Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1887-06-16 · Heft 46 (16.6.1887) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 46 (16.6.1887)
Date
1887-06-16
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2446951-2449697-2449743--26614-2516444
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

821 von einem conversntivcn Abgeordneten stammte, daß alle Eonservarivcn bis auf 2—3 stimmen sich für den Antrag Windthorst erklärt, und daß die Tbicrschuxvercinc gegenüber der zermalmenden Wucht der Gutachten sich in lexter Stunde noch bemühten, den Passus gegen Las Schächten zu streichen. „Willst Tu Hadrian lehren, wie er feine Feinde vernichten soll?" Sollen wir Herrn Stöcker zeigen, wie er die Juden unter jeder Bedingung hassen soll? Sollen wir noch an weiteren Beispielen ans der Debatte, in der u. A. Prof. Tel Losch unter Jubel und Zischen zum gelausten Juden gemacht wurde, zeigen, wie jene Hcrzgcstalren hassen müssen, wenn sic leben wollen und sicrbcn mimen, wenn sie c» nicht rhun? Bor fünf Fahren wäre cs vielleicht noch erforderlich gewesen, henke nicht mehr. Wohl werden noch heute die Donhallcrwcrsammlnngcn zumal von der akademischen Fugend zahlreich besucht, und warum sollten die guten Lrndenicn nicht einmal eine kleine Abwechselung haben und statt, wie sonst, in einem Easechanranr dem holden Gesänge einer Donna, so auch den lieblichen Woncn eines Antisemiten lauschen! Sonst aber .zieh! das Geschäft nicht nrchr, und Herr Stöcker kann, wie er cs auch in feiner Rede verspricht, ohne Herzensbcklcmnrnng in die Ferien gehen. B l. R u m ä n i c n. Dr. C. Bukarest, 10. Juni. Zn der Umhin von mir gemeldeten hochwichtigen Angelegenheit der österreichisch-ungarischen Schupgenossen in Rumänien, deren große Bedeutung für die Bctrosscncn, sowie für die nnnänischc» Fsraclircu im Allgcmciuen. unverkennbar ist, weil sic nur der» neuen Artikel 7 der Bcrfassnng Ln enger Verbindung sicht, - nimmt in einer mir lebt zugcgangcncn Nummer die oppositionelle Zeitung „Rcsboiul" (Der Krieg» Stellung. Nachdem sie die von mir in der lckrcn Korrespondenz gebrachte Benachrichtigung des österreichischen Generalkonsulates in Bukarest abdrnckr, findet cs „3ics!srul" „sehr sonderbar, daß, um von der» Abschluß dieses sehr bedeutenden iurcruatioualen Alles zu mehre», sic ersi die erwähnte Benachrichtigung leien mußte, weil die rumänische Negierung cs nicht für gm fand, ihn im Amtsblatt zu pubUzkrcn." Sie fährt dann fort: „Man weiß, daß in Rumänien sehr viele Personen dieser Kategorie („Sudircn") vorhanden sind, größtcmhcils F-raclUcn, aber beinahe (!?> alle', fei cs durch Erziehung, sei cs durch ihre inatericllc Lage der deneren Klane angehörend, haben sie das österreichische oder ein andere- Protektorat bcizubehaltcn vorgczogcn, indem ihnen das rumänische Bürgerrecht nicht erreichbar ist. Alle diese werden sich beeilen (wenn sie von der Konvention erfahren und wenn sie wirklich im Stande sind Kosten zu machen!) „die nöthigca Förmlichkeiten zu erfüllen, um das österreichische Bürgerrecht zu erlangen." Dem „Nesboiuk" scheint lcMcres sehr leicht, und er folgert daraus, daß „nur Oesterreich-Ungarn durch die Konvention gewinnen" könne. „Tenn", meint er, „dasselbe werde eine sehr große Anzahl „Bürger" erlangen (bloS das wenig bevölkerte Rumänien braucht keine „Bürger". cvcv.t. begnügt cs sich mit „Fremden!") und mit ihnen eine bedeutende Budgcteinuahme" (fiskalisches Früercssc scheint allerdings bei der Konvcnlion mit eine 3iolle zu spielen, es fragt sich blos auf welcher Seite!) „Durch das Hinzukommen wirklicher Bürger aber würde Oesterreich, und nach ihm die anderen Staaten mehr diplomatischen Einfluß und ein größeres Fntervcntionsrccht in Rumänien gewinnen, daher sei die neueste Konvention eine Gcsahr für Rumänien" (?) „Rcsboiul" schließt dann wörtlich: „Wir glauben, daß es in unserem politischen und ökonomischen Fntcrcsse wäre, daß man allen denjenigen, welche durch ihren gesellschaftlichen und materiellen Stand, sowie durch ihre vorurtlicilsfreic Führung uns niiMich „werden" konnten, die Erlangung des rumänischen Bürgerrechts erleichtern sollte, ganz besonders „ldcr ReSboiul" kann seine Gewohnheit nicht lassen:) „da viele von ihnen den verschiedenen christlichen Kulten augchören," (welche, weil Ehristcn, die Befürwortung gar nicht brauchen, da ihnen das rumänische Bürger-recht ohnehin gern gegeben wird und ne auch nicht Schupgenosscn, sondern meist seit kur,er Zeit Eingcwandertc oder polnische, ungarische oder lR-lScr Revolnlionsflnchllingc sind). „Mit den B c r s ch l cp p n n g c n und der U n or dn u n g. die heute in dem Gange der „Arbeiten" der N a r n ra l i s i r u n g s k o m m i l s i o n in der K ammer hcrr'cht. kann ein Ausländischer (oder „Fremder!") nur noch mir großen Schwierigkeiten «richtiger: gar nicht!) und nach Fahren des Wartens das rumänische Bürgerrecht erlangen, ausgenommen vielleicht, wen n er sich die „h ohePro tektion" ein c-M acht i gen des Dag es zu „verschaffen" weiß". Der „Rcsboiul" läßt diesen Ausländern oder Fremden auch die Gercchrigkeit widerfahren, daß sic „durch ihren langen Aufenthalt im Lande „angeiangen" haben, sich mit den Rumänen gut (!) zu anuniUren." Ter Umstand, daß die rumänische Regierung cs nicht für gut gefunden hat, den Abschluß der Konvention bekannt zu geben, läßt nun aber mit größerer Wahrscheinlichkeit daraus schließen,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.