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Der Israelit · 1887-06-27 · Heft 49 (27.6.1887) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 49 (27.6.1887)
Date
1887-06-27
Page
– (sequence 5)
Language
German
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587 thätigt. Somit erklärt sich auch die erfreuliche Tharsache^ daß seine Wahl in der amerikanischen Tagespresse allgemeine Anerkennung fand. Hier am goldenen Horn wird sich der neue Gesang sicherlich wohl fühlen. (Lest. Wchschr.) M i r t e l - A s i e n. Bokhara. Dem arabischen »Nosrct" wird aus der Stadt Lalkh am Amu-Tarja gemeldet: »Tie dem großen Blutbade*) in Bokhara entronnenen zwei Minister des donigcn EnrirS Abdul- Ahad sind nun nach manchen Fährlichkcitcn und Abenteuern glücklich hier angelangt und wurden sie von unserem Statthalter Zschak Khan wie alte freunde begrüßt, der ihnen daun auch ein Haus hier zum Wohnen auwics und ihnen zugleich auch einige seiner Ticncr zur Verfügung stellte. Schon wenige Stunden nach ihrer Ankunft begaben sie sich zu dem hier in der Verbannung lebenden älteren Bruder^deS Emirs Abdul-Ahad, Prinzen Abdul Melik Tura (die Russen nennen denselben Kam Tura), der nun Ansprüche auf den Thron seines verstorbenen Vaters erhebt und dabei von England umerslükt wird, um sich ihm vorzustcllcn und ihm das erwähnte Mahacre urid ihre glückliche Flucht nach Afghanistan zu schildern. Beide Flüchtlinge gestehen nun ein, daß sie ihr Leben ausschließlich einem ihnen ergebenen Juden in Bokhara verdanken, der ihnen die Flucht ermöglichte, indem er ihnen andere Kleider gab, durch die sie sich unkenntlich machen konnten und sie auch mit einer beträchtlichen Quantität von Lebensmitteln versah, so daß sie während der ersten zwei Tage ihrer Flucht ersparten. in die Toner zu gehen und dorren das Röthige zum Leben cin.zukaufcn, da mar. sie sonst erkannt und sogleich nach Bokhara zurückgebracht Härte, wo sic ein sicherer und noch dazu schimpflicher Tod erwartete. Sie wollten jedoch den Raurcn dieses ihres jüdischen Freundes und Retters nicht nennen, damit derselbe nicht seine edle Thal mit dem Kopie büße. Ueber das Masiacre selbst, wobei sechs Minister des Emirs enthauptet wurden, deren Köpfe man dann auf Stangen durch die Straßen von Bokhara trug, als Warnung für zukünftige Rebellen und Empörer, erzählen dieselben Folgendes: »Ter in Bokhara rcsidkrende russische Gesandte 1v. Ezarikow) haue denr Divan-Ben (Großvezier) daselbst die Mitthcilnng gemocht, daß, nachdem die TraaSkaspibah» bis Tschardschni am Amu-Daria ■*) Bekannrlich Hst der Telegraph uns vor einigen L'oLcn gfrärib«, dox der (hnir von bokhara seine Mini rer d:S an' :rrci, weil ne ibn vorn IKrone nürren s>o2te», rn'.Kanprcn lies:. Ävr;seirn derjerben gelang es, irch nach der asgbani>Lrn Lradt BaNH;u reuen. fertig gestellt ist, so werde man jept unverzüglich an den Bau der Bahnstrecke Tschardfchui-Bokhara- Samarkand gehen und möge daher die bokharesische Regierung einen Teligirten ernennen, der dem Erbauer dieser- Bahn, General Annekow, das zur Anlegung des Bahnkörpers und der Stationsgebäude erforderliche Terrain unverzüglich zu übergeben habe und zwar ganz unentgeltlich. Diese Forderung Rußlands, ihm bokharcsifcheS Gebiet und noch dazu unentgeltlich abzutrcten, rief kn Bokhara eine gewaltige Aufregung hervor, und beschuldigte man allgemein den jungen l2>'rjahrigen und kränklichen) Emir Abdul-Ahad, daß er nicht die nölhig Energie besitze, um den Ruffcn scharf entgegcnlrctcn zu können. Aber auch gegen seine Minister richtete sich die Wuth dcS Volkes, weil dieselben ihren Gebieter schlecht beratheu haben und schließlich beschuldigte man auch die Juden des Khanats, daß sie diesen Bahnbau fördern und miterfiüscn, in der Erwartung. daun ihre Leidcufabrikale auf die Märkte dc-S Abendlandes bringen zu können, um sie dort zu verwenden. Tic Minister machten nun den Emir auf die Stimmung des Volkes austnerksam und ricthcn ihm auch, entweder den Bahnban gänzlich zu verbieten oder wenigstens das dazu erforderliche Terrain nur gegen einen hohen Preis abzuircten. Ter Emir wies jedoch das Eine sowie das Andere ab und forderte die Minister in barschem Tone auf, unverzüglich das Verlangen des russischen Gesandten zu erfüllen. Als dies dann in der Stadt bekannt wurde, da schrie die Bevölkerung, daß der Emir oorr den Christen bestochen sei und mögen seine Minister daher denselben absexen und seinen Bruder, den schon erwäbmcn Addnl-Melik auf den Thron erheben. Tic Minister befürchteten nun einen allgemeinen Aufstand, und daß man dann zu allererst sie selbst abschlachtcn werde. Sie beschlossen daher in einer vertraulichen Bcralhung, heimlich einen Boten nach Balkh an den Prinzen Abdul Mel ik zu entsenden und ihn cinzuladcn, in der Stille und aus Umwegen nach Bokhara zu kommen. In der Rocht nach dessen Ankunft wollten die Minister daun in Begleitung des Eommandantcn der Leibwache und des Palastgonverneurs*) in das Schlafgemach dcS Emirs cindringcn, um ihn dort zu *) Tn i'ctcü drS t*mir4 von ^ofhara liegt auf einem mit v'cjdjfittn garninrn Ulzua umgeben. 1*5 sühn nur ein tbvr in ta5 >'2>:cU. paS über Hain immer ge'L!o,ien blribx. Ji:oUfn die Minister in bcr^scbi den ('mir svreLcn. io müssen itt nch crn keim Pa!a>'.gouvrmeui anme!dcn leisen. damit er ihnrn mit Orlaudniß des t^rnir das rksr ösine. Anmerkung des Neberfc-rrS.

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