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Der Israelit · 1887-07-04 · Heft 51 (4.7.1887) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 51 (4.7.1887)
Date
1887-07-04
Page
– (sequence 5)
Language
German
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923 England. London. Der Tod des Herrn Lionel L. Cohen hat innerhalb nnsrer Gemeinde allgemeine Trauer hcrvorgernfcn. Wohl wenige Personen werden sich einer so hoben Achtung und Beliebtheit erfreuen, wie sie dem Verstorbenen in seinem Leben gezollt wurden. Seine rastlose und energische Thärigkcrt zu Gunsten der Gemeinde und ihrer Institutionen sucht ihres Gleiche». Eine besondere Fürsorge widmete er dem »Jewish Board of Guardians", dessen Mitbegründer er vor 28 Jahren gewesen. Unter seiner Führung blühte dieser wohllhärige Verein zu einer Höhe heran, wie sie ans dem weiten Erdenrund kaum mehr zu sinden sein wird; unsre Armen, deren Hebung ihm stets am Herzen gelegen, haben in ihm in der Thal einen wahren Vater verloren und sic beklagen am meisten dessen frühzeitiges Hinfchcidcn. Nicht minder großartig war seine Wirksamkeit für die »United -Synagogue". Cr hatte seiner Zeit die Idee der Vereinigung der orthodoxen Synagogen angeregt, und seinem Einflüsse ist cS vielfach zu verdanken, dass die »United Synagoguc* nunmehr in höchster Llüthe dastcht. Dabei war er ein streng religiöser Mann, der die frourmcn Traditionen seiner Familie, die zu kn ältesten und angesehensten der Inden Englands zählt, in tmd ausser dem Hanse aufrichtig bcthäkigtc. Nachdem er vor zwei Jahren zum Parlamentsmitglied erwählt worden, legte er die Führung seines weltbekannten Geschäftshauses L. Cohen and Sons nieder, um ungcstörr und mit voller Energie für das Volkswohl im Allgemeinen und für seine Glaubensgenossen insbesondere thätig sein zu können. In seinem Testamente verbat er sich jede Grabcsrcde und Blurncuspende. Nichtsdestoweniger gestaltete sich sein Lcichcnbcgängniss zu ciuem imposanten: denn keiner seiner zahlreichen Freunde wollte die Gelegenheit versäumen, diesem edlen und theurcn Todtcn die letzte Ehre zu erweisen. Dänemark. Kopenhagen. Der Vorstand des Vereins »Ez Chajim," 'm welchem wöchentlich 1—2 Mal belehrende Vorträge für junge Leute abgchalten werden, veranstaltete zum 10 jährigen Llislungstag eine große Fcstlichkcir, die von 1*0 Personen besucht war und allgemeine Befriedigung hrrvorgerufcu hat. 3l u ß l a u d. Warschau, 23. Juni. Ein Hauke berauschter Arbeiter, denen rin jüdischer Schanker im Städtchen Kejdany de? Kownoer Gouvernement? Wege« der späten Nachtstunde die weitere Verabfolgung von Branntwein verweigerte, steckte auS Rache daS HauS dieses Schankers in Brand. Da um diese Zeit ein starker Sturmwind herrschte, stand bald daS fast ausschließlich von Inden bewohnte Städtchen in Flammen. Mehr als hundert Häuser wurde« eingcäschert. 272. jüdische Familien rettete« nur ihr nacktes Leben, da ihre von den Flammen unversehrt gebliebenen Habscligkeitcn von den ans de« bcnachbarntcn Dörfern berbcigceiltcn Baum» geraubt oder vernichtet wurden. Diese Kannibale« trugen brennende Holzscheite hcnrm und steckten mit denselben eine Reihe jüdischer Häuser in Brand. In Folge dieser schrecklichen Brandkatastrophe herrscht unter der abgebrannten jüdischen Bevölkerung von Kejdany eine unbeschreibliche Noth. Zur Linderung derselben hat sich unter Vorsitz des Kownoer Gutsbesitzers Baron Angarn-Sternberg ein HrlsscomitS gebildet, welches für die Unglücklichen milde Gaben sammelt. A m e r i I o. Nerv-Jork. Die Eröffnung des neue Schulgebäudes und der Werkstätten des Hcbrcw Technical Institutes, fand vor Kurzem mit den üblichen Formalitären statt. Eine grosse Anzahl Herren und Damen hatte sich cingcfnndcn, um die neu erworbenen und zmn Thcil neu erbauten Nänmlichkcitcn in Augenschein zu nehmen. Die Schulzimmcr und Werkstätten sind einfach, praktisch und zweckentsprechend eingerichtet und bieten dieselbe» für mehrere hundert Zöglinge genügende Facilitäten. DerKlassenuntcrricht umfasst die Elemcntarfächcr! Physik, Freihandzeichnen von plastischen Modellen und Maschinenzeichne«. In den vier grossen, luftigen Werkstätten werden die Knaben im praktischen Gebrauch der Werkzeuge unterrichtet, erlernen daS Formen und Gießen sowie Modelliren, die Bearbeitung von Eisen und Metall zur Herstellung von Maschinen u. s. w. Tie Arbeiten in Holz umfassen das Schreincrhondwerk sowie künstlerische Holzschnitzereien. Tie in km Hintergebäude ausgestellte Dampfmaschine versorgt die verschiedenen Hobel- und Bohrmaschinen mit dem nothwendigcn Dampfbetrieb. Es nehmen zur Zeit 90 Knaben an dem Unterricht in den verschiedenen Fächern Thcil. Eine neue Klasse mit 3» Anfängern wird am 1. Juni ihre Thätigkckt beginnen. Der Präsident des Instituts, Herr I. H. Hofmann, sowie die Herren Jakob H. Schiss, Isaak Mao, Edward Lantcrbach, Exrichter Isaaks und Henry Leipziger, Superintendent, hielten Reden, iu

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