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Der Israelit · 1887-06-02 · Heft 42 (2.6.1887) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 42 (2.6.1887)
Date
1887-06-02
Page
– (sequence 6)
Language
German
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746 und als sie sich endlich in trunkenem Zustande befanden, weigerten sie sich, das lonsumirte (Getränk sh bezahlen, worauf Icllinck mit den Soldaten in 21ml grricrh, in Jyolgc dessen diese auf die Gasse eilten il'nd gegen Icllinck und die Inden zu schimpfen begannen. flasch hatte sich nun um die Soldaten eine große Menge, durch die früher erwähnten Gerüchte ohnehin aufgeregter Personen, Arbeiter 2c. versammelt!, welche die Partei der Soldaten ergriffen und dadurch den Tumult natürlich noch vergröberten. — Auf Grundlage der bei der Polizei tinvcrnornmcnen Personen ist glaubwürdig folgendes konstatirt: Antonia Lulits, das Mädchen, welches die Veranlassung zu den Exzessen gewesen, erschien in Begleitung dcS Kaufmannes Holln im Rathhause und erstattete die Anzeige, daß Icllinck ihr unsittliche Anträge gestellt habe. Bevor jedoch noch eine Untersuchung cingclcitct werden konnte, eiilstauden schon die traurigen Exzesse, die allen Anordnungen vorgrissen. — Tie gräme Verwirrung während des Exzesses verursachte ein betrunkener Trainsoldat, der mit fciiicm Faschinmcsser die Kewölbthür Icllinck's bearbeitete und auch gegen Stadthauptmann .Ko.zschuba zu einem wuchtigen Hiebe ausholtc, der diesen gewiß Lebensgefährlich verletzt hätte, wenn nicht im entscheidenden Momente einige 'Wachleute den rabiaten Soldaten entmannet hätten. Ter Soldat wurde mit großer Mühe verhaftet, da das aufgeregte Publikum die Freilassung desselben energisch forderte, welchem Begehren natürlich nicht sraltgcgcbcn wurde. Am nächsten Tage haben die Straßcncrzcsse um 12 Uhr Mittags ihre Wiederholung gefunden. Einige Fabriksarbeiter ließen ihrer Laune die Zügel schießen und hauten einen jüdischen Sensal durch. Einige Fensterscheiben gingen in Trümmer, worauf die Ruhe durch einige sofort am Piave erschienene Wachleute hcrgcstellt wurde. Es wurde eine Bcrhaflnng vorgenommen. Um nenn Uhr Abends kamen die ersten ^Reibungen, daß sich im Blumcmhal, in der Palnn-, Wallonen- und Blumenrhalgasse größere Zusammenrottungen zeigen. Einige Gancnbnbcn schrieen Eljcn, hißten ihre Sacktücher als Fahnen auf ihre Stöcke und verursachten fo für einige Augenblicke Unordnung unter der angcsammcltcn Menge. Stadthauptmann Kuzschuba, sowie dessen Stellvertreter Kncsera und Bürgermeister Mergl waren sofort am Piave und stellten die Ordnung her. Um 9'/. Uhr wurde von der Polizei um militärische Assistenz nachgcsncht, da die Zusammenrottungen immer größere Timensionen auzunchmcn drohten. Glücklicherweise gelang es jedoch dem taktvollen Einschreiten der Polizei, die Auhc ohne Militär herzusiellen. Palästina. Jerusalem. Baron Edmund von Rothschild und Gemahlin aus Paris sind hier angckommcn und haben bereits unsre Institute besucht. Dieselben werden insbesondere die Lage der Eolonistea in den verschiedenen Eolonicn prüfen. Man verspricht sich allenthalben recht gute Folgen von dieseor hohen Besuche. Amerika. Ncw-Aork. Am 9. Mai starb Rabbi Abraham Ioscvh Asch. Derselbe, ein gelehrter und frommer Mann, war viele Jahre Rabbi einer orthodorcn Gemeinde, genannt „Bcth-Hamidrasch Hagodol". Bor vier Jahren gründete er eine Talmud- Thoraschule, die gegenwärtig von 250 Knaben besucht ist. Fe« m t t 9 tu Are ßonvertilin. Von Friedrich Rott. (Fortsetzung.) „Gabi," stüstcrte Ioscnnc, „weißt Tu was, ich glaube, ich weiß, warum Fräulein heute Abend so traurig war und so starke Kopfschmerzen gehabt hat?" „Run?" fragte Gabriele. „Ich habe Alex gleich gebeten, er möchte Fräulein auch bittere Kräuter geben, aber er hat nicht wollen: und uns Allen hat er bittere Krämer und Mazzcs und Eharoßcs gegeben, und ihr gar nichts. Tas hat ihr gewiß leid gcrhan. Ich habe gleich gesehen, sic hat immer die Hand an die Stirne gehalten und darum hat sic gesagt, dass außer uns kein Mensch sic lieb hat. Komm', lass' uns Alex bitten, daß er ihr morgen Abend von Allem gibt." „Rein," sagte Gabriele, „das glaube ich nicht, daß Fräulein davon Kopfschmerzen hat. Sie hat schon lange vorher die Hand an die Stirne gedrückt und als wir uns gewaschen haben, da ist sie schon hinausgcgangen." „So?" fragte Ioscnnc gedehnt. „Aber lass' nns Alex doch bitten, daß er ihr morgen Abend von Allem gibt, cs rhur nur so leid, daß Fräulein glaubt, cs hätte sie Niemand lieb." „Das lhut mir auch leid, aber — ft* ich höre Fräulein."

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