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Der Israelit · 1887-06-20 · Heft 47 (20.6.1887) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 47 (20.6.1887)
Date
1887-06-20
Page
– (sequence 6)
Language
German
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842 machte. Es wurde daher auch wirklich nach den cgyptischcn Häfen allein ein drittel bei in Palästina erzeugten OclS ausgeführt. Was dann die andern zwei Drittel anbclangt, so haben sie für den Localbedarf gedient oder sie sind in den Seifenfabriken von Jerusalem. Gaza, Nablus, Lydda und Hebron verbraucht worden. Die Anzahl der Seifenfabriken in Palästina wird sich jetzt auf ungefähr 40 belaufen und erzeugen sie jährlich 40,000 bis 42,000 Ecntner Seife, von der der Ecntner im Durchschnitte mit 70 Frcs. bezahlt wird. Lbwohl nun die primitiven Vorgänge dieser Industrie ihr nicht erlauben der Seife jenen schönen Anschein zu verleihen^ womit die europäischen Fabrikanten ihre Maaren, wenn auch oft nur um zu täuschen, ausstaucn, indeß wird die innere Qualität der palästinensischen Seife bei weitem höher geschäht als die in Europa erzeugte besitzt. In Wirklichkeit wird nämlich zur Erzeugung der Seife mit Ausschluß eines jeden Fettstoffes ebenso auch des Talgs und des Oleins nur Qlivcnöl verwendet und zwar in der Weise, daß, wenn das Produkt dadurch auch schon au Aroma, an Reinlichkeit und an Farbe verliert, so ersetzt es wieder andererseits durch reelle Eigenschaften den Glanz, den die europäischen Seifenfabriken durch verschiedene chemische Mischungen und metallische Beigaben ihrem Erzeugnisse zu verleihen wissen. In Palästina wird überhaupt mit Ausnahme einer sehr kleinen Quantität von Lmnsseifc, die mit Noscncsscuz oder Moschus ungemein stark aromtinrt ist und von den Pilgern als Erinnerung an das heilige Land hcimgebracht wird, und die auch in den Bazars des Orients feilgcboleu wird, ausschließlich nur Seife für den gewöhnlichen Hausbedarf erzeugt. Ter locale Verbrauch von Lcl ist unbedeutend, da die eingeborene Bevölkerung cs Vorsicht als Bcfettungsmittel auch Scsamöl oder eine ans Margarin erzeugte Butter, die einen ranzigen Geschmack hat und von einer sehr niedrigen Qualität ist und die man gewöhnlich aus Rußland oder Oesterreich importier, zu verwenden. Die Unterhaltung der Lampen in verschiedenen Gotteshäusern des heiligen Landes und in den europäischen Wirthschafteu daselbst, bildet nun einen Hauptabsav für das Ocl. Tie Etablissements von GiSne, Icrusalcin und Jaffa, welche die fremdem Eolonistcn gegründet, haben sehr viel zur Verbesserung und Verfeinerung der Oclcrzcugung bcigctragcn. Zwei oder drei aus der Provence cingcwandcNc Industrielle sind glücklich dabei augelangt bei der Ocliabrication die Gewohnheiten ihrer Hciniat anznwcrrdcn und das Oel. das sie nun nach Egypten und Syrien schicken, ist ohne Widerspruch eines der besten und der vorzüglich st gereinigten der Türkei. Ich glaube, schreibt nun Herr Ledlour weiter, daß die fran.zösischen Fabrkcanten gar nicht schlecht dabei fahren würden, wenn sie daS palästinensische Oel zu ihren Mischungen benützen wollten. Die Mäßigkeit de» Einkaufspreise» in den guten Jahren, die Leichtigkeit und die Häufigkeit der Secverbindungcn mit Marseille und die Billigkeit der Frachten scheinen bei solchen Unternehmungen einen beträchtlichen Gewinn schon im Vorhinein zuzusichcrn. Ta das mittlere Enrägniß der Olivcnernte 70,000 bis no.ooo Ecntner liefert, so kann man annchmen, daß davon 20.000 bis 25,000 Ecntner zur Ausfuhr disponibel sind, wobei der Preis je nach dem Bedarf zwischen 50 und 70 Francs schwankt. Uebrigcns entfalten sich die Olivenpstsnzurrgen von Jahr zu Jahr erfreulicher, wobei die Beschaffenheit des Bodens sie ungemein begünstigt. Auch dem indolenten Eharaktcr der Bevölkerung sagt diese Art von Eultur, welche nur wenig Arbeit erfordert, ungemein zu, verschafft ihr auch eine gute Einnahme und verhindert sie durchaus nicht das Terrain. das die Olivcnvflanzungen cinnchmcn, nebstbei auch noch durch den Anbau von Gerste, Sesam und Getreide gehörig auszunützen. Tie Olivcncrnrc erfolgt immer im Octobcr und November und gibt so den Frauen und Bindern der Eigenthümer der Olivcnpslanznngcn eine recht schöne Beschäftigung, da sie um diese Zeit keine Arbeit auf dem Felde vorzunehmen haben. Auf die Ernte folgt dann gleich daS Bearbeiten des Bodens, den der vorhergcgangcne Regen dazu schon gehörig vorbereitet hat, worauf dann sogleich die Aussaat folgt, welche nun die Jnaugurirung des nächsten Fcldbaujahres bildet. Die Convcrtilin. Friedrich Rott. (Fonsetzung.) Tief aufathmcnd zögerte Marina noch einen . Augenblick, dann pochte sic entschlossen an die Thür.

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