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Der Israelit · 1887-06-06 · Heft 43 (6.6.1887) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 43 (6.6.1887)
Date
1887-06-06
Page
– (sequence 6)
Language
German
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770 Rabbiner M. Lttolcnghi für diese (Gelegenheit eigens verfasste, nrp «.Klagelied) vorgctragcn. Bei der zweiten hingegen, der auch der Stellvertreter unseres General-Gouverneurs. Sc. Exccllcn.z Achmed Pascha, ferner Evrcnos Mchcmct Ghazi Pascha, Mitglied unseres Provinzialrathcs, das ganze Eonsnlar-EorpS in corpore, viele Bavazitätcu unseres Handels- und Rhcdcrstandcs :c. auwohntcn, wurde eine Rede unseres verehrten Lbcrrabbkners verlesen. Hieraus hielt der Präsident des hiesigen Local- Boiiiitös der Alliance Israelite riiiverselh*. Herr David Morpnrgo, eine Ansprache an die Anwesenden, in der er ihnen mitthcillc, das; der Verstorbene für die verschiedenen Erziehungs - Anstalten unserer Stadt 20,0fio Francs und io.uoo Francs für den Wohlthärigkeits - Verein in Marseille tcsrirt habe. Da der Verstorbene Gros; - Offizier des türkischen Mcdschidijc - Ordens war, so bildete während der Trancr-Andacht ein Peloton Truppen die Ehrengarde vor der Synagoge, deren Eingang schwarz ausgcschlagcn war. Im Anstragc des Ldcr-Rabbiners hatten sich zu dieser Traucrseicr auch die Dircctorcn und Lehrer aller hiesigen jüdischen Schulen mit ihren vorzüglichsten Schülern cingcfuuden. so das; in Folge der vielen Anwesenden die Räumlichkeiten dieses Gotteshauses, obgleich daffclbe einen grossen Umfang hat, sich als viel zn klein erwiesen. Syrien. Beirut, im Mai. Mir Ende dieses Monats beginnt die grosse Wallfahrt der Moslims nach ihrer heiligen Stadt Mekka. Die Pilger ans dem türkischen Reiche vctsammcln sich gewöhnlich in unsrer Stadt, um von hier aus die Wallfahrt anzuiretcn. Diejenigen unter ihnen, welche den Seeweg vorzichen, schiffen sich dann hier auf den Lloyddampfcrn oder aus den ihnen vom Sultan auf seine .(losten zur Verfügung geffelllen Dampfern nach Dschiddah, der Hafenstadt Mckka's, ein, während Jene wieder, welche sich für den Weg durch die Wüste entscheiden, von hier nach Damaskus gehen, von wo sic dann eine türkische Truppenabtheilnug nach Mekka escortirt. Bei ihrer Ankunft in dieser heiligen Stadt begeben sich die Pilger sogleich zur Kaaba, dem angeblich von Abraham und seinem Sobne Ismacl erbauten Goltcshaufe (Bait Allah), um dort ein Gebet zu verrichten und zugleich auch einen Schluck Wasicr aus dem heiligen Brunnen Zemzcm (arab.: ich habe ihn gesehen '»*1 *rr **«), aus dem der arabischen Ncbcilicfcrung zufolge auch.Hagar ihrem Sohne Ismacl zu trinken gegeben haben soll, zu sich zu nehmen. Bei ihrer Abreise von Mekka füllen die Pilger gewöhnlich einen kupfernen itctjcl mit diesem heiligen Waffer an. um es mit nach ihrer Hcimath zu nehmen, da sie demselben verschiedene Wundcrkräfte beilegen. Heuer hat die oberste Sanitätsbehörde jedoch die Ausfuhr dieses Wassers in kupfernen Gcfässcn verboten, weil danclbe dann gewöhnlich zu faulen beginnt und dieselbe nur in irdenen Gefäßen gestattet. Amerika. NcwPork. Wie der »Hcbrerv Standard" meldet, ist ein gewisser Dr. Joseph Tanbcr, Sohn eines rumänischen Rabbiners, welcher eine zeitlang als Missionär der Londoner Iudenbckehrungsgescllschast in Rcw-Rork fungirte, wieder zum Iudcnthum zurück gekehrt. In einem länger« Schreiben an den Bischof in London, in welchem er die Gründe zn diesem Schritte auscinandersetzte, betont er, dass er in seiner Missionsthätigkeit die Erfahrung gemacht hat. das; kein einziger Jude aus Ncdcrzcngung zum Ehrisienthnme übcrgctretcn sei. Im isr. Invalidenhausc lebt eine Frau Earolina Weift, aus Posen gebürtig, die 107 Jahre alt und noch im Besitze aller ihrer Sinne ist. Afrika. Kapstadt. In Gunsten der hiesigen Synagoge wurde ein Bazar veranstaltet, welcher ein glänzendes Resultat erzielte. Das Unternehmen war von den christlichen Mitbürgern auf's Wärmste unterstützt worden. 1MW Die Eonvertitin. i'Oit Friedrich Rott. (Fortsetzung.) »Blcinst Du nicht," wandte sich Frau von Lilicttscld an ihren Sohn, »dass das Fräulein der Auffordernng entsprechen solltet — das.Kloster —" »Lebend bringt man mich nicht hinein!" rief das junge Mädchen deftig. »Ich möchte auch nicht, dass Sie in das Kloster gingen, aber eben deshalb würde ich empfehlen, dass Sie in Bezug auf die Beichte nachgeben."

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