Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 47 (20.6.1887)
- Date
- 1887-06-20
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XXVHL Jahrgang. Beilage zu Nr. 47 des Israelit. Leitender Artikel. Literarischer Bericht. 'Mir* riNSn ted, anschließend an jede Sidrah des Pentateuch. Von Rabbiner 9. Hirsch, Sechs haus, Wien. Im Selbstverläge des Verfassers. Wien 5647. Wie der Verfasser in der Vorrede mitthcilt, hat ihn die antisemitische Bewegung veranlaßt, das vorliegende Werk zu verfassen und herauszugcbcn, um namentlich die Verleumdungen gegen den Talmud zu widerlegen; zu gleicher Zerr war cs auch fein Wunsch, auf die eigenen Glaubensgenossen belehrend zu wirken. Ter erste Zweck kann nur mittelbar erreicht werde», da das Buch in hebräischer Sprache geschrieben ist. Einwendungen, wie sie sowohl gegen das schriftliche Wort als auch gegen die talmudischc Aussanung depelben von Kritikern, Philosophen, von den Naturwissenschaften, so wie auch dem sogenannten gesunden Menschenverstande erhoben zu werden pflegen , widerlegt der Verfasser in geistreicher Weise. Immer sucht er die Fahne der heiligen GottcSlchre hoch zu halten nnd sie gegen alle Angriffe zu vertheidigen. — Wir wünschen dem trefflichen Buche die weiteste Verbreitung. — Zeitungsnachrichteu und (Korrespondenzen. Deutschland. Von der badische» (Kreuze, 12. Juli. Tie israelitische Gemeinde in Großcichholzheim feierte vorgestern die Einweihung ihrer neucrbautcn Snuagoge. Tie Gemeinde hat große pekuniäre Opfer bringen müssen, desto größer war nun auch die Freude über daS gelungene Werk. Ter Bczirksrabdincr, Herr Tr. Löwcnstein aus Mosbach, hielt die Einwerhungsrcde; an dem feierlichen Akt bctheiligten sich überdies die Spitzen der geistlichen und weltlichen Behörden des OrtS nnd Bezirks. Berlin, l3. Juni. Ein erfreuliches Bild von den Fortschritten eines überaus wohlthätig wirkenden Vereines entrollte die Generalversammlung des! Vereins -Esra", die am 15. Mai in Berlin statt- 1 fand. Derselbe hat bekanntlich die Unterstützung der in Palästina Ackerbau treibenden Juden auf seine Fahne geschrieben und um diese schon zahlreiche Freunde gcsamnielt. Beinahe 1000 Mitglieder gehören dem Vereine bereits an, eine in Anbetracht der Jugend des Vereins schon recht beträchtliche Zahl, und, da diese Mitglieder über ganz Deutschland verbreitet stnd, so ist auch die Betheiligung von ca. :joö Mitgliedern durch gewählte Vertreter für die Generalversammlung sehr erfreulich, um so mehr als eine große Anzahl anderer Mitglieder auf eine eigene Vertretung verzichtet hatten, indem sie ihr Vertrauen zu der Leitung des Vereins' aussprachen. In der Generalversammlung selbst wurde, nachdem der Vorsitzende H. Mclln Bericht über das verfiolicuc Geschäftsjahr erstattet hatte, auf Antrag der Revisoren dem Eentral-Eomir«; Tccharge ertheilr nnd für die nach den Statuten ausscheidenden Mitglieder des Eentral-Eomitös und der Revisionskomminion die nölhigcn Neuwahlen vorgenommcn. Zum Vorsitzenden des Vereins wurde Herr Rittergutsbesitzer Max Itzig gewählt, der mit dem Intercpe für den Verein gleichzeitig die fachmännische Zkcmitniß des Ackerbaues verbindet und in hiesigen M reifen großes Ansehen genießt. Nachdem die Versammlung einige geringfügige Statutenänderungen vorgenommen, beschloß sie noch eine größere Summe wieder für eine von dem Ecntral- Eomitst noch näher zu bcstimmcndeEolonie abzusenden. Tic Delegieren, die an dieser Generalversammlung Thcil genommen haben, werden ihren Wählern nur Gutes von dem Gedeihen des Vereins zu berichten wissen und der Erfolg dieses Jahres berechtigt zu der Erwartung, daß auch in Zukunft die Entwickelung des Vereins gleich günstige Bahnen innchaltcn wird. Berlin. Ein seltenes Fest feierte vor einigen Tagen Frau Rosalie Fricdlönder, geb. Iacody. Ticselbe konnte als Ehrendame des jlrarkcnhauscS der jüdischen Gcniciude, dem sie seit dessen Bestehen angchört, auf eine sünfundzwanzigjährige ununterbrochene Thätigkcit zurückblickcn. Tie betagte, durch ihren Wohlthätigkeitssinn in weiten Streifen bekannte Tame wurde gelegentlich dieses Tages von den Vorstandsmitgliedern und den Ehrcndamcn der Anstalt in ihrer Wohnnng begrüßt nnd unter Heber-