Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 47 (20.6.1887)
- Date
- 1887-06-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXVIII. Jahrgang. M 47. ei« GenLrat - Organ für das orthodoxe Iudenthum. Hcrausgcgebcn von Dr. Lehman» in Mainz. Montag, den 20. Juni 5647 (1887). Leitender Artikel. Die Sprüche der Kater. Drittes Buch. XYIH. Bad Homburg, 16. Juni, nrwr 'hxrz 'h ]n -mx wr*] irx 'n ben 7:0 o (o*2 'n n"~) -e*.x nvs t.~3 pi £2* 721 *JW TT21 „Rabbi Elasar aus Barthotha pflegte zu sagen: Gib Ihm von dem Scimgen, denn du und das Tcinige gehören Ihm, und so heißt cs auch bei David: Tenn von Dir ist Alles, und von Deiner Hand geben wir Dir." Der Autor unsrer Mischnah war ein Schüler des Rabbi Iosua den llhanauja und der Lehrer des Fürsten Israels, Rabbon Lchimcon ben Gamlicl II., des Vaters von iiiabbi. Lein voller Name war Rabbi Elasar ben Jchuda aus dem Torse Barthotha. Nicht nur seine große Gelchrsaiulcit hat ihm unsterblichen Ruhm errungen, sondern auch seine unbegrenzte Wohlthätigkeit. Wenn sür einen wohlthätigcn Zweck gesammelt wurde, so gingen ihm die sammelnden Lorüchcr sorgsältig aus dem Wege, weil sic fürchteten, er möchte mehr geben, als seine Mittel erlaubten (Dhaanith 24). Wir ersehen daraus, daß er im Leben den hier von ihm ausgesprochenen Grundsatz auf das Glänzendste bethätigte. Tie Sentenz, welche Rabbi Elasar aus Barthotha hier aussiellr, erscheint sehr einfach. Daß wir selbst und Alles, was wir besitzen, dem allmächtigen Gott, unsrem Schöpfer und Bildner, unserem Erhalter und dem Lenker unsrer Geschicke angchörcn, und daß wir alles Gute, das wir zu thun im Staude sind, zuvor aus Seiner Hand empfangen haben müssen, ist klar und Jedem einleuchtend. Wozu also braucht der Weise zur Erhärtung dieses unbestreitbaren Grundsatzes einen Beweis aus der heiligen Schrift bcizubringen? Unsre Wessen erzählen, daß unser Vater Abraham die Gastfreundschaft, die er in so großem Maßstabc übte, dazu benützte, die Menschen zur Goncserkenntniß zu führen. Wenn ein Fremder im Zelte Abrahams sich erquickt und gesättigt hatte, so wollte er dem edlen Gastgeber feinen Dank aussprechen. Abraham aber lehnte diesen Dank ab und pflegte zu sagen: „Nicht mir sollst du danken. Ich bin nur von einem großen und vornehmen Herrn zum Verwalter dieses Besitzes eingesetzt, den er mir anvertrant hat. Er hat cs mir zur Pflicht gemacht, davon meinen Mitmenschen mitzuthcilcn." — Tann fragte der Fremde: „Wer ist dieser hohe Herr?" — Und Abraham sprach: „Es ist der allmächtige Gott, der Schöpfer von Himmel und Erde."' — Der Fremde rief dann begeistert aus: „Gepriesen sei der Gott Abrahams!" Wir ersehen daraus, daß wir unfern Besitz nur als auvenraurcs Gut betrachten dürfen. Demnach hätte Rabbi Elasar nicht sagen sollen: 6 in 17272 „gib Ihm von dem Seittigen," sondern *mn 17272 iv „erstatte Ihmzurück von dem Scinigen." Mit dem Worte in „gib" aber deutet er uns an, daß der allgütige Gott in Seiner Gnade die Almosen, welche wir den Armen geben, so bettachtct, wie wenn wir Ihm ein Geschenk gemacht hätten: gerade so wie der Vater, dem sein Söhncheu von seinem ersparten Taschengelde zu seinem Geburtstage z. B. ein Geschenk macht, um das Vaterherz zu erfreuen, nicht sagt: „Thörichter Knabe, wozu brauchst du mir zu schenken von dem Gelde, welches ich dir gegeben habe? WaS ich haben möchte, könnte ich mir ja selber kaufen!" Nein, der Vater