Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1887-06-13 · Heft 45 (13.6.1887) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 45 (13.6.1887)
Date
1887-06-13
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2446951-2449697-2449742--26602-2516431
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

T 810 auch mit der Philosovhie und deren Problemen der» traut ist." Lader wollte cr auch nicht ein abgeschlossenes philosophrschcs Lchrsystern darstcllcn, sondern setzte ein solcher voraus. Lein Werk besteht auS drei Thcilcn, von denen ein jeder in »tapircl zcrsällt. Herr Tr. Münz gibt auf Seile 17—19 eine gedrängte, aber klare und verständliche Inhaltsangabe der verschiedenen Abschnitte und verlegt seine Arbeit in die L Thcile I) Maimunis GoUcslehre, 2) Leine Üosmologic. S) Leine Ethik. Leine ^ehrc der biblische:: Gebote und 5) der (vtuflufj der maimunischen Religionsvhilosophie. In einer .zweiten Einteilung bespricht der Vers, die allgemeinen Grundlagen dieser Rcligionsphilosophie; cine Analnsc derselben würde uns an dieser Stelle rn weit führen. Es genügt, den Leser ans dieses überaus lehrreiche Kapitel besonders hinzuwciscn. Lei der längeren Aare, wo der Dcrf., anknüpscnd an eine Aeustcrung Illaimunis, alle Dleinungcn der Kirchenväter rnsammcnstcllt, dast die gcsammte griechische und zumal platonische Philosophie aus der Bibel und überhaupt aus dein Indcuthum geschöpft sei, hätten wir es gerne gesehen, wenn der Vers. hittzngcsügt hätte, dast fast alle diese Meinungen in das Bereich der Jabel gehören, '.wie Zeller am Anfänge seiner griechischen Philosophie überzeugend nachgcwicscn har. Ter Berf. fastt schliestlich als das Endergebnist der maimunischen Untersuchung über das Pcrhältnkst der Religion zur Philosophie die Inndamcntalsäve zusammen, die Maimonidcs unerschütterlich fest standen und die Grundpfeiler seines ganzen Systems Hilden, und zwar l) In den Rcligionsurkundcn des Iudcnthnms, in Bibel und Talmud, und die höchsten philosophischen und metaphysische Wahrheiten, zu denen der Menschcngcist in seinem Streben nach spekulativer Erkenntnis; überhaupt zu gelangen im Ltande sei, in bildlicher Tarstcttung enthalten. 2) Was einem wissenschaftlich anerkannten und durch apodiktische Beweise feststehenden Lehrsapc widerstreitet, kann das Indcnrhnm unmöglich lehren. Religion und Philosophie können in feinem Widerspruche zu ciuandcrstchcn. :r) Findet sich etwas in Bibel und Talmud, was in buchstäblichen Linne genommen, mit der Bernunft und Wissenschaft sich nicht in Einklang bringen lästt, so müssen diese Lrellen in chrem tiesern Linne anfgefastt und bildlich gedeutet werden. Mit diesen Thesen schlicstt Herr Münz den Anfang seiner Arbeit, die voraussichtlich, wenigstens nach dem ersten Gange zu sLlicstcn. den Anforderungen auch eines verwöhnten Geschmackes genügen wird. Ter Berfasicr versteht es trcsstich. die schwierigsten philosophischen Laxe in populärer, gemeinverständlicher Form darzustellen, für dergleichen Arbeiten ein »m'chätzbarer Vorzug. Wir können die Arbeit nicht nur den wisscnjchasrttchcn Kreise». sondern auch dem gebildeten Laien warm empfehlen. Es wäre der herrlichste Triumph der Schrift, wenn sic dazu beitragen würde, dast die Lehren des gewaltigen Denkers auch in die denkenden Volksschichten wieder Eingang fänden, dast in ihnen wieder auflcbte das Wort jenes Mannes mit der »starken Hand", der nach seinen eigenen Worten die festgeschloffenen Thore, die in das innere Hciligkhum der jüdischen Religion führen, öffnete, »damit einziehe ein gerechte» Bolk, daS den Glauben bewahret." — Zeituugsnachrichteu und orrespoudenzeu. Deutschland. Mainz, 10. Juni. Welche sonderbare und ungeheuerliche Verleumdungen unsere Gegner gegen uns ansheckerr, um zugleich Gelegenheit zu nehmen, die jüdische Gesetzesuiid Glaudettstreire anzngreifcn, davon machen sich nufre geehrten Leser kaum eine Vorstellung. Lo citirt eine in Deutschland erscheinende jüdische (:•), der sogenannten Reform huldigende Zeitung eine angebliche Behauptung de» „Univers Israelite" von Paris, dast wir ihn ausschreiben ohne ihn als Quelle auzugcben. Dem gegenüber genüge die eine Thatfache, dast wir den „ÜnivcrS Israelite". seitdem er, seit dem Tode des unvergesslichen L. Bloch seine Farbe gewechselt, um für Qrgel in der Synagoge re. einzutreten, also seit einer langen Reihe von Jahren nicht mehr gelesen haben. In dieser ganzen Zeit ist uns nur eine einzige Nummer zu Gesicht gckouimen — vor etwa zwei Jahren —, die uns, wir wissen nicht au» welchem Grunde, zugcfchickt wnrde. Wie können wir eine Zeitung »ausschreibe»", die wir überhaupt nicht lesen? Das oben erwähnte Rcsormblatt bemerkt dazu: .Nedrigcns bak fiiott bfr fclige?r. Wiener (Hannover) sich in dem .rttrranttbla:»- bekiagr. Last der .frommeMainzer" seine ÄnNct über die drei Ringt in ecsimgs .'iardan .in der .Zranksurler Zcilnrrg" so benur-l habe, als ob sie seine eigene tMubflung geneien wäre." Auch diese Behauptung ist eine durchaus unwahre. Der Sachverhalt ist folgender: Wir habe» vor etwa zehn Jahren eine Serie von Artikeln über »Lessings Nathan" geschrieben. Die Fabel von den drei Ringen ist bekanntlich dem italienischen Dichter Boccachro entnommen: wir wiesen darauf hin, dast eine ähnliche Erzählung sich bereis im rvm* csr vorsindet. Tiefe Bemerkung erregte allgemeines

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.