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Der Israelit · 1887-06-16 · Heft 46 (16.6.1887) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 46 (16.6.1887)
Date
1887-06-16
Page
– (sequence 2)
Language
German
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818 werde, werde Ich zu dir kommen und dich segnen." (5r* ist klar, daß es sich hier um das Heiligthum handelt, in welchem die Opfer daracbracht nieder: sollten. Ter heilige Name Wottcs» der aus den vier Buchstaben Jod. He. Waw und He besteht, darf von uns nicht ausgesprochen werden, wie er geschrieben wird. Nur im heiligen Tempel durste das geschehen. Ter Sinn des Verses ist demnach der folgende: .An jedem Orte, an welchem Ich Meinen Namen erwähnen lasten werde, das beißt, an welchem Ich die Erlaubniß erthcilcn werde, den heiligen Namen so auszusprechen, wie er geschrieben wird, an diesen! Orte werde Ich Meine Majestät walten lasten und so diesen Ort zn einer Stätte des Segens gestalten." (Vergleiche Nasch!). Nach der Anwendung jedoch, welche Rabbi Ehalaphta von diesem Verse macht, sollte cS heißen: .An jedem Orte, an welchem du Meinen Namen erwähnen wirst, werde Ich zu dir kommen und dich segnen." Ter Weise gibt uns jedoch in der von ihm gemachten Anwendung dieses Verses eine große Lehre. Wir haben bereits früher, bei der Erklärung des Ausspruches des Rabbi Ehanania den Thcradion (Mischnah 2) auscinandergeseyt, wie ungemein schwer es ist. allein in der Thora zu forschen, welche Schwierigkeiten sich demjenigen eutgegeustelleu. dem es an jeder Anregung und Aneiserung gebricht. Ta lehrt uns nun Rabbi Ehalaphta. daß. wenn der Meusch nur ernstlich will, er an dem allgewaltige» Wolle die mächtigste Stütze sinder. Nicht könnte der Mensch allein alle sich ihm eutgcgcnstcllenden Schwierigkeiten überwinden; er würde in seinem Eifer, sich mir dem Wottesgeiste zu durchdringen, nachlasten; er würde sich angenehmere und weniger anstrengende Beschäftigung suchen, als ganz allein, ohne Aussicht auf äußere Anerkennung und äußeren Lohn, sich in das schwierige Studium der Wotteslchre zu versenken. Allein, der allmächtige E'wtt Hilst ihm und stützt ihn und spornt seinen Eifer aufs Neue an. Wenn dem nun so ist. so sollte man meinen, daß dadurch das Verdienst des Eiusautlcrnendcn ganz unbedeutend ist, weil doch die Möglichkeit des Beharrens in diesem einsamen Studium nur durch die besondere Hilfe Wortes gegeben wird; deßhalb sagt die heilige Schrift: An jedem Orte, an welchem Ich Meinen Name» erwähne» lassen werde, das heißt, an welchen Ich durch Meine Hilfe und Stütze das Studium der Gotteslehrc ermögliche, werde ich zu dir. dem Einsamen, kommen und dich segnen. Ich werde dir reichen Lohn bestimmen. wie wenn du es allein vollbracht hättest. Wir haben nunmehr unter göttlichem Beistände die von uns am Eingänge dieser Abhandlung erwähnten Fragen und noch manche andere beantwortet; wir haben nachgewiesen, daß die größere Anzahl der sich mir der Thora Beschäftigenden die Erreichung einer höheren Stufe ermöglicht; wir haben nachgewiesen, warum Rabbi Ehalaphta mit der Zelmzahl beginnt und mit der Einzahl schließt und warum er außerdem die Zahlen 7», :r und 2 hcrvorhebt; wir haben ferner unsere Mischnah mir dem Ausspruche Radius bar Ada (Berachoth 6) in Einklang zu bringen versucht und haben unS benrüht, die Erklärung der Gcnrara verständlich und begreiflich zu machen. Ter Vollständigkeit halber wollen wir noch die Sumbolisirnng der hier genannte» Zahlen erwähnen. Diele Erklärer unserer Maßechta finden in der Zehnzahl die Vereinigung von Weift und Körper angcdcutct. Es gibt bekanntlich fünf Sinne, durch die wir alle äußeren Eindrücke in uns aufnehmen; jedem derselbe« entspricht ein innerer Sinn, wodurch das körperlich Empfundene zu uttsercm geistigen Eigcnrhum wird. Fünf innere und fünf äußere'Sinne machen zusammen zehn. — Wir brauchen demnach kaum zu erwähnen, daß nach dieser Symbolisirung die hier erwähnte Fünfzahl den fünf Sinnen entsprechen soll. — Tic Treizahl soll ein Symbol sein für die drei Elemente: Feuer, Wasser und Luft, die sich mit dem vierten, der Erde, verbinden. Tiefe Erklärer baden i» unserer Mischnah die Lesart: .Woher weiß ich. daß auch auf Dreien der Abglanz der göttlichen Majestät ruhet denn so heißt cs: .Und Seinen Bund hat auf der Erde Er gegründet:" das soll heißen: den ans den drei Eleorenten gebildeten Bund, hat mit dem vierten Elemente, der Erde, Er verbunden. — Nach einer ander» Erklärung, soll die Treizadt ein Symbol der drei Ausdehnungen: Länge. Breite und Ticke, die alle» Körpern eigenthümlkch sind, sein. — Tic Zwcizahl hingegen, meint man, sei ein Symbol für Form und Inhalt, da ja alle Tinge aus einem Stoffe bestehen, der eine bestimmte Form angenommen bat. — Tic Einzahl aber stelle die menschliche Seele dar, bei der man weder Form noch Inhalt, weder Länge noch Breite, noch Ticke unterscheiden IÖhuc. — Abgesehen davon, daß diese Symbolisirnngen ganz willkürlich sind, daß man ebenso gut die Zahl 4 mit den vier Winden, die Zahl 6 mit bctt sechs Seiten alles Körperlichen (Würfelform), die Zahl 7 mit der Vereinigung des Körperlichen mit dem Weinigen vergleichen konnte, entsprechen dieselben nicht dem Sinne unserer Mischnah und lasten sich noch weniger mit dem AuSspruche Rabins in Berachoth vereinigen. Beide, R. Ehalaphta und Rabin wollen uns die große Wichtigkeit des Sichzufammensindeus zu gemeinsamer

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