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Der Israelit · 1887-06-02 · Heft 42 (2.6.1887) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 42 (2.6.1887)
Date
1887-06-02
Page
– (sequence 10)
Language
German
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750 war über den schamlosen Artikel in „Hazephira" so entrüstet, daß er seine journalistische Thaligkeit für den „Israelit", die ihm im Verhältnis zu der großen und schweren Arbeit nicht entsprechendes Honorar bringt, einstellen wollte. Wir haben ihn jedoch auf das Dringendste ersucht, sich nicht beirren zu lassen und unsre geehrten Leser auch ferner durch seine höchst schätzbaren und interessanten Artikel zu erfreuen. Wir hoffen, daß er unsrer Bitte Nachkommen wird. Würzburg. Dem Jahresbericht des- Israelitischen Lehrervcreins für das Königreich Bayern vom siebenten Jahre seines Bestehens (I8S6) entnehmen wir: In unserem Berichte von» vorigen Jahre hatten wir aus dem Umstande, daß das Lereinsvermögen jetzt eine unter Staatsaufsicht stehende Stistmtg ist, die Hoffnung geschöpft, daß das Vertrauen zu dem Vereine wachsen werde. Die Hoffnung hat sich im Jahre 1886 voll bewährt, indem die freiwilligen Leistungen für den Verein in allen Spanen eine bisher nie dagewesene Höhe erreichten, so daß das Grundkapital von 0808 M. auf 10-195 M., der Unterstünungssond von 1077 M. auf 2173 M., das Gcsammtvermögcn von 10889 M. auf 12669 M. hinaufgingen. Das günstige Einnahmtergebniß hat die Verwaltung crmuthigt. auch das Nnterstützungsgcbiet des Vereins auszndehnen. Es wurden nicht nur 362 M. Pflichlunterstützungen an Wittwen und Waisen, sondern auch 105 M. an ordentliche Mitglieder wegen Alters und Krankheit verabreicht. Außerdem wurde eine Erhöhung der Nnterftützungsbetrüge mit Erfolg bei der jüngsten General-Versammlung beantragt. \V. Berlin. (Stipendien für jüdische Studirende.) Aus der Alcrander von Humboldt-Stiftung, ist ein Stipcndinm von 375 Marl an einen Studircnden als Beihilfe zum Doktordiplom zum 1. Juli 1887 durch den Vorstand des HilfsvercinS für jüdische Stüdirendc zu Berlin zu vergeben. Das Stipendium ist nicht auf eine bestimmte Fakultät beschränkt, doch muß die Promotion an die Berliner-Universität erfolgen. Bewerber müssen ihre Gesuche unter Beifügung ihrer Zeugnisse bis zum 15. Inni d. Z. beim Schrislsührer Herrn Geh. San.-Rath Tr. Abraham, Bcndlcrffraße 31, einrcichcn. — Das von dem hierselbst verstorbenen Rentier Simson Simon gestiftete Stipendium von jährlich 1200 Mark soll vom i. April d. Jahres ab von Neuem verliehen werden. Nach den testamentarischen Bestimmungen muß der Bewerber in Preußen geboren und jüdischen Glaubens sein, mit einem unbedingt gute« Zeuguih der Reise von einem Berliner Gymnasium adgegangen sein; auf der Berliner Universität als Studirender der Medizin immatrikulirt sein, sowie ein Zeugniß seiner Bedürftigkeit vorlegcn. Außerdem muß derselbe wie bei allen Stipendien vom Beginn des zweiten Semesters seines Studiums ad, jedes Semester die Zeugnisse des Dekans der medizinischen Fakultät über seinen Fleiß, sowie ein Siltcnzcngniß bei Erhcbnng des Stipendiums überreichen, welches in vierteljährlichen Raten pränumerando an den Belieheucn gezahlt wird. Bewerber müssen sichbiszum 1. Juni d.Iahres schriftlich an das K. Univcrsitäts-Kuratorium der Friedrich Wilhelms-Universität zu Berlin, wenden. Frankfurt a. M., 24. Mai. In Leipzig ist am 19., wie bereits berichtet, der Professor des deutschen Rechtes Tr.Johann Ernst Otto Stobbe im Alter von 55 Jahren gestorben. Derselbe hat eine große Zahl von wissenschaftlichen Werken geschrieben. bekanntlich auch eine überaus wcrthvolle Arbeit über jüdische Geschichte: „Tie Juden in Deutschland während des Mittelalters in politischer, sozialer und rechtlicher Beziehung." Wie der Titel dieser Schrift ergibt, hat Stobbe in derselben ei» vor ihm noch wenig oder gar nicht behandeltes Gebiet der jüdischen Geschichte, nämlich hauptsächlich die rcchtsgeschichrliche Stellung der Inden, znm Gegenstand seiner Untersuchung gemacht, und er hat diese Aufgabe so glänzend gelöst, daß er sich dadurch eia dauerndes und unvergängliches Verdienst erworben har. Er schildert nicht allem in klarer und anschaulicher Weise die Verhältnisse der Juden im Minclalter im Allgemeinen, sondern er hat auch so viel als möglich Einzelheiten über die Geschichte der besonders wichtigen Gemeinden, wie Nürnberg, Regensbnrg, Mötn, Augsburg, Frankfurt a. M. .zusammengestellt und dadurch schätzbares Material geliefert. Besonders hat er an der Hand der Urkunden nachgewiesen, daß in der ersten Hälfte des Mittelalters die Juden vor Allen die Träger des Waareugeschäftes waren, und daß erst in späteren Zerren der Geldhandel ihnen ansgezwnngrn wurde, eine historische Tharsache, an welcher auch der neuerdings in wissenschaftlicher Form sich wieder geltend machende Antisemitismus nicht zu rütteln vermag. Seit dem Erscheinen dieses Werkes sind viele Bücher über die verschiedenen Partien der jüdischen Geschichte geschrieben worden, aber noÄ keines, dgß Stobde's Werk überflüssig gemacht oder

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