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Der Israelit · 1887-06-06 · Heft 43 (6.6.1887) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 43 (6.6.1887)
Date
1887-06-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
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768 »An bic Antisemiten. Len Glauben nicht und nicht die Rare, Habt Ihr belegt wir <?urrm Hasse, Dazu seid Ihr zu ausgeNärt! Wenn ich die Urage richtig fasse. Eo in t& nur dir Wertheim-(rasse. Nach der Ermitenhap begehrt.' Wien, 16. Mai. Gestern Vormittags fand im israelitischen Blinden - Institute auf der Hohen Warte die Iahresprülung der Zöglinge statt. Unter den zahlreich anwesenden Gästen befanden sich P. Wenzel Binder, der Direktor des Tanbstnmmen- Institutes. kaiserlicher Rath Wölflcr, Bürgermeister Schreiber von Unterdöbling, BaronKömgswartcr, Tr. v. Mauthner und Andere. Rach einer musikalischen Produktion der Zöglinge nahm der Trrector, Herr 2. Heller, die Prüfung aus Religion, deutscher Sprache, Schreiben, Rechnen, Geographie, Musik n. s. w. vor. Tie präciscn Antworten der blinden, im Alter von sechs bis achtzehn Jahren stehenden Kinder zeugten häufig von einem erstaunlich auSgcbildcten Zlufiasiungsvcrmögcn. Insbesondere im Kopfrechnen legten die Binder eine außerordcntlichc Gcdächtnißkraft an den Tag. Tie in einem Rebensaale ausgestellten Arbeiten der Zöglinge, bestehend aus Körben, Bürsten, Webe- und weiblichen Handarbeiten, zeichnen sich durch große Laubcrkcil und Solidität aus. Tic Arbeiten finden auch reißenden Absatz, indem im abgclanfencn Jahre ein Erlös von circa :noo fl. erzielt wurde, tvelcher Betrag den Zöglingen beim Verlassen der Anstalt zu Gute kommt. Diese so segensreich wirkende Anstalt vcrpsicgt 23 männliche und zehn weibliche Zöglinge aus verschiedenen Länder» der Monarchie. Wien. Fräulein Mina Gomperts, die im Spälhcrbstc vorigen Jahres in Töbliug verschieden ist, hat — wie wir vernehmen — levwillig einen ansehnlichen Thcil ihres Vermögens wohlthätigen Zwecken gewidmet. Abgesehen von den Legaten privater Art, hat Fräulein Gomperts insbesondere diejenigen Anstalten bedacht, an deren Leitung sie selbst bei Lebzeiten werklhätigsten AntKcil genommen hat, und zwar: das Rndolphincr-HanS in ttnterdöbling für ein StiftSbctt mit 10,000 fl., den Pflcgcriuncn-Pcllsionswttds daselbst mir 1000 fl., das israelitische Taubstummcn-Institut für zwei SristSplär'e mit 16,000 fl., das israelitische Mädchen-Waisenhaus und das zu gründende Knabcn- Waiscnhaus für je einen Stiftsvlav mir je 6000 fl., ferner das Kinder-Asyl zu Zillingdorf für zwei Stistspläpe mit $000 fl., endlich die Töblmger Kindcrbcwahr-Anstalt, das Blinden-Institut auf der Hohen Warte und die Volksküche in der Krummhslzgasse mit je 200 fl. Tie Perfolvirung der Legate durch die Erben ist bereits eingeleitet. Italien. Rom, im Mai. Rach der hiesigen .Kapitale' sollen jetzt in Italien 38,000 Juden leben, gegen 22,000 im Jahre 1861. Livorno, im Mai. pvn 70 zr n*a*x n*ra ch'?. Rach der erhabenen Lehre unserer Weisen haben die Frommen nnd Tugendhaften aller Nationen Anthcil am ewigen Leben, und zu diesen darf nun zweifelsohne auch der vor einigen Tagen verstorbene Ehcf-Redakteur des HauptorganS der Elcricalcn Italiens, der „Unitä Cattolica* in Turin, Ton Giacomo Margotti*) gezählt werden. Derselbe war zwar ein aufrichtiger Katholik und auch ein treuer Anhänger des Papstthums, dabei aber auch tolerant und gerecht gegen die Juden. So veröffentlichte er 1872 in seinem weitverbreiteten Blatte die bekannte Bulle von Innocenz IV. gegen die Beschuldigung, daß die Juden Ehristcnblut gebrauchen, nnd fügte er derselben noch folgende eigene Worte an: ^.4gglungiaiu«' pure «I! non aver sapnto „trovare nel Talmud nessuni testo che co- „mandi o eonsidi l’uccissione <li bambini „crisriani per celebrare la Pasqua calunnia „gia disdetta dal Guerrazzi.“ rSt«diando (continuava il Margotti) questa „qnestiune degü ebrei, abbiamo trovatn che r"li increduli e gli empi dänno tutti addo>?<> „airisraelita.“ (Wir fügen zugleich hinzu, daß es uns nicht möglich war, im Talmud eine Stelle zu finden, welche befiehlt oder anräth die Tödtung von christlichen Kindern, um die Ostern zu feiern, eine Bcrläumdung, die schon von Gucrrazzi widerlegt wurde. Indem wir diese Frage der Hebräer studirtcn, haben wir gesunden, daß die llugläubigcn und die Gottlosen den Inden gerne Alles in die Schuhe schieben möchten.) L'.'vs wr. Am vergangenen 26. Jänner hat bekanntlich vor Togali bei Massauah (Abeffnnierü ein Kampf zwischen einer abcstynischen Armee und einem italienischen Trnppcncorps stattgcfundcn, wobei letzteres fast gänzlich aufgcriebcn wurde. An diesem Kampfe harte auch. unser Glaubensgenosse AkoS di Marco Ligevani aus dem Städtchen Soragna theilgenom- 1?er .Israelit' hat erst vor einige» Socken eine» Artikel der ,l*nitä Cattolica* vollirändkg verössnttlicht. in welcher dieselbe sogar für rin jüdisches Ministerium plaidirte.

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