Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 47 (20.6.1887)
- Date
- 1887-06-20
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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freut sich seines Sohnes, der nicht das ganze Taschengeld zum eigenen Gebrauche verwendet, sondern davon zurückgelcgt hat, um dem geliebten Vater eine sreude zu machen; er nimmt das Targcbotcne als Geschenk und nicht als Rückerstattung an. Zu diesem Gedanken erbringt sich Rabbi Elasar einen Beweis aus der heiligen Schrift. David sagt nicht: T? intnn tto tcr: -pa c „denn von Dir kommt Alles, und von Deiner Hand haben wir es Dir zurück erstatt et,- sondern i:ru haben wir Dir eS gegeben, geschenkt, denn Du in Deiner Gnade siehst eS so an, wie wenn wir Dir cS geschenkt hätten. So lehren auch unsere Weifen (in der Peßiktha zu 5. B. M-, (5. 14, B. 22): Es heißt in der heiligen Schrift Mischle E. 3, B. 9): izyr.z t*?x i;na ba, -j'r.c r« 122 „Ehre Gott mit dem, womit Er dich begnadigt har." Der Heilige, gelocht sei.Er, spricht gleichsam: „Ehre Mich von dem. was Ich Dir verliehen habe; du bist gleichsam mein Haussohn und besitzest nur. was Ich Dir gegeben habe; gib Mir von dem Mcinigen." So heißt cs auch (Ijod 41): „Wer wäre Mir zuvorgckommcn, so daß Ich ihn bezahlen sollte? ttönntcst du an deinem Kinde das Gebot de: Bcschneidung vollziehen, wenn Ich Dir nicht znvor einen Sohn gegeben hätte, könntest Du eine Mcsusah an deiner Wohnung, ein Geländer an deinem Dache anbringen, wenn Ich dir nicht zuvor ein Haus gegeben hättet könntest du die Erstlinge deiner Heerdcn darbringen. wenn Ich sie nicht hätte geboren werden lassen? könntest Tn Mir den Zehnten Deines Getreides weihen, wenn Ich es nicht hätte wachsen lassen?" Nicht allein unser Besitz stammt von Gott, auch wir selbst sieben in jedem Augenblicke in Gottes Hand. Lhne Seinen allmächtigen Schutz wäre unser Leben unzähligen Gefahren ansgesetzt. Gott ist unendlich reich und könnte selbst, wenn Er wollte, die Armen und Elenden mit allem Nölhigem versorgen, wie es heißt (Psalm 136. B. 25): v*cn zhvfi '2 ira cr6 -,n: „Er gibt Brod allem Fleische, ewig währet Seine Güte." Allein, Gott wählt gute Mensche» zu Seinen Boten, um sic zu beglücken und zu erretten. wie es heißt (Mischle E. II, V. 4); nc? ^sn nptsi .*rcy cr2 \n b'y? t<b „Nicht wird nützen Reichthum am Tage des Zornes, aber Woblrhun wird vom Tode erretten." — Die Trauung der Tochter des damals schon sehr reichen Rabbi Aliba fand im Garten statt. Während derselben zog die Braut eine goldne Nadel, die ihr lästig fiel, aus" ihrem Kopfschmuck und steckte sie, ohne sich umzuschauen, hinter sich kn die Gartenmauer. Nachher Vermißte sie die Rade! und ließ sie holen. Da fand man, daß eine giftige Schlange von der Nadel durchbohrt war. Als Rabbi Akiba das sah, sprach er: „Meine Tochter, hast du vielleicht etwas GuteS gethan?" — „Daß ich nicht wüßte," sagte die junge Frau. „Gestern Abend, alS wir an der Festtafel saßen, erschien ein armer, elend aussehender Greis an der Pforte, und Niemand achtete sein. Da stand ich aut von meinem Ehrenplätze, eilte an die Thüre, führte ihn herein, wieS ihm einen Platz an der Tafel an. gab ihm zu essen und zu trinken und reichte ihm ein Geldgeschenk. Aber das ist ja nichts Besonderes; ich habe ja nur meine Pflicht gethan." — „Meine Tochter," sprach da der große Weise, „an dir hat sich erfüllt der Ausspruch des weisen Königs: Nicht wird nützen Ncichthum am Tage des Zornes, aber Wsblthu» wird retten vom Tode, nicht nur vom Tode im Jenseits, sondern schon hier auf Erden. Wem da bestimmt ist, durch irgend einen Unglücksfall sein Leben zu verlieren, so wird Wohlthu» ihn retten. Auch dich, meine Tochter, hätte dieses giftige Reptil getobter, wenn nicht Gott deine Hand geführt, um dein Leben zu retten, weil du jenes Armen dich erbarmt hattest." So lehren auch unsre Weisen (Baba Bathra 10): Rabbi Iizchak sagte: Was bedeutet der Vers: 11221 S C'Ti NS2*, 12M np'i rZHI „Wer nach Wohlthun und Licbcslhaien strebt, wird finden Leben, Wohlthun und Ehre" (Mischle E. 21, V. 21.) Was soll das heißen: Wer nach Zedakah strebt, wird Zedakah finden? Das will dir sagen, daß Jeder, der darnach strebt, seinen Mitmenschen Gutes zu erweise», vom Heiligen, gelobt sei Er. die Mittel erhält, Gurcs thun zu können! er wird finden Leben, denn daS Wohlthun errettet vom Tode; nicht kleiner wird sein Vermögen durch die reichen Gaben, die er den Armen spendet, sondern Gott wird ihn so beglücken, daß er stets reichere Gaden zu spenden vermag, und so wird er hochangcsehen sein in den Augen der Menschen, die in ihm den Wohlthäter der Armen verehren, den Mann, den Gott zu Seinem Boten avöersehe» hat. — (Forsctzung folgt.) Zeitirngsnachrichten nnd (Lorrespondeuzeu. Oesterr.-Ungar. Mvnarchie. P. Nameny» 10. Juni. Bischof Karl Szäß hat auf seiner jüngsten kanonischen VisirationSreife unter Anderem auch die Gemeinde Felfö-Nyök be-