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Der Israelit · 1887-06-20 · Heft 47 (20.6.1887) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 47 (20.6.1887)
Date
1887-06-20
Page
– (sequence 10)
Language
German
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84« jjüi'c rillt? t'f'iii x'tüuT Xi'vicr JUNOCr {'{Sfoniilti!! sinnigen funftaßllrn Gedenkblarte? aufs. Innigste erfreut. Mögt der Jubilarin vergönnt fein, noch viele Jahre zum Heile der leidenden wirken zu können. Frankfurt a. M.» l8. Juni. Im Anfang de? Monat? Februar d?. I?. erschien in der „Franksurter Zeitung" wie in anderen hiesigen Blättern eine Notiz über die von Leiten der Anverwandten de? verftorbcucn Freiherr« Earl von Rothschild beabsichtigte l^ründnng einer Bibliothek. Ta inzwischen die Ausführung diese? Blanc? um cm Bedeutende? vorgeschritten ist, so durste c? für da? Publikum von Interesse sein, schon jetzt etwa? Genauere? über die ganze Stiftung zu erfahren, wenngleich an eine Eröffnung de? bezcicknercrr Institut? in nächster Zeit noch nicht gedacht werden kann. Tic Stimuli] gehl au? von der vcrwitlwctcn Freifrau Earl von Rothschild und deren Töchtern. Sie soll dem Andenken de? verstorbenen Freiherrn Earl von Rothschild gewidmet sein und wird dcmgcmäst den osfiziellcn Ramcn „Freiherrlich Earl von Ro:hschild'sche ösfcntlkche Freibibliothek" führen. Tie letztere Bezeichnung ist in Rücksicht aus englische Institute von ähnlichem Eharakrer, sog. lY^e ries, gewählt. Ta? Bibliothclolokal benndel sich für die nächsten Jahre in der erneu Etage de? Hanse? Bethmanlislrasie Rr. 1. 26a? diejenigen Fächer bcnissl, welche in erster ^i:ne in der Bibliothek vertreten sein sollen, so beabsichtigt man. hauvtsächlich die.Kunstgeschichte, sowie die deutsche, französisch^ und englische Literatur vom Zeitalter der Reuaisiance an zu berücksichtigen und in dieser Beziehung die Bibliothek für wissenschaftliche An?bcn:e geeignet zu machen. Alle übrigen Fächer werden hauptsächlich durch die allgemeinsten oder wichtigsten Erscheinungen vertreten sein. Tabci tollen aber sowohl, wa? die Beschaffungen al? and) wa? die Benutzung der L^ibliothek betrifft, die Bedürfnisse de? Publikum? in liberalster Weite Bcrncknchtnng finden. Tcmgemäst wird zunächst die schöne Literatur bi? in die neueste Zeit zu jedwedem Zweck den Benutzern zur Berfügnng stehen. E? werden ferner nicht nur in einem Lesesaal die wichtigsten Encuklopädicn, Wörterbücher und Kompendien zunr ständigen (Gebrauch ansgestelll »vcrden. sondern ar:ch in einem ZcitsÄrlsrettzimnicr veriodischc Unterhaltung?- und Bclehrnngeschriftcn in reicher An?wah! sowie die wichtigsten Zcitungen zur freien Benutzung aufgelegt werden. Zur Tricntirnng über da? in der Bibliothek befindliche Material wird ein alphabetischer und ein svstcmarischer Katalog in Hand lichem Format im Lcsesaal zur Acrsügung strheu. Bei den lausenden Anschaffungen wird man den Wünschen de? Pnblikttni?, welche in ein Tcstdcrienbuch einzulragen sind, soweit irgend möglich Rechnung tragen. Tie Benutzung der Bibliothek in den Lcseränmcn wird Jedermann freistehen. Für die Entlcikmngen von Büchern nach Hanse werden die Bestimmungen so liberal, al? irgend thunlich, getroffen werden. Ta zwar für die inncrn wie für die äustcre» Einrichtungen der Bibliothek geraume Zeit erforderlich sein wird, andcrersei:? jedoch die Benutzung de? Institut? nicht allzu lange dem Publikum vorenthalten werden soll, so hat man beschlossen. am 2. Januar kommenden Jahre? die Bibliothek der öffentlichen Benutzung zu übergeben. Frankfurt a. Vi. Tein bisherigen ordentlichen Lehrer au der Realschule der i?raelitischen Gemeinde zu Frankfurt a. M. Adolf Tedl.-c ist der .königliche Kroneil-Srdett vierter Klasse verliehe:! worden. Ncmagcn, 6. Jnni. Gestern feierte der hiesige i?raclitischc Wohlthätigkcir?verein sein 7,0jährige? Stiftungsfest. Ter Bercin wurde zu einer Zeit gegründet, wo nur durch feste innere Gliederung da? Judcnlhnnl sich gegen äustcre unduldsame Anfechtungen schützen konnte, und hat durch sein energische?. tharkräflige? Wirken wesentlich zur geistigen und materiellen Hebung der Juden in hiesiger Gegend bcigetragen. Er war auch kn hiesiger Gegend der erste derartige Verein, welcher die Heranbildung armer jüdischer.minder zu Handwerkern zu seinem Hauptzweck machte und hat in dieser Hinstcht trotz seiner beschrankten Mittel reiche und schöne Erfolge erzielt. Ta? heutige Fest, welchem fast sämmtliche Mitglieder nebst ihren Tamm sowie viele Freunde und Gönner de? Verein? beiwohnten, verlies in der glänzendsten Weise. Rach erfolgter Begrüstung der Gäste im Fcstlocal und startgchabter ordentlicher Generalversammlung begann der FestgorrcSdieust. Tie prächtig geschmückte Synagoge konnte kaum die Anzahl der Fcfnhcilnchmer fassen. Rach einleitenden Gesängen und Gebeten folgte eine Todrenseier zum Andenken au die dahmgcschicdcncn Rlirglieder. Hieran reihte sich die schwungvolle, tiefempfundene Festrede de? Tbcrravöincr? Tr. Wcdcll au? Tüsse!- dors. Ta? hrcraunolgende Festmahl verlief in glänzender Weife. Ta? in allen Thcilcn gelungene Fest wird allen Berheiligten noch lange in Erinnerung bleiben. Möge da? segensreiche Wirken de? Verein? in immer weiteren .Kreisen, erkannt und unterstützt werdend

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