Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 50 (30.6.1887)
- Date
- 1887-06-30
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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903 hört, bereits eine Rabbinerstelle bekleidet und einer Jefchiba vorgestandm hat."' Tkcser Gelehrte habe täglich Vorlesungen zu halten, die die anderen Stipendiaten der Anstalt, Gelehrte und Schüler besuchen müssen; er müsse ferner über das vom Lberrabbiner für die Scmestcrvorträgc bestimmte Thema einen önc.Hlichen Vortrag in den Räumen der Anstalt halten und darüber wachen, daß alle der Anstalt Angehörigen, Lehrer, Jünglinge und Binder ihren Pflichten Nachkommen. In der Zeit, als hier die Rcformbewcgung sich erhob, wurde ein großer Theil der Stittungsfumme von der damaligen Verwaltung der Realschule der israelitischen Gemeinde überwiesen, und nur ans den Erträgnissen des übriggcblicbenen kleinen Thcils des .Kapitals korurlen thrilwcisc die Bestimmungen erfüllt werden. Als die Iudcngasse vor einigen Jahren völlig nicdcrgcrisscn wurde, verschwand auch das Hans, in welchem seit langer Zeit ssch die Syrragogr befunden halte. Seit der Zeit war diese inrermistisch in einem unscheinbaren, sehr wenig würdevollen Lokal. Tic Verwaltung der Löb Rciß'schcn Stiftung hat jept mit der Verwaltung der Religion-schule rin Ucbcrcinkomnrcn getroffen, in Folge denen eine namhafte Summe von dem noch vorhandenen Kapital der Religionsschulc überwiesen ist, und in der schönen, hundert Pläke enthaltenden Synagoge des t'.eucrbamen Ncligionöschulgebättdcs, das demnächst seiner Bcstimnwng übergeben werden wird, ersteht die Löb-3tciß-Synagoge auf's Reue, um in — würdiger, dem Sinne de« Stifters cnisprcchcndcr Weise weiter erhallen zu werden. Frankfurt a. M., 26. Juni. Gestern verschied hier im Alter von S5 Jahren Frau Fanny Geiger, die Wittwe des vor acht Jahren' Heimgegangenen Rabbi Salomo« Geiger Tusr. Im Tode vorausgcgangcu ist ihr außer ihrem Garten, der in seinem rsrr "2-. die überlieferten Svnagogenrrten zusanlmcngestcllt und begründet hat, ihr Söhn Lazarus Geiger, der Begründer einer neuen Epoche auf dem Gebiete der Sprachforschung. Ans dem Elsaß. Am 27. Silvan (Sonntag) wurde Herr Leopold (5ahn in Hatten im Alter von 76 Jahren zur lcnttn Ruhe bestattet. Unter dem Namen : „Reb Leb" war derselbe im ganzen Elsaß als ein Man» von großer Gelehrsamkeit und von ausgezeichneten Tugenden bekannt. Zu Westhofen geboren, widmete er sich dem Rabbinerstande und crhickt auch als solcher sein Diplom zur Anstellung für Frankreich. Er nahm aber keine Stelle an, uidcm er als 23jährigcr Mann von einem sehr reichen Mann in Hatten — wegen seiner Gelehrsamkeit — als Schwiegersohn eingesetzt wurde. Seine Wohlrhätigkeit erstreckte sich besonders auf Erez Iisroel. Fünf Rabbiner feierten das Andenken des großen Tobten. n^sVn Lesterr. - Ungar. Monarchie. Pesth. Auf Intervention der Frau Tavid Buschitz, Präsidentin des FraucnverrinS in **rsth, die sich für die hiflosen Bewohner des abgebrannten Lrtes Tnna-Szcrdahcly an Herrn Baron von Hirsch wendete, erschien am 25. d. Herr Gabor Forrai, Bercinssceretär, daselbst, und nachdem er sich überzeugt hatte, wie traurig die Lage der armen Abgebrannten sei, nahm er sofort Geldvertheilungen vor und beschenkte je nach der Größe des Unglücks die einzelnen Nothlcidcnden. Tie im Namen des Baron Hirsch verthcilten Spenden dürften sich auf mehr als 10,000 fl. belaufen. — Tie gerichtliche Untersuchung wegen der Brandlegung ist im Gange; in den lcplen Tagen hat man einen großen, mit Petroleum getränkten Schwamm aufgcfundcn, welcher bei Gericht deponirt tvurde. Nach neuesten Angaben sind an 400 Personen zumeist ohnedies unbemittelte Leute, durch den Brand, welcher etwa ein Drittel des Lrtes cinäscherte, obdachlos geworden. P a l ä st i n a. Jerusalem. Ter vierte Rechenschaftsbericht über die für die allgemeinen Zwecke der heiligen Stadt cingcgangencn Spenden, sowie über deren Verwendung ist uns zugcgangen. Wir haben denselben eingehend geprüft und nach demselben die Ncberzeugung gewonnen, daß die Verwaltung ihrer schwere» Pflicht mit peinlichster Gewissenhaftigkeit genügt, und daß die Verrhcilung der Spenden nach einem gerechten Maßsiabe stattfindcr. Die in neuerer Zeit seitens der Verwaltung cingeführte Veröffentlichung von Rechenschaftsberichten (der vierte umfaßt den Zeitraum vorn 25. .-22 bis 25. p*:) begrüßen wir wiederholt mit Freuden. weil diese Berichte insbesondere dazu geeignet sind, die oft von unberufener böswilliger Seite erhobenen Klagen aufs klarste zu widerlegen, und den edlen Spendern den Beweis zu liefern, daß mit ihren Gaben der richtige, von ihnen beabsichtigte Geölüuch gemacht wird. Intcrcssentcn können diesen und alle Rechenschaftsberichte durch den Gcmeindcsckretär Joseph Riblin beziehen. T u d i e n. Bombay. Erregen schon die längs der Malabarküste lebenden Bene-Israel das Interesse und