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Der Israelit · 1887-06-06 · Heft 43 (6.6.1887) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 43 (6.6.1887)
Date
1887-06-06
Page
– (sequence 5)
Language
German
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769 jnrn, und zwar als Fcldapothckcr. Er hatte daher seinen Posten hinter der Schlachtlinie, wo er die Verwundeten verbinden und pflegen muhte. Tiefer seiner humanen Beschäftigung hatte er cs auch zu verdanken, daß er mit heiler Haut davonkam. In Sinigaglia wurde der reiche jüdische Kaufmann Angela Binarste von zwei Strolchen auf der freien Straße überfallen und halb todt geschlagen, weil er denselben feine Brieftasche nicht aussolgcn wollte. Tic zwei Strolche haben sich später dem Gerichte freiwillig gestellt. Am 7. d. wurde in Florenz der erste italienische Stenographen-Kongreß cröffcnt. In das Ehrenpräsidium wurden n. A. nebst dem Unterrichts» minister Eoppino auch der bekannte jüdische Parlaments-Tcputirtc Luzzatti gewählt. An der mcdicinischcn Facultät der Universität in Turin haben sich Tr. Giorgio Fcvera für 15hcmic und Frl. Guiscppina Eattani für Pathologie babilitirt. Beide gehören dem jüdischen Glauben an. Tic beiden Brüder Luzzatto, Söhne ndes verewigten Samuel Tavid Luzzatto. Profcyor» am Rabbiner-Seminar von Padua, haben soeben ein Circular an die jüdischen Buchhandlungen gerichtet, in dem sie denselben anlnndigcn. das; sic 'sich crttschlosicn haben. wieder einige Bände mit Briefen ihres nun in Gott ruhenden Vaters in den Druck zn befördern. Wie die Tagcsblättcr bereits gemeldet haben, hat die italienische Regierung vor einigen Tagen die Asche des großer: Tondichters Rossini auf dem Friedhöfe Püre - Lachaisc in Paris ausgrabcn und nach Florenz übertragen lallen, wo sic dann in einer Kirche feierlichst bcigesctzt wurde. In Turin wurde der Sarg ruit den sterblichen Ucbcrrestcn des großen Maestro von einer ihm vom Unterrichtsministerium cntgcgcngcschicklcn Deputation empfangen, und stand an deren Spiyc der jüdische Senator Sansone d'Ancona, ein großer Verehrer und Freund des Bcrcwigtcn. Ter Rosch-Hakahal der Eultus - Gemeinde in Rom, Eavalicrc Samuele Alatri, der vor einigen Tagen von einem schweren Lungcnlcidcn befallen wurde, so daß man schon für dessen Leben fürchtete, befindet sich 'n bsb wieder ans dem Wege der Bcllcrung und tvird er hoffentlich gleich nach den Festtagen die Bürde seines heiligen Amtes wieder auf seine Schultern nehmen können. .vv» 's* bz rzy r.'.T 't! rwrr y»:*: Frankreich. Paris. Bor einigen Wochen kam ein polnischer Glanbengcnosse in das Bureau des isracl. ' WohUhätigkeitscomit^s undHst um die Reisekosten zur Ucbcrfahrt nach Rclv-Wrl. Sei cs daß das Eomil.'- sich von der Dringlichkeit des Bcrlangten nicht überzeugen konnte, oder daß die für diesen Zweck bestimmten Gelder erschöpft waren, die Bitte wurde zurnckgewicscn. Im Weggehen sagte dann der Pole, daß ihm nunmehr nicht» übrig bleibe, als sich ins Wasser zu stürzen, eine Drohung, die ja oft bei solchen Anlässen ausgesprochen wird. Aber diesmal war cs bitterer Grast; der Arme sprang in der Thal in die Seine, wurde aber glücklicherweise gereuet. Runnichr wurden ihm die Reisekosten verabreicht. (Arch. isr.) England. Cardiff. Zwei dahier studircude Israeliten waren bei der Prüfung» - Eommission darum cingekommen. die Prüfung, welche auf einen Samstag festgesetzt war, an einem anderen Tag: machen zu dürfen. Es wurde ihnen dieses unter der Bedingung gestattet, daß sic I» Lstr. zahlen und auf die Erlangung eines Stipendiums verzichten. Tie Prüfungs-Eornmissionen in Orford und Eambridge sind in ähnlichen Fällen viel toleranter verfahren, und darum hat der Beschluß der hiesigen Behörden allgemeines Aufsehen erregt. Türkei. 5ronstant!nopel, 22. Mai. Tie türkische Regierung hatte vor.Kurzem beschlossen, daß die Ehc-Liccnzen mit einem Stempel von zehn Piastern belegt werden müssen. Tic Israeliten des türkischen Reiches nahmen diese neue finanzielle Bcrordnnng in voller Ruhe hin. nicht so aber der griechische Patriarch. Morisignor Tronysios. der erklärte, daß die Ehc-Liccnzcn religiöse Aclc seien, die keiner Stcmpclvsticht unterliegen. Wie mm da» heutige Amtsblatt meldet, hat die Pforte in Folge der Opposition des genannten Kirchcnfiirstcn ihren diesbezüglichen Beschluß rcvocirt und die Ehe Licenzrn für gänzlich siempelfrei erklärt. Salonichi, 15. Mai. Binnen wenigen Tagen nur wurden in der hiesigen italienischen Synagoge yr NtNc-s ro:m no zwei Traucrandachtcn (cteot) abgcbaltcn, von denen crstcrcr dem kürzlich in Paris verstorbenen Baron Lucicn Hirsch, Sohn de» bekannten jüdischen Philanthropen Baron Moriz Hirsch, und die zweite dem neulich in Marseille verschiedenen Kanfmanne und Bananicr Tanns Allatknk, ei:::«' Sohne unserer ehrwürdigen Gemeinde, galt. Bei crstcrcr Andacht wurde auch eine von unserem

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