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Der Israelit · 1887-06-16 · Heft 46 (16.6.1887) · page 27

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 46 (16.6.1887)
Date
1887-06-16
Page
– (sequence 27)
Language
German
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143 Ame (oder 8.) Rab Asse,*) welcher in Liberias dreizehn Schulen gehabt haben soll, unter dem tunkten liegt Schilu, ein gefeierter Rabbiner ans Posen, der vor 300 Jahren gewirkt habe. Für das sechste Grab erfuhr ich keinen Namen. Die zwei kleinen Stein wälle können indessen kaum Gräber genannt werden. Sie mögen Denkzeichen sein, die man über den Begräbnissstätten zweier Lehrer errichtete. Etwas weiter bergwärts folgt die ralte Cartctschikcbestehend in einer rothen Steineinfassung und Trümmerhaufen. Diesem defekten Zustand verdankt wohl der Platz das Epitheton „alt*. Wenn wir die erste Gruppe damit vergleichen, so darf man sie allerdings neu nennen. Nach meinem Gewährsmann liegen hier begraben Rab**) Bareina und Rab Hauanel, beide Schüler des Raf, eines h ichgefeierten Lehrers zu Antoninus Pius' Zeiten. Der Talmud erzählt über denselben, er habe den genannten Kaiser in der jüdischen Religion unterwiesen. Von Sepphoris aus sei der hohe Schüler in einem unterirdischen Gange nach Tib erias geeilt, um seinen Lehrer zu hören. Ein Schrift kundiger Jode identiticirte (?) Rom, „wo Antoninus lebte-, frischweg mit der lluiuenxtätte Rume, nördlich von Sefurye. Fünf bis zehn Minuten weiter oben am steilen Abhang, neben der Telegraphenleitung nach Nazareth, stossen wir auf ein schlechtes Gemäuer, welches Rabbi Akiba's Grab bezeichnen soll. Zwischen diesen Platz und die „alte Corletschikc* werden noch folgende Gräber verlegt, von denen man freilich keine Spur mehr gewahrt. Rab Chije's, welcher im 2. Jahrhundert gelebt habe, seiner Söhne H e s k i e 1 und Judan, ebenso des gleichzeitigen Itah Elina. Im erstgenannten sehen die Juden einen Davi- Lnter dem Westthor des Städtchens, um nochmals dorthin zurückzukehren, sieht man eine horizontal liegende Säule tief im Boden stecken. Unter ihr liege der Talmudist Rabbune (soll heissen: Rab llnnna. 8.) Das sind die einzigen Bauten und Reste, welche unmittelbar westlich von Tiberias sich finden. Keine Trümmer ragen über den Boden. Bei seiner auch in den unteren Partien ziemlich starken Neigung ist es sogar wahrscheinlich, •lass diese Strecke niemals bebaut war. Vielleicht fand jedoch das hier gefundene Material bei Errichtung der Ringmauer Verwendung. Wenden wir uns nun nach dem südlichen Tlieile unseres Amphitheaters. Verfolgt man die •) Diese beides Namen worden mir immer als einer einzigen Person angeboren«! genannt, (wasaber, wiesehon jedem Talmudsebüier bekannt, unrichtig ist. -S.) **) Von den Juden gesprochen Kaf. Ihrem b gehen sie bald den Laut eines scharfes /, bald eines | Strasse, so stösst man wenige hnndert Schritt« j von dem Breschenthor entfernt auf den jüdischen | Begrübnissplatz, der heute noch als solcher dient, j Hinter ihm dehnt sich ein steiniges Terrain aus. i Kleinere Basaltstücke, welche sichtbar die Spu- | ren von Bearbeitung an sich tragen, liegen bald I einzeln, bald haufenweise da, immerhin halb im j Boden versteckt und von Gestrüpp überwuchert.! Eine starke, ungefähr quadratische Mauer von i circa 2 m. Höhe mit einem östlichen Eingang I scheint der Rest eines kleinen Chans zu sein, j Das Material ist-Basalt. Etwas weiter südwest- | lieh, um ein ziemliches höher gelegen, steht die i dschami, vm Arabern und Juden so genannt i Es ist aber nur eine Moschee von den beseheij densten Dimensionen. Eine geweisste fernhin i sichtbare Kuppel deckt den würfelförmigen! Unterbau. Als Gebetsort dient sie nicht mehr.; Das Innere ist nackt, wenn auch im Ganzen j unversehrt. Die Gebetsnische in der südlichen! Wand timt sofort die Bedeutung des Baues kund, i Rechts von der Thürööhüng. im Norden steht i eine kufische Inschrift zu lesen, deren Abklat- scliung mir leider nicht gelang. Im Raume selbst I liegen noch zwei Bruchstücke einer solchen, i ferner zwei Marmorplatten, welche mit der vielj verschlungenen jüngeren Schrift bedeckt sind. Vor dem Eingang ist ein dachloses, hofartiges ' Gemach. Ein westlicher Raum beherbergt eine! arme Familie. Die Araber sagen, das Gebäude I sei von einer Frau gestiftet worden. Sie nennen i sie Sitte Aknie. Die Juden wissen, dass die : Gattin Akiba's darin ihr Grab habe. Auch | soll Nabal, der Manu der Altigail, hier i Bergwärts liegen in unmittelbarer Nähe i zwei starke Säulen aus röthlichem Granit. Einige i kleine Basen und Fragmente von Capitälen sind j im Vurratim der dschami aufgestellt, i Seewärts schliesst sich der muslinische Fried-! hof daran, mitten in einem wüsten liäkerigen j Trümwerfclde. Nichts Charakteristisches tritt i aus demselben hervor. Wiederum bietet es meist! unscheinbare kleine Basaltsteine. Im Süden erhebt sich schroff der sogenannte; Herodesberg. Seine Front ist felsig. Einige - unzugängliche Höhlungen geben ihr ein interes-! santes Aussehen. Nordwestlich davon tritt ein I ebenfalls sehr steiler Hügel aus dem Abhänge i des Bergplateaus hervor. Zwischen beiden Er- : hebungeu liegt ein schmaler, aber tiefer Wadi! mit Regenbach. Steigen wir denselben hinan, so! begegnen uns bald zwei starke Mauerstücke.; Ihre Längsrichtung geht quer über das Thal-' I dien. . Sie scheinen wenigstens in ihrer oberen j Partliie, ehemals verbunden gewesen zu sein.! Von den Einwohnern wird versichert, sie hätten; eine Wasserleitung getragen. Deutliche Spuren j eines Kanals konnte ich nicht mehr sehen. Zur - Liuken geht der Fels in eine jähe grasbewach-

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