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Der Israelit · 1887-06-02 · Heft 42 (2.6.1887) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 42 (2.6.1887)
Date
1887-06-02
Page
– (sequence 4)
Language
German
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744 bürg ist seit einer Reihe von Jahren vom Schicksal leider schwer hcimgcsucht worden. Durch den Wegzug der meisten bciiersituirten Familien in die benachbarten Städte ist die Zahl der Kultusmitglredcr bedeutend zusammengeschmolzcn, wodurch die Aufbringung der Mittel zum Kultusauswand für die paar Ucbriggcbliebenen erschwert ist. Dazu kam, daß in jüngster Zeit einige Fauiilien von Unglücksfällen schwer betroffen wurden. Doch den größten Schmerz verursachte der hartgcprüften Gemeinde, das leider erfolgte Hinscheidcn ihres hochverdienten, allgemein geachteten und geliebten Lehrers Jakob Ocstreichcr Er war ein Törn p*Ta* trx, von ungeheuchcltcr Frömmigkeit, hervorragendem Eharakrcr, strengster Rechtlichkeit und Pflichttreue, ausgezeichnet durch feine Gcistcs- und Herzensbildung. Trotz feines umfassenden talmudifchen Wissens (benützte er jede freie Zeit und Gelegenheit zur Erweiterung und Bereicherung desselben. Dabei besaß er aber auch immense Kenntnisse in den weltlichen Wissenschaften. Als Beweis seines nie rastenden Geistes, seines nicht zu stillenden Wissensdurstes will ich nur anführcr^daß er noch in seinem 67. Lebensjahr anfing, sich dem Studium verschiedener orientalischer Sprachen mit regem Eifer und Erfolg hinzugcbcn. So war ihm das Lernen, das er bis zur Mitteruachtsrnnde sortzusctzcn pflegte, eine Quelle reinster Freude. Seiner Gemeinde und insbesondere den seiner geschicklcu Leitung anvertrautcn Schülern war er ein Muster edlen Wirkens und Strebens. Daher konnte er auch mit Befriedigung auf die von ihm znrnckgclegtc Lebensbahn blicken, in dem freudigen Drwußtsciu, seine Dienste Gott und der Menschheit nach Kräften gewidmet zu haben, wofür ihm die Mit- und Nachwelt ein ehrendes Andenken bewahren wird. Der Tod erlöste ihn im Alter von 69 Jahren von einer schweren .Krankheit und mit den Worten 'nn TfE« *p'2 hauchte er seine reine Seele aus. Durch feinen Tod verliert seine Gemeinde nicht nur ihren Lehrer, sondern auch ihren Mittel- und Haltpunkt, ja, wie dies mit Recht an seiner Bahre betont tvnrdc, ihren Vater. litrn den Z&udtn und dir cdicu, bot fit vor btn Römern bottcit — vieUricht aus ihre Nachkommen vererbt und br;w. aus dir mebr oder weniger reinen Nachkommen der Römer übertragen haben, darum ini'rinkkiv, weil der Natur eingeboren, nach solchen Ländern nicht geben. — Ich stelle cs Ibnen anbeim, ob Eie diese rnrine Begründung der .Tradition von Römer zerren her' an derselben stelle addrucken wollen. Hschachirrrd und ergebenst pr. <5vrv'.sn. Die Hochachtung nnd Verehrung, die der Verblichene genoß, die allgemeine Trauer und Theilnahuie, die fein Tod hervorrief, kam in vollem Maße durch die zahlreiche Leichcnbcglcitung seitens der Glaubensnnd Richtglaubcnsgcnossen zum Ausdruck. Unter Letzteren befand sich auch der protestantische Qrtsgeisrttche und sämmtliche Lehrer, die beseelt vom Geiste wahrer Menschenliebe und Toleranz gegen Andersgläubige, durch ihr Erscheinen den Toben, zugleich aber auch sich selbst ehrten. Vor dem Traucrhause schilderte unser verehrter Bezirks-Rabbiner Herr Tr. Rawrcz m meisterhafter Rede die hohen Eigenschaften, Tugenden, Verdienste, sowie die außerordentliche Bescheidenheit des Heimgegangenen nnd am Grabe widmete ihm der Einsender Dieses einige Worte der Anerkennung und des Schmerzes. n*2*s*i*n Möge der Allgütige, den in tiefe Trauer versetzten 6 Töchtern und 3 Söhnen des Edlen Trost nnd Bcrtthigung gewahren, und von der nun verwaisten Gemeinde ferneres Ungcnrach abwcnden. I. Baer, Lehrer. W. Berlin. Tie Zinsen des Vermächtnisses von 90,000 Mark, aus einem Reichenhcim'schen Legate stammend, tverden laut Beschluß der Repräfcutairtcn für die Altcrvcrsorgungsanstalten verwcrtdct werden, und das Hcrrmann Kaufmann'sche Legat von etwa 50,000 Mark zur Erwerbung eines Grundstücks in Pankow, in welchem die jüdische Gemeinde Berlins 50 elternlose, russische Kinder untergcbracht nnd erzieht, thcils schon erzogen hat. (cs sind bereits 14 davon als Lehrlinge untergcbrachls angelegt werden sollen. Diese 50 russische Waisen haben ihre Eltern, bei der grausamen Verfolgung fanatischer Menschen gegen die Juden in Rußland verloren. Das Grundstück wird erworben, um schon jetzt die lccrgcwordencn Plätze durch Waisen der hiesigen jüdischen Geurcinde zu belegen, und dies endlich einzig und allein für diesen Zweck zu benutzen. Hamburg. Vermächtnisse. In denk kürzlich im Ralhhause publicirten Tcstanlcnte des verstorbenen Herrn Bennn Jacobi waren folgende wohlthärige Legate ausgesedt: M. 600 der Maklerwittwenkassc von 1*33; M. 500 der Beamtenwittwen- Pensionskaffe des neuen israelitischen Tempels: je M. 450 dem Pauliucnstift und dem Hamburgischen Teusch-Jsraelilischen Waiseninstiwt: je M. 300 dem israelitischen Fenerungsverein von 1855. dem Panlincnstift, der israelitischen Mädchenschule von 1793, der Talmud-Thora-Schule, der „Alliance-

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