens zurückzuziehcu ein Bedürfnis; fühlen, ein würdiges schönes Heim finden, wo sie in behaglicher, friedlicher Stille der Ruhe genießen könnend (f'fjtt, 14. Juni. Zur Feier der Ankunft des EultusministcrS am Sonuabcnd waren auf Veranlassung der Polizei die Häuser beflaggt. Der Minister besichtigte während seines ca. zweistündigen Aufenthaltes das katholische Lehrerseminar und die katholische und evangelische Schule und Kirche. Interessant ist es. daß die Polizei noch in letzter Stunde den größten Thcil der jüdischen Kauflcute, die an diesem Tage ihre Geschäfte schließen, vcranlaßtc, dieselben zu össnen, da foult der Markt zu todt aussehen würde. (Russische Manier.) Ocstcrr. - Ungar. Monarchie. Wien. Das Reichskriegsnsinisterkum hat verfügt, daß in allen jenen Orten, wo sich isr. Friedhöfe bcsindcn, die Leichen von Militärpcrsonen mosaischen Glaubens den isr. bultusgemcinden auf Verlangen zur Beerdigung übergeben werden müssen. Wien, I. Juli. Tic in Krakau gestern Abend vorgcfallcncn Ausschreitungen gegen Juden wurde» durch rasches und energisches Eingreifen der Behörden bald unterdrückt. Pcith» Aus Anlaß der Wahl des Iust»zm?- nisters Fabini in Ledeuburg fand dort bei demselben großer Empfang statt. Dem Führer der jüdischen Deputation, Advokat Tr. Winkler erklärte der Minister, daß er die jüngst vorgekommenen bedauerlichen Ausschreitungen gegen die Israeliten als ein nationales Unglück betrachte. Gr werde mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln dahin wirken, daß dieser rückschrittlichen Strömung Einhalt geschehe. Zur Beruhigung könne er miltheilen, daß er die ihm -untergeordneten Organe beauftragt habe, die Schuldigen zu erforschen und. sie der verdienten Straft znzuführen. Pcfth, 30. Juni. Gegenüber mehrfachen falschen Meldungen der Journale über die angebliche Auflösung der Antisemiten - Partei veröffentlicht Istoczy folgende Erklärung: „Die tendenziöse Mitthcilung mehrcr Tagcsblätter, als ob die antisemitischen Reichstags-Abgeordneten in der nächsten Session keine besondere Partei bilden,- sondern sich verschiedenen anderen Parteien auschkicßen würden, entbehrt jeder thatsächlichcn Begründung, umsomehr als die bestehenden drei Rcichsragsparteien den Antisemitismus im Princip pcrhorrescircn und die antisemitischen Abgeordneten daher pur mit Berläugnung ihrer Gruudsäzc entweder der Regierungspartei, der gemäßigten Opposition oder der Unabhängigkeits- Partei sich anschlkcßcn könnten, lvas jedoch keiner von ihnen zu thun gedenkt. Hingegen ist es Thatsache, daß die antisemitischen Reichstags-Abgeordneten sich im Herbste als selbstständige Partei eonstiturrcu werden, und. zwar voraussichtlich unter der otfickel- Icn Benennung „Volkspartei" oder „christliche Volks- Partei"'. Pcfth. Der jüngst dahier verstorbene Arzt» Tr. Adolf Goldberger hat den bedeutenden Betrag von 200,000 fl. wohlthätigcn Zwecken vermacht; doch knüpfte er hieran die Bedingung, daß das .Kapital in zinstragenden Papieren angelegt werde und erst dann zur Verwendung gelange, wenn dasselbe sich um das 22fache vermehrt haben werde. Agram. In Bolivar wurde Herr Max Rofenbcrg, Eandidar der Rationolpattei, in den croatischen Landtag gewählt ^cit langer Zeit ist er der erste Israelit, der wieder einen Sitz im Landtag erlangt hat. Italien. Rom, 27. Juni. Wie sebr Herr Gn ist pp e A l atri, der Vorsteher unsererEnlwsgcmeinde, bei bei allen politischen Parteien im hohen Ansehen steht, zeigten die jüngst stattgchabren Gcmeinderathswahlcn. Tie liberale wie die klerikale Partei stellten ihn auf ihrer Liste auf, und wurde er mit großer Majorität in kn Stadtrath gewählt.

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