Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 45 (13.6.1887)
- Date
- 1887-06-13
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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U'qm w .f n w'i*. u .U'A-'V'^-m■*»-M-m>'u;i<i>yyj,i4 u.iffs^w^MgM XXVm. Iahrgaus. Berlage zu Nr. 45 des Israelit. Leitender Artikel. Literarischer Bericht. Wisserrtschastl. anS dem Rabbiner-Leminar. VII. Die Religionsphilosophie des Maimonides und ihr Einfluß. Bon Tr. Jsak Münz. Erster Theil. Berlin 1887. Rosenstein mid Hildesheimer. 36 S. Preis I Mark 20 Pfg. Dl. Das „Mimzkabinct" bereichert sich: wir haben heute seit wenigen Monaten über den dritten Münzsund zu berichten. Tie vorliegende, zwei Truckdogen starke Arbeit bildet die Einleitung zu einer größeren Abhandlung über das rcligionsphilosophifche System des „zweiten Moses" der jüdischen Geschichte, und schon der erste Theil, welcher von redlichem Flciße und tressticher Belesenheit in der einschlägigen Literatur zeugt, erregt in uns die spannende Erwartung auf die Fortsetzung und den Schluß der wissenschaftlichen und doch populären Schrift. Ter Verfasser wirst im Anfänge der Einleitung intercffante Streiflichter aus die jüdischen Philosophen vor Maimonidcs, an der Spike derselben erblickt er S aad i a bcn Joses Alfajumi <892—942), den berühmten Gaon und Autor des rcligionsphilosophischcn Werkes Emunorh wcdeorh, über den Glauben und das Wissen. 3hm folgen Männer, wie Salomo ibn Gabirol, Juda halcvi, Joses ibn Zaddik und Abraham ibn Tand, die anregend und befruchtend ans ihre Zeitgenossen wirkten und zur immer größeren Verbreitung dieses Studiums im christlichen Europa während des ganzen Mittelalters sehr viel beitrugen. Toch diese Leistungen vermochten nimmer die Kluft zwischen Religion und Philosophie zu Überdrücken, die Lehren des Judcnthums mit den Resultaten der Wissenschaft auszuglcichcn und besonders die schädlichen Einflüffe der arabischen Neligisnsphilssophie zu bannen. In derselben hatten sich zwei Richtungen vornehmlich herausgebildet, die arabischen Aristoteliker, welche in allen Fragen des Lebens der peripaterischeu Weisheit folgten, und die Mutakallimun, die eigentlichen muhamcdanischcn Religionsphilosophen, unter denen wiederum die freisinnigen Mutaziliten hervorragrcn. Tiefe Ideen der arabischen Philosophenwelt schufen auch im Judenthume zwei Richtungen Aristoteliker und Anhänger der Mutakallimun, und mußten die denkenden Gesexestreuen in Israel, soweit sich nicht Zweifel und Ungewißheit ihrer bemächtigten, zn einer feindlichen Stellung gegen die neue Lehre drängen. In diese Bewegung dieser Geister trat reinigend, klärend und bahnbrechend der gewaltige Tcnkcr Maimonidcs mit seinem Werke „More Nebuchim", dem „Führer der Verirrten". Maimonidcs hatte sich, so führt der Verfasser weiter aus, schon von Jugend aus dem Studium der Philosophie hmaegeben und besonders die aristotelische Lehre durch die arabischen Eommentare von Alrarabi bis auf Avicenna mit Begeisterung kennen gelernt. Tie Rikomachische Ethik des Stagiriten las Maimuni in der arab. Nebcrsetzung und citirt sie auch wiederholt, wie er auch die Eommentare von Themistius und Alexander von AphrodisiaS nicht selten zu Rache zieht; dagegen hat er die Schriften des Arabers Averrocs erst kurz vor seinem Tode gelesen, nicht aber war er, wie schon Josef ibn Kaspi (st. 1340) und in neuerer Zeit Renan »achwies, ein Schüler dieses Mannes — ein verbreiteter Jrrthum, dem, wenn Res. sich recht erinnert, selbst Zeller in seinen Vorlesungen noch folgt. Taß er fast alle Schriften der Religions- Philosophen sludin, ist selbstverständlich. So bildete er sich aus der Lektüre aller dieser Werke ein ge-! dicgcnes philosophisches Wissen, das er zur Verberrj lichung seines Glaubens in den Dienst des Judeiv thums stellte. Sein philosophisches Bckemttniß legte er in den More nieder, zu dessen Abfassung er unmittelbar von seinem Schüler, dem talentvollen Josef ibn Aknie, veranlaßt wurde, und der im Jahre 1190 erschien. Er schrieb das Werk arabisch mit hebräischen Buchstaben und nannte es Talalat al Hairin, Führer der Verirrten. Ter More, welcher die Versöhnung der vermeintlichen Gegensätze zwischen aristotelischer Philosophie und geoffenbarter Religion erstrebte, mar nur für denkende Leser, aber nicht für die große Masse des Volkes bestimmt. „Es hat den Zweck", so schreibt Maimuni in der Einleitung, „demjenigen zur Aufmunterung und zur Belehrung zu dienen, der an die Offenbarung glaubt, und mit der Ausülmng der Gotteslehre die feste llcbcrzcngung von ihrer Wahrheit verbindet, der' nicht nur vollkommen religiös und sittlich, sondern