Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 48 (23.6.1887)
- Date
- 1887-06-23
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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daß der Verf. die Gebeine besonders erwähnt, c? dient dies seinen Zwecken, wie wir weiter sehen werden.' Für seine weiteren Auseinandersetzungen wird der Vers, von dem Irrthum beeinflußt, daß 12p nur verwandt sei und daher ursprünglich nur ein Bedecken, aus dem Auge Entfernen bedeute, während es doch mit 2p. 2aushöhlcn zusammcnhängt und in eine Höhlung legen heißt.. Folgen wir nun dem Lcrf. in seinen weiteren, die eigentliche Frage berührenden Untersuchungen. Im' Tr. Lynhedrin fol. -lob wird aus 5. B. M. 22, 23: ircpn 23p *2 die Pflicht des Bcgrabcns abgeleitet. Tag der Vers, diese Bibclstellc natürlich den er als der Talmud versteht, setzt er uns jetzt auseinander, wie er uns auch zeigt, daß bedeutende Ercgcten wunderlicher Weise sich keinen Nath wußten in der Erklärung dieser so einfachen Schriststclle, und daß die Mischnah recht willkürlich mit derselben umgesvrungcn sei. Tie Bibclstellc sage nichts Anderes, als daß die Leiche des Gehenkten nicht über Nacht am (Balgen bleiben solle, denn dies sei, da ja auch der Länder im Ebcnbilde GoltcS erschaffen, eine Geringschätznng Gottes, darum soll man dieselbe dem Auge der Menschen entziehen (272pn 32p»; von der Pslicht aber einen Nichrgchcnktcn zu begraben, sei hier gar nicht die Ncde. Lehen wir nun, wie cs hiermit sicht. Doch vorher noch eine kleine Erörterung über die Klage des Verfassers, die Mifchna habe die Bibelstclle „willkürlich verdolmetscht", indem sie sage.—.2 r r ssm cm rs T'-? 17c. n: „er ldcr Insiinzirte) hängt, weil er Gott gelästert hat." Ter Bert, läßt uns also vermulhcn, die Mischnah habe die Worte *^7r. c~7m r?rp *2 dahin erklärt: Lasse seinen Leichnam nicht am Galgen übernachten, denn er hängt, weil er Gott gelästert hat. — Biel Linn würde in dieser Erklärung nicht stecken, doch muß man sich auch abmnhen eine Mischnah zu verstehend Wir wollen nämlich zu Ehren des Vers, annehmen, daß er die Mischna nicht verstanden hat, wir wollen nicht annchmcn, er habe die Mischnah wider bcuercs Wissen Unsinn sagen lasten, wenn cs uns auch sehr verdächtig vorkommt, daß er das r r nsc; bei der llcbcrscvung ganz außer Acht läßt. Hätte der Vers, das einleitende -.2-72 berücksichtigt und diese Lrcllc mit der von der Gemara citirren Borairha verglichen, so wäre ihm darüber ein Licht aufgcgangen, daß die Mischnah nichts anderes sagen will als: wenn die Leiche über Nacht am Galgen hänge, so gäbe dies einen die Geringschätzung Gottes begünstigenden Unterhaltungssioss für die Leute, die sich dann in den verschiedensten Wendungen erzählen, wie und auf welche Weise der Hingerichtete Gottes Namen gelästert habe; so wird der Gehenkte zu einer Geringschätzung GotteS. Was nun den Vers, berechtigt das «-cpn yp als in Parenthese gestellt anfzusasten, das wird außer ihm gewiß Niemand sonst begreifen, wer nicht geradezu cs sich in den Kopf gesetzt hat, das iropn nicht als Gebot gelten zu lassen. Jeder Unbefangene sagt sich vielmehr, daß mit dem Worte pn vollständig alles gesagt wäre, wenn nicht noch urgirt werden sollte, daß der Hingerichtete begraben werden muß, und daß daun die Folgerung nahe liege, daß diese Liebespflicht sicherlich dem zu erweisen sei, dem die Sünde nicht einen vorzeitigen Tod durch Menschenhand bereitet hat. Ter Berf. hält cs nun auch für nöthig, über die Strare des Feuertodes sein Wörtchen zu sagen: einem großen Theil der Talmudistcn sei die Leichenverbrenaung, weil bei den Heiden üblich, unsympathisch gewesen, und^darum sei man von dem einfachen Sinne der Schrift, wenn sie des Feuertodes als Strafe erwähne, abgewichcn und habe eine Strafe des Berbrenncns durch Einstößen geschmolzenen Bleis ersonnen. Wie die Ansicht über die Hinrichtung eines Lebendigen beeinflußt werden konnte durch die Antipathie gegen die Verbrennung einer Leiche, dies zu entdecken, konnte nur dem kritischen Geiste des Herrn vr. Wiener Vorbehalten bleiben. Hierüber noch viel Worte verlieren, hieße sich und die Leser «nnöthrger Weise errnüden. Nun aber kommt das Hauptargument. Icrm. 37.5 wird dem Könige Zcdckiah verheißen, er werde in Frieden sterben und „gleich der: Bränden deiner Vorfahren, der früheren Könige, wird man über dir brennen." So übersetzt Wiener selbst und merkt dazu an „höchst wahrscheinlich ist nach Analogie 2. Ehr. 1«,14 Spcccreicn zu verstehen," so daß man doch glauben sollte, er selbst finde in dieser Stelle nichts Anderes, als daß sie von denk Ehrenbrande spreche, der bei Begräbnissen von Königen veranstaltet wurde; doch dem ist nicht so. Daß er noch statt v.L-.rn2 „auf den Brandstätten" die ganz unnölhige Eonjectur n^rcc „gleich wie u. s. w." vornimmt, sei nebenbei bemerkt. Indem er nun eine bestrittene Lesart der Septuaginta ohne Weiteres als die richtige annimmt und diese nebst der Vulgata, als Beweis für die frühere Verbrennung der Todren annimmt, oder besser gesagt, daß diese von Todrcnverbrcnnung etwas in der Bibel wollen gelesen haben, da sie „wird man dich verbrennen" übersetzen, so zieht er dann noch. Arnheim, Or.. Michael Sachs, Prof. Fürst nnd Zunz an, die