Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 46 (16.6.1887)
- Date
- 1887-06-16
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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819 fjrüifltr Beschäftigung: zum Gebet, zum Rcchtsprcchrn, zum Thoraforschcn darlegen. und uns zugleich Ichrcu, dast. wenn eine Bertinianna nicht möglich, auch der Einzelne durch Götter Hilfe und Beistand daS Höchste zu erringen vermag. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. Deutschland. Ans Lnddcutschland. Ter in der Rr. -t'i Ihres geschätzten Blattes rnlhaltene, aus Frankfurt a. M. damit Leitartikel „Tic LgdbarhrLigung und die religiöse Erziehung unserer Äugend" ist eben so zeitgemäß als nützlich. Es ist ganz richtig, dies ist der wunde Punkt, der uns am meisten Schmerz bereitet, und je öfter er hetülfü wird, desto mehr kann Hoffnung ans die Besserung und Heilung desselben gehegt werden. Ähr verehrter Eorrcspondcnt har auch nanrcrrtlrch mit seinen Be» urcrkungcn in Bezug aus die (Kalamität, in der stch stcllcnsnchcndc fromme KansmanrislehrUngc- und ttomuiis wegen des Sabbat oft befinden, im Allgemeinen das Richtige getroffen und damit Vielen, die über den Gegenstand nachgcdacht haben oder vielleicht selbst unter dem Rorhstandc leiden, aus der Seele gesprochen. Eines jedoch scheint ihm entgangen zn sein, oder vielleicht gar hat er sich gescheut, cs auszusprcchc». Die Hauptsache nach mckncr Ansicht ist rrämlich: cs fehlt uns irr dieser Angelegenheit am »prii «1*; Curjis. Lo sonderbar das klingen niag, das; ma» von uns. die wir den schönen Grundsatz haben: rr.2 rr, C'z"; rair» das sagen könne, so wahr ist cs doch. Ähr Herr ttorrcfpondcnt möge sich doch nur einmal irr seiner eigenen Stadt Umsehen. Ich weist zuversichtlich, dast cs auch dort Geschäftshäuser gibt, die am Sabbat streng gcschloycn sind und die doch nicht allein Glaubensgenossen, welche die Beobachtung des Sabbat nicht erstreben, sondern auch Richtrsracliten bcfchästigcn, ivährcnd der srourmc jrrngc Manu sich vergebens um eine Stelle bemüht. Es liegt mir gewist jede Äntolcrorrz fern, rmd cs karr» sicher dies Aicmand mrstdeuicu wollcrr, wen« ich dcsthalb die Forderung stelle, dast strengfromme Härtter, nur junge Leute, die cur Sabbat nicht arbeiten, aufnchmen, denn denjenigen unserer Glarrbcnsgcnosicn. welche nicht auf er« grschlossrnes Geschäft rcstekiirett und noch vicUnchr den Richtisratlirrn stehen alle übrigen Geschäfte oncn, den frommen jungen Lcntcu aber ist nur eine vcrhältulstmästig kleine Zahl von Häusern zugär>glich, und dcsthalb sollten nicht auch noch diese, wo cs zu machen »st, ihnen verschlossen werden. Nach dieser Richtung hm sollten die Schomre-SchabbsS-Vercive darum ebenfalls zu wirken suchen, und der Breslauer Verein, der, wie wir ans seiner jüngst erfolgten Veröffentlichung ersehen, in kurzer Zeit solch hochersrcnlichc Erfolge erzielt Hai, möge doch ebenfalls da feinen Einfluß auSüben. Eine andere nur zu bekannte Thatfache ist» daß die srommen Geschäftsinhaber nur allzu oft die ihnen wegen der starken Nachfrage gebotene günstige Position in nicht geradezu loyaler Weise mißbrauche«, indem sie den stellcsuchcndcn jungen Leuten ein gar zu kärgliches Gehalt sffcrircrr. In Geldsachen hört eben auch hier die Gcmüthlichkeit auf. Der wahre Fromme und Gottesfürchtige sollte aber da am allermeisten sich scheuen, daß er die rn-rs mache znnr.12 treerry, sollte vielmehr zeigen, dast eres versteht und vermag, für die große Sache auch ein großes Opfer zn bringen, eingedenk des Spruches v-ti r.cr. «n** rvstf> n>*. „ES gilt. Etwas für Gottes heilige Sache zu tlmn, wenn die Gefahr vorhanden ist, daß man Gottes heilige Lehre entweihe." (Rachbcmcrlmig der Redaktion: Wir können »ins mit dcit gewiß gutgcmcintcu Ausführungen unseres geehrte»» Herrn Eorrcspo,ldc»»tcri nicht ganz cirrvcrstanden erklären. Es geschieht wohl selten, das; fromme Prinzipale unfroinmc jnngc Leute inS Geschäft nehmen; dagegen geschieht es leider sehr häufig, dast gl:tcrzogc»ic Söyne frouktncr Eltern in der größere» Stadt ihr Äudcuthum cinbüstc» und zn Gesetzesverletzern werden, während sie im Geschäfte ganz tüchtig u»»d ihren Prinzipalen schwer cutdrhrlich sind. Manu man da vorn Prinzipale verlangen, daß er einen solchen jungen Manu sofort entlasse und dad»»rch sein Geschäft in cmpsindsicher Weise schädige? Auch der Kaufniann, der sein Geschäft am Sabbat und an den jüd. Feier' tagen schließt, hat schwere Opfer zn dringen nnd oft mit großen Sorgen zu kämpfe»; soll man ihm noch die Verpflichtung auflcgen. seinen Angestellten höheres Salair zu zahlen, wiewohl ihm ein wohlfeileres Angebot gcnracht wird? Das heißt wahrlich nicht re T£r6 c.-np! — Auch dagegen das Wort zu erheben, daß Nichtjudcn in jüdischen Gcschästcu Verwendung fiudcn. halten wir für d»»rchaus nicht recht. — Wir hätte» die obige Eorrefponden; gar nicht ausgenommen, wenn derartige Stimmen nicht gar za hausig — schon seit Jahren — Gehör verlangten; dcßhalö haben wir es für angemessen gehalten, anknüpsend an die obige Eorrcspondenz unsre Meinung anszusprechcn. Seien wir tolerant gegen