Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 45 (13.6.1887)
- Date
- 1887-06-13
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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803 überreichte, worauf sich beide Vorstände in beredten Worten bedankten. Bald sprach unser verehrter Herr Vorsteher Harburger. welcher in schönen Worten die Verdienste der Zubilare hervorhob. Ihm folgte Herr Gcmeinde- und Synagogcnrath Lernheimer. der dem Verein seinen Tank für sein edles Wirken in der Gemeinde brachte. Es sprachen noch verschiedene Herren, (die Lehrer. Herren W. Moos und E. MooS). welche auf den Frieden und die Eintracht in dem Verein und in der Gemeinde toastincn. Bo verlief das Fest in der schönsten Weise, und man trennte sich mit dem Bewußtsein, einen vergnügten und gcmüthlichen Nachmittag verbracht zu haben, wozu auch zum Thcil die vortreffliche Brüche der Wirthin beitrug. Allgemein hörte nran den Wunsch äußern: Möge der Allmächtige geben, daß cs den Iubilarcn vergönnt sei, nach 25 Jahren mit solcher.Rüstigkeit des t^cistcS und des Körpers wie heute das 50jährige Jubiläum zu feiern! Tas walte Gott! Amen. Frankfurt a. M. Tas isracl. Gemcindc- Hospirak har von 1^84—1S8<» außer den im Hosvital verpflegten Patienten 2855 Personen ambulatorisch behandelt und mit Medikamenten n. s. w. versehen. Ferner erhielten seitens der Anstalt unentgeltliche Behandlung und freie Medikamente in ihrer Behausung 4S2 Personen. Tic Zahl der Frcibettstiftnngcn ist durch das Legat von M. 50,000 aus dem Nachlaß des Freihrn. M. E. von Rolhfchild vermehrt worden. Einschließlich dieser Lumme erhielt die Anstalt in den 3 Jahren M. 47,020 an Geschenken, an Gcsarumtzuschnß empfing sie M. «:.r,4<:7. Tic Ausgaben beliefen sich auf M. 14 4,657. Verpflegt wurden in den 3 Jahren gegen ganze oder theilweife Vergütung 403 Personen, unentgeltlich 279 Personen, versicherte Ticnstbotcn 84. Bielefeld, 0. Juni. Gestern starb hicrsclbst ciuc Hundertjährige, die Frau Ww. Hcilbronn. Tbschon die Verstorbene in der letzten Zeit körperlich und geistig recht schwach war, haue doch merkwürdigerweise ihr Gedächtnis; seine volle Kraft behalten. Namentlich die Eindrücke aus der Jugendzeit waren mir wunderbarer Klahrheit haften geblieben. L ch w e i z. Zürich, 3. Juni. Eine Mittheilung, welche auch für weitere Kreise Interesse haben dürfte, beeile mich, Ihrem großen Leserkreise mitzmheilen. Die hiesige Kultusgemcinde har einen crrr engagier, welcher bereits von Rußland zum Schächten autorifirt war und vergangene Woche vom Rabbiner der Basler Gemeinde, Herrn Dr. Koho, Tfrzp erhalten hat. Lcstcrr. -Ungar. Monarchie. Pesth, 6. Juni. Tank der außerordentlichen Vorkehrungen der Behörden, sind die gestern befürchteten Ausschreitungen in Ezcglcd nicht vorgcfallen, obgleich die Indenheven in aller Form begonnen halten. Jedem wohlhabenderen Juden waren Nachts Brandbriefe ins Haus gestellt, a» die Hofmauer geklebt oder ins Fcnstrr gelegt worden. Tiefe Brandbriefe sind gleichlautend. Tie Juden werden aufgcfordert, binnen vierzehn Tagen Ezcglcd zu verlassen, sonst würden ihre Häuser cingcäschcrt werden. Dem Arzte Dr. Iacobovic wurden zwei solche Briefe in den Hof geworfen. Er übergab beide Briese dem Bürgermeister. Auch in dem jüdischen Tempel fand man einen ähnlichen Brief. Ten Aerzten Berger, Ncumann und Deutsch wurden gleichfalls Brandbriefe zngcstcUt. Demzufolge sah sich der Bürgermeister veranlaßt, Militär zu rcqnirircn, und eine Escadron des 4. Husaren-RegimentS, welches in Ezcglcd liegt, wurde in Bereitschaft gesetzt. Im Laufe der Nacht wurden dem (Kommandanten der Bereitschaft, Rittmeister Hager, die Fenster zertrümmert. Früh um 4 Uhr erbrachen drei Personen den Grcißlcrladcn des Jacob Roscnfcld auf der Köröfcrstraße. Roscnfcld setzte sich zur Wehr und schoß zweimal aus die Strolche, welche entflohen. Einen derselben erwischte er jedoch und übergab in der Polizei. Es ist ein Maurergehilfe. Berhovay traf gestern Morgens in Ezcglcd ein. Heber seinen Einzug wird von dort berichten Ter Zug. mit welchem Bcrhovay kam. langte um 9 Uhr Vormittags in Ezcglcd an. Vor dem Lahnhofe standen etwa 600, zumeist barfüßige und zerlumpte Bauern mit Fahnen und begrüßten Bcrhovay mit Eljcn-Rufcn. Sobald sie aber des Militärs ansichtig wurden, kühlte sich die Begeisterung merklich ab. Ter Zug setzte sich in Bewegung, ihn begleiteten städtische Haidukeu. Hinter dem Zuge ritt eine complcue Escadron des 4. Hufaren-Regiments. Ihr folgten die zwei aus Pest cingclaugtcn Eompagnien. Ter Zug wurde immer größer. Weiber, Kinder, und sonstige Neugierige schloffen sich ihm von allen Seiten an. Als der Zug dem Koffnthplatze nahte, bog das Militär in eine Scitcngaffc trnd erreichte früher den Koffuthplatz, wo es Aufstellung nahm. Beim Passiren des Stadthauses wurde der Zug angchaltcn, und Bcrhovay und Efatar mußten ins Bürgermeisteramt, wo der Bürgermeister Gubody Beiden