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Der Israelit · 1887-06-23 · Heft 48 (23.6.1887) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 48 (23.6.1887)
Date
1887-06-23
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXVIIL Jahrgang. M 48. Der Israelit. CH» KenLrat - Organ für das orthodoxe IudenLßum. Herausgcgebcn vou Dr. Lehman» iu Mainz. Donnerstag, de« SS. Juni S«47 (1887). Leitende Artikel. Are Sprüche der Mter. Drittes Buch. XIX. Bad Homburg, 20. Juni. Tores p*c£rpi nrm -p*n -^nan -"Z'x 2?>” avan rby rrya ^>: r.« na ,m £*n nxj na -aw „Rabbi Jakob pflegte zu sagen: Wer auf dem Wege wandelt und lernt, aber sein Lernen unterbricht und sagt: Wie schön ist dieser Baum, wie schön ist dieses Gefilde — dem rechnet cs die Schrift an, wie wenn er selbst schuld wäre an dem Untergang seiner Seele." In vielen Büchern steht in unsrer Mischnah statt Rabbi Jakob Rabbi Schimeon: doch ist die von unS wkedergegebene Lesart als die richtigere anerkannt. (Vergleiche 'edti). Rabbi Jakob war der Later des Rabbi (rlicfcr den Jakob, dessen gettcue Wiedergabe der Mischnoth so sehr gerühmt wird. Gr lebte in den Zeiten des Rabbon Jochanan den Sackai, also um die Zeit der Zerstörung des heiligen Tempels. Nach den meisten Erklärten wird in unsrer Mischnab die Verpflichtung ausgesprochen, jeden freien Augenblick dem Tborastudium zu widmen. Jemand aus dem Wege wandelt und lernt und sein Lernen unterbricht und sagt: „Wie schön ist dieser Baum, wie schön ist dieses Gefilde," wiewohl er durch solche Betrachtungen dazu gelangt, den Heiligen, gelobt sei Gr. zu preisen, der das Alles so schön erschaffen hat, so thut er dennoch Unrecht, da er das Wichtigere und Heiligere, das Thorastudium, dem Unwichtigeren hinrenanscyr." Rach dieser einfachen Erklärung bietet jedoch der Wortlaut unsrer Mischnah manche Schwierigkeiten. „Selbst wer unterwegs ist," so hätte der Werse sagen solle», „muß lernen und darf sich nicht der Naturbetrachtung hingeben." Was aber soll es heißen, daß der Weise sagt: „Wer auf dem Wegeist und lernt und unterbricht sein Lernen re.?" Ferner ist es schwer anzuuehmen, daß Rabbi Jakob in der Raturbctrachtung. in der Bewunderung der Werke des Schöpfers, ein Vergehen gefunden habe. Sind doch in der heiligen Schrift die herrlichsten Naturschilderungen enthalten; wir erinnern nur an den 104. Psalm ('-?: 'rna). wo im kleinsten Nahmen das Weltall in unvergleichlicher Schöne geschildert wird; fordern doch die Propheten viele Male den Menschen ans, Gottes schöne Welt zu betrachten, um von ihr auf die Größe und Herrlichkeit des Schöpfers zu schließen; haben doch unsre Weisen dementsprechend Scgcnssprüche vorgcschricben, die ohne Raturbctrachtung zu sprechen gar nicht möglich wäre! — Zum Trinen ist es sonderbar, daß Rabbi Jakob den Bibclvcrs nicht anführt, ans dem hcrvorgehen soll, daß ein Solcher den Untergang seiner Seele verschuldet. Was nun die zuletzt angeführte Frage betrifft, so meinen die Erklärer, Rabbi Jakob beziehe sich auf den 4. Vers des 30. Kapitels in Jjob, aus welchem unsre Weisen folgern, daß Derjenige ein großes Unrecht begeht, der bas Thora-Lcrnen unterbricht, um sich mit unnützem Geschwätze zu beschäftigen (Ehagigah!2b.). Rabbi Jakob führe ihn dcßhalb nickt ausdrücklich an, weil er ihn und seine Teurung als allgemein bekannt voraussetzen durste. Ter erwähnte Vers lautet: rrr Hy r-.Ha c-sapn can? a-ar.n mn. „Tie da Malwen zwischen den Bäumen pflücken und Grnstcnvurzel ist ihre Speise." (Vergleiche Raschi). Das Targum gibt diesem Verse eine andere Deutung: nach ihm ist nicht jrra die

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