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Der Israelit · 1887-06-23 · Heft 48 (23.6.1887) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 48 (23.6.1887)
Date
1887-06-23
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Malwe und nicht ntr der Baum, sondern n'72 heißt „von derHerzcnstafel hinweg,'' und ns bedeutet „das unnütze Geschwätz." Tas Targum übersetzt: joiyi ^5 i-.c2 prei nii p «rmx *c:rs 7P221 :?n;i7:i V'-1rnyr.2i p?V2 M-or.n npy „Tie da hinweglaffen von der Tafel ikrer Herzen die Worte der Thora und ne gegen wclrliche Reden vertauschen; für sie werden aus Ginster- Wurzeln gl übende Kohlen zu ihrer Speise bereitet." Dem entspricht genau die Denrung unsrer Weisen (Ehagiga t2b): 2.7?^ ^72 p2'y. 27-5» ".272 pvLi ^2 77'172« N'r7 'iy N172 c’-:c-pn 72 x2 c* esm 'in: 12« : 22r,7 ersm tr7in „Rabbi Levi sagte: Wer das Thsralernen unterbricht, um sich mit Geschwätz zu beschäftigen, dem gibt man glühende bohlen zu eilen, wie es heißt:" und nun wird als Beweis der obenerwähnte Bcrs angeführt, der dann natürlich so gedeutet werden muß. wie ihn das Targum übersetzt. Äieharscha (311 der Parallclstclle Abodah sarah 3 b.) erklärt, was das heißt: „man gibt ihm glühende Ztohlen zu effeu." Tas Geschwätz führt uieisrens znm 72? yirt, zur Verleumdung, und diese ist (Psalm 120. 4) den cm ’rru „den auS Ginster bereiteten, durch besondere Glüht sich anszcichncnder» Ltohlcn verglichen, und daher sagt Rabbi Levi nicht 2-2.71 cnir wie es in Jjob heißt, sondern 2-2?-': -in^, analog denk angeführten Pfalmverse. Rach dem Gesagten ist es wohl einleuchtend, daß Rabbi Jakob in unsrer Mischnah sich wohl schwerlich auf den erwähnten BerS in Ijod bezieht; denn erstens in die dahinziclcnde Teutung des Verses eine fernliegcnde, nicht dem einfachen Sinne der Worte entsprechende, und zweitens ist sie auch im Grunde eine andere, wenn auch ähnlich. Betrachtungen: „Wie schön ist dieser Baum, wie schön ist dieses Gcsilde." führen nicht unmittelbar zur Verleumdung. Es bleibt also die Bedeutung der Worte oth viy riiyc noch zu erörtern. Ans den angeführten Gründen ziehen wir es vor, der Erklärung des Rabbi Samuel Galauri (in seinem Buche 22-0 welcher unserer Mischnah eine ganze andere Teurung gibt, zu folgen. 1722.1 nv-i 1222 „Wer auf dem Lebenswege fortschreit e t und durch Thoraslndium für die Vervollkommnung seiner Seele Sorge trägt." Ter Prophet Sccharjah {IS. 3, V. 6—7) erzählt, daß ein Engel des Ewigen zu dem Hohenpriester Josna gesprochen: So hat 'gesprochen der Ewige Zcbaorh: Wenn in Meinen Wegen du gehen, wenn Meinen Dienst du beobachten wirst, so sollst auch du richten Mein Haus und hüten Meine Höfe optoiyn 73 C2i.72 2^» twi nixi und Ich werde dir gestatten fortzuschreitea unter den hier Stehenden." Ter Engel heißt ein 12 y, ein Stehender, das heißt, der Engel bleibt so wie er erschaffen ist worden; der Mensch aber ist ein 17212, ein Fortschreitender, der sich von geringen Anfängen zu hoher Vollendung entwickeln kann. Analog dieser Stelle sind die Worte unserer Mischnah non 1112 1722.1 zu. erklären. Sie eutsprccheu auch dem ersten Verse des ns. Psalms, wo es heißt: '1 imu dttto in '22:2 12« „Heil denen, die aus dem Lebensweg Vollkommenheit erstreben, die wandeln.in der Lehre des Ewigen." — Tie Eltern haben den Knaben in der Lehre unseres Gottes unterrichten lassen. Der Jüngling gibt sich eifrig diesem heiligen Studium hin — da kömmt die Katastrophe; erlernt noch andere Tinge kennen, die ihni gefallen, 121 jo 102222 712221 ~ n n«: 20 nr ]7*x 2N2 22 er hört auf. in der Thora zu forschen, nicht für eine kurze Weile, sondern dauernd; er spricht: „Wie schön ist dieser Baum!" Das ist der Baum der Erkcnntnkß. die Philosophie, welche behauptet, über die höchsten Fragen des Mcnschcngeistcs Aufschluß geben zu könne», die Menschen zu erheben, zu vcrcdlcn, zu vervollkommenrn, ohne daß sie das schwerwiegende Joch der Goltcsgcsctzc auf sich zu nehmen nöthig hätten. — Oder er spricht: .77 12 nxs no „Wie schön ist dieses Gcsilde!" Was ist das für ein Gefilde? Ter Weise gebraucht nicht den gewöhnlichen Ausdruck Tn? sondern 7*:; dieses Wort bezeichnet ein eben erst urbar gemachtes Feld, wie eS heißt (Iirmijah E. 4, B. 3): 72 237 112 ,2-72737 '“1.T nxi *1 72« N2 *2 .ersi? ix ijn:n ixi „Tenn also hat gesprochen der Ewige zu den Männern von Juda und Jerusalem: Machet euch urbar das Gcsilde und säet nicht zwischen Dornen." — TaS Gefilde, von welchem Rabbi Jakob hier spricht, das erst neuerdings urbar gemachte Feld, bezeichnet den sich stets verjüngenden Zeitgeist und seine Anforderungen. Der sogenannte Zeitgeist übt eine große Herrschaft aus die Gcmülher der Menschen solange, bis er veraltet und neuen Ideen und Anschauungen Platz macht. Tas Judenthum aber ist bleibend und ewig. Tafür wird es von den herrschenden Zcitidcen als veraltet und nicht mehr zeitgemäß verschrieen. So war es immer, so ist es noch heute. Die modernen Ideen Üben, so lange sie neu sind, einen mächtigen Zauber aus, und nur schwer kan» der einzelne Mensch sich ihnen entziehen oder gar ihnen entgegentreten. Er sieht.

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