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Der Israelit · 1887-06-20 · Heft 47 (20.6.1887) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 47 (20.6.1887)
Date
1887-06-20
Page
– (sequence 5)
Language
German
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841 Revision der Judcngesetze ihre Enquete und arbeitet jetzt ein dem Minister des Innern vorznlcgcndcS Referat aus. Da der Aufenthalt ^dcr Juden in Suiu uuClviiiyS vC£t &««&?*£ Sd/tDlCri^fcitC“ bereitet, ersucht dos dortige Börfencomite die Regierung, die in Baku wohnhaften Juden dort zu belassen. Türkei. Salouichi, 10. Juni. TaS hiesige Lokal- Comiie der „Alliance Jsraclile" vcrösscnrtichl jetzt einen Bericht über die von der Alliance in unserer Stadt unterhaltenen Unterrichtsanstallen. Wir besitzen nämlich jetzt drei solcher Schulen hier, eine für Knaben, eine für Mädchen und eine Kinderbcwabr-Anftalt. In den obcrn Klassen der Knabenschulen haben die Schüler sich ein schönes Wissen aus der Geschichte. Geographie, Arithmelik. Buchhaltung und den Naturwissenschaften erworben und schreiben sie auch so ziemlich geläufig französisch und italienisch, hie und da auch türkisch und griechisch. Diese Schule wird jetzt von 295 Zöglingen, von denen 145 zahlen und 150 vom Schulgelde befreit sind, besucht. Unter diesen Zöglingen befinden sich auch sieben Katholiken und zwei Griechen. Tie Zöglinge der Mädchenschule erhalten eine für die häusliche Wirrhfchafl geeignete Erziehung. Sic lernen Französisch, Italienisch, Geschichte, Geographie, Arithmetik und Raturwinenschaften, dann Kochen, Stricken, Sticken und Nähen. Es gibt dort im Ganzen 207 Schülerinnen, von denen 125 zahlen, die übrigen aber vom Schulgelde gänzlich befreit sind. In der Kinderbewahr-Ansialt werden die Zöglinge in den verschiedenen Körperübungen, dann im Singer: im Ehor und dem Recinren von Gedichten cingcöbt. Es gibt dort 180 Zöglinge, 56 zahlende und 124, die vom Schulgelde befreit sind. Was die Lehrer an allen diesen drei Schulen auöclangt, so sind ihre Leistungen über jedes Lob erhaben, und genießen sie daher auch die Achtung aller Gemcindcnritglicdcr. Tic Zöglinge sind ihrer Lehrer würdig, und kaum haben sic die Schulbank hinter sich, so finden sie auch schon eine panende Anstellung. Während des Schuljahres 1885-86 haben 74 Schüler die. Schule verlassen, von denen 25 Anstellungen in fremden Geschäftshäusern fanden, 19 bei ihren eigenen Eltern ins Geschäft traten, 15 sich in höheren Schulen cinschrcibcn ließen, während die übrigen Salonichi verließen und sich nach Konnantinopel gewendet haben, um dott ihre Studien fonzuseken. Ader alle diese Schüler, mögen sic später Geschäftsleute, Handwerker, Lehrer, Reisende oder waS immer werden, so bewahren ne ein dankbares Andenken dem Gründer dieser drei Schulen, Dr. Moise Allariu», dessen Namen mit GoldleUern in die Jahrbücher unserer Gemeinde eingetragen zu werden verdient. Leider betragen die Gesammteinnahmcn dieser drei Schulen blos 58.696 Francs, so daß sie gegen die Auslagen bedeutend Zurückbleiben und so auch ein-respektables Tcncit ergeben. Auch die vom Baron und der Baronin Hirsch hier gegründete Haudwcrkcrschule liefert die besten Resultate, da sic eine beträchtliche Anzahl von Handwerkern heranbildct. Außer diesen Schulen haben wir noch eine Talmud-Thora, die 1135 Schüler zählt und unter der Leitung des Rabbiners M. Lttolcnghi sicht. Tie Ueberwachung dieser Schul: ist einem Eomitö von Gcmeindcmitglicdcrn anvertraut, an dessen- Spitze der Rabbiner Jacopacci Eora steht. Schließlich besitzt die jüdische Gemeinde von Salonichi auch noch eine Kunstschule, die 1883 gegründet wurde und die heute. Dank der materiellen Unterstützung. die ihr die Herren EharlcS Allatini und Lcvi Modrano gewähren, höchst erfreuliche Resultate liefert. Tie italienische Regierung unterhält bekanntlich für ihre Eolonie in Konstantinopcl eine eigene Schule, zu der auch die Juden Zutritt haben. Zum Tbcrlchrcr dieser Schule wurde Herr M. Pinchcrle ausRom cruaunr. Die Familie Pinchcrle gehört zu den gcachtctstcn der jüdischen Gclneindcn in Triest, Rom und Bcnedig. Palästina. Jerusalem, ini Mai. n ps. Der hiesige französische Eonsul. Herr Lcdlour, hat seiner Regierung folgenden Bericht über die Tlivcncrnte und Scifcnfabricaliou des heiligen Landes im Jahre 1*86 cingcscndc:: „Die Tlivcncrnte, welche eine der Hauptcinnahmen Palästinas bildet, hat 1886 nicht den Honnungen entsprochen, zu denen der Stand ihrer Blüthe berechtigte. Das Erträgniß der Telfabrication hat nämlich 6500 Eentncr nicht überschritten, wobei der Werth dcS EentncrS auf dem Platze mit 60 bis 65 Francs berechnet wurde. Tic obligate Folge der Abnahme der Telvorräthe war nun, daß eine Hausse hervorqcrufcn wurde, welche die Tclausfuhr, wenn auch schon nicht unmöglich, so doch wenig lohnend, machte. Egnpten allein konnte in Folge der Nachbarschaft seiner Häfen sonsctzen, sich in Palästina mit Tel zu versorgen, weil cs bei der Fracht relative Ersparungen

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