Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 46 (16.6.1887)
- Date
- 1887-06-16
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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- Oman 1× ep/1047563
- Rabat 1× ep/1045497
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822 baß es auch nicht nöthig ist. bczw. daß ihr die Transformirung der Ausländer in „Fremde" ziemlich fest zugcsagt wurde, und daß die Bekanntmachung des Generalkonsulats mehr Formsache ist, auf deren nicht sehr weite Verbreitung von vornherein gercchnct werden kann. Was oder die „gute" materielle d. h. pekuniäre Lage der Israeliten anbetrifft, die ihnen die Erlangung des österreichischen Bürgerrechts möglich mache, so ist cs eben blos die alte Leier „die Juden und schlau", „die Juden haben Glück". „die Juden sind reich", über die wir uns nicht aufznhaltcn brauchen. Diese, und die Absicht, der Negierung ein Bein zu stellen, sind es, welche den „Resboiul" den seit IST« aus Null gesunkenen diplomatischen Einfluß Tcstcrrcichs :c. „größer" und statt der bisherigen Lchrrtzgeuofsc» wirkliche Bürger lornrnerr sehen läßt, die doch übrigens keine größeren Rechte und keinen andern Schurz genießen können, als cs auch mit den Lchutzgcnvmn und den schon vorhandenen Ocstcrrcich-Gcborcncn bis jetzt geschah. Wir Israeliten aber, die wir am besten wissen, wieviel Elend in unserer Mitte herrscht, wir rumänischen Israeliten, die wir am besten wkn'e«, was nach den „ökonomischen" ftcicucn, besonders feit 1880, vom israelitischen Wohlstand in Rruiänien übrig geblieben ist, wir wisscu auch, dev die ucucstc Gefahr nur die Israeliten allein trifft. Tenn, wenn diese von derKouveuiion nicht erfahre» und wenn sic nicht im Stande sind, wenigstens zu versuchen, derselben nachzukommcn (dazu gehört rveut. zunächst die Reise nach jener Stadl, wo die Ausnahme als Bürger uachgefucht wird), dann find sie „Fremde" geworden, und was das bedeutet, wissen wir schon zur (Genüge. Tie Lösung der neuesten Frage, wie sie der „Resboiul" vorschlägt, d. h. die Erleichterung von Naturalisationen der „Snditcn", ist allein der Beachtung wcrth: schade nur, daß cs ein Borschlag bleiben wird, U’cil er von einer oppositionellen Heilung ausgeht. Tic Regierung denkt keinen Augenblick daran, eiuzuschen, daß cs im wohlverstandenen Landcsintcrclie ist, eine Bevölkerung, die sie selbst, mit Gewalt und ohne Unte» schied, als „Fremde" und als feindselig lnnstcllt, durch Mittel der Güte, zu Einhclmischen und wohlgesinnt zu machen. Vielleicht aber wird es die Furcht vor der Furcht bewirken, daß, wenn auch nicht gerade die Richtigen, so doch wc- »igstcus ein Thcil von cincul Thci! der in Rumänien lebenden Israeliten von dem Ldium und den Rachthcilcn des Fremdseins befreit werden, wenn die Betroffenen es nicht vorzichcn oder ermöglichen, sich dis zum I. Januar .18*8 in der Weife zu helfen, wie ich voriges Mal nahcgelcgt habe. Tic nächste Zukunft wird uns über das Eine oder daS Andere Aufschluß geben. — Ein Provinzialblatt bringt die Mirrbeilung von einer Dorfkirche, welche mit 3tcincii bekleidet ist, die hebräische Lchristeingrabungen tragcn und wundert sich, wie „sowas" l solche Profanarion der Kirche!) möglich. Run, ich wundere mich darüber nicht; cs ist eben nicht die einzige Kirche in Rumänien; die zu ihrem Ausputz Leicheustcinc sich von zerstörten israelitischen Friedhöfen au eignete. Es ist gar nicht weit her, 1872, daß der ältere Friedhof in 3t oman ohne Grund, ohne Appell und ohne Entschädigung von Polizei und Sladl aus dcvastirt und zu einem Lradtgarten mngkwandclt wurde. Trotzdem war jene Zeit noch bester, als heute, denn cs gab noch keine „ökonomischen" Gesetze, kein Bcrliucr Vertrag und keine — „Snditcu"-Konvcntion. Marokko. Tanger. Unter den Juden von Fcz herrscht jetzt eine freudige Stimmung und dies aus dem Grunde, weil Sultan Sid Mulcy Hassan einen ungeheuere« Schatz gesunden hat »nd so quasi über Rächt ein hundertfacher Millionär geworden ist. Bor mehrere« Jahren schon wurde nämlich der damalige Großvezier Sidi Mus« Ben Achmed, den man großer Erpressungen beschuldigte, plötzlich seines hohen Amtes enthoben und r, den Kerker geworfen, in dem er schon wenige Tage nachher starb. Man munkelte damals Vieles über den plötzlichen Tod dieses einst so gewaltigen Mannes. Ter Sultan erklärte dann denen Vermögen und Besitzungen, darunter auch einen herrlichen Palast in der Stadl Rabat, dem kaiserlichen Schatze verfallen. In diesem Palaste wurde jetzt ein geheimes Gemach entdeckt, das mit Gold- und Silbcrmünzen. marokkanischer, spanischer und französischer Prägung, augesnllt war. Ter Werth dieses Schatzes soll 97» Mill. spanische Touros, was 47 5 Mill. Frs. *) glcichkommt, betragen. Sultan Sidi Mulcy .Hafian, der bisher stets mit großen Geldverlegenheiten zu kämpfen hatte, die ihn auch vcranlaßtcn, die Abgaben der Inden bedeutend zu erhöhen, hat jetzt Geld in Hülle und Fülle. Aber noch aus einem andern Grunde freuen sich die Juden von Fcz über die Entdeckung dieses Schatzes. In dieser Stadt ist cs nämlich kein Gelrrimniß mehr, daß der Sultan mit feinen Geldern Geschäfte macht, indem er sic ans Zinsen verleiht, Getrcidccinkäuse macht :c. und läßt er seine commcrcicllcn und financicUcn Trans- •) Tie Nachricht von brr Lunindunz bitfri Lchare» wird auch von drn Parisrr und eonbonci Plänern brnängt. Sam. b. Red.