Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 42 (2.6.1887)
- Date
- 1887-06-02
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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743 der Welt" natürlich!) Weiter: „Das Madrider (»omits befinde fich in der Entwickelung und werde sicherlich sein Ziel erreichen, „nämlich (:!) die von früheren spanischen Geschlechtern begangenen Fehler rach Jahrhunderten wieder gntznmachcn" <!) Im Briefe vom 29. März meint Herr Lapuya ans die Ncberzcugung eines hervorragenden russischen Rabbiners, wonach ein Russe von 3»<»» Rubel vermögen durch Verlaus (seiner Habicligkeiten oder Liegenschaften). Reise und Wartezeit in Spanien mindestens zwei Tritte! (20»« Rubel) verlieren müsse. — dasi die Einbuße „nicht mehr als ein Drittel (1000 9!übel!) betragen könne" <!t. obwohl der russische Rabbiner die russischen Verhältnisse beim Verkauf rc. doch sicher kennen viuß. Stach demselben Briefe habe das (Somit6 schon in zwei Fällen Israeliten unterstützt . . . Ich will an diesen wenigen Auszügen ans nur einigen Briefen nicht den Maßstab ungerechterHrilik anlcgen; ich überlasse sic getrost ciuem Vergleiche mit -cm weinerlichen Briefe von den „13" russischen Juden, die in Madrid aufgctancht find. Ich will mm mit einem Briefe des Herrn Isidore Locb in Baris schließen, den er an die „Archivcs Jsrae-lites" gerichtet hat. Auch ans diesem Briefe, der mir auf dem Umwege der rumänischen Zeitung „Jnfrakirca" ganz zuletzt aussällt, gebe ich nur einige ciclicii, weil sie auf unsere Sache direkt losgehen: „Herr Isidor Lopez Lapuya ladet in einer Reihe von an die „Archive» Israt-Ures" adrcssirtcn Priesen die Israeliten ein, nach Spanien zu kommen, um sich daselbst nicdcrzulasscn. Herr Jean Maricld rust sie nach Madagaskar, um dort das Königreich Juda wiederzuerrichren und beschreibt ihnen alle möglichen Herrlichkeiten." „Ter Aufruf an die Israeliten ist von ausgezeichneten Gefühlen beseelt, aber von falschen oder chimerischen Vorstellungen und von sehr ungenauen Informationen.er hat die auf Rechnung der Israeliten verbreiteten Legenden für baare Münze angenommen. Er glaubt in naiver Acise, daß die Israeliten „unermeßliche" Rcich- Niümcr besäßen und daß sic Palästina, ja Rumämcn abkanscn wollten, um daselbst ein neues Pajauiiia zu errichten. Tic „Milliarden" lagen ganz ^rcit .." „er har sagen gehört, daß die -israclitcn kein Vaterland hauen und sagt dies ......." „Jetzt freilich weiß er schon, daß die Israeliten eines jeden Landcsin dcmsclbcnein Vatcr- -a nd haben (und cs also gegen Spanien nicht zu verrauschen brauchen, wenn nicht zwingende Gründe vor- ^cgcul; er weiß schon, daß die Milliarden der Isracliten mir in der neidischen Vorstellung ihrer Feinde spuken, und daß, statt irnmerfort von deren Reichthum, im Gegenthcil von deren immensen Elend geredet lvcrdcn muß. Es ist daher unmöglich eine Maffenemigration nach Madagaskar (u. s. w.) zu orgamsircn, so wie Herr Maricld sie verlangt. . . . „Ich bin überzeugt. daß solche Kolonisationsversuche (durch Gcldhilse von Kapitalisten) nicht gelingen, ausgenommen, wenn sich eine Regierung fände, welche sic leiten und unterstützen will. Kein Privatmann und keine freie Assoziation kann ein Unternehmen von solcher Schwere zu gutemEude führen." Ich habe nur die markantesten Stellen aus dem Briefe des Herrn Locb angeführt. Sicher ist Herr Locb eine antorisirte Stimme und was er für Maricld sagt, gilt auch für Lapuya, den er in fei* * nem Schreiben zuerst nennt. Für mich ist die Sache völlig erledigt; wem sie leid thut. der mag sich tröste» mit der Umschreibung des Tichtcrwortcs: „Behüt'-Spanien, Es war' so schön gewesen," — cs hat aber nicht sollen sein. Fahre wohl!*) Zeitungsnachrichten und (korrespondenzen. Deutschland. Qsfenbnrg, 20. Mai. Unsre einst groß und blühend gewesene jüdische Rachbargemcinde Dicrs- •) betörte .'Hebaftion l gestatten Sie mir aus Ihre")- Anmerkung zu meinem Aussatz in 'Jir. 32 ganz zuletzt zu erwiedern: 1. Seit bei französischen . Proklamation der Menschenrechte" und nun bald ganre hundert Jahre verstriche» und sie ist rbatfächlich von den Rezieninzen der Länder lateinischer Rane voll dltrLgekübrr. LSenn die Israeliten seitdem dessenungeachtet sich in solchen Länder» nicht niedetlasten. so wird es vielleicht doch wohl an den betrefsenden Böllern und an dem Mangel an Neigung seitens der Israeliten liegen. 2. Cb die Israeliten zur Zeit ihrer Beitreibung. im Mittelalter. die »'ander lateinischer Rane in großer Anzahl bewohnt baden — Spanien rädlr vorerst nicht mit. weil ja die Ansiedelung der Israelüen nicht unter der christlich-spanischen, sondern unter der mohamedanisch-maurtschen Herrschaft erfolgte — in mir leider nicht bekannt. Ich glaube jedoch daß schon ju jener Zeit ihrer nicht viele diese Länder bewohut haben, und dies wäre zu Gunsten meiner Muthmaßung. 3. Indem ich dir t»r!lär»nz kür die gerittgen Ansiedelungen der Israeliten unter Lateinern muthmast'.ich in einer .Tradition von Römeneitcn her" juchte, bade ich an tinen Antagonismus zwischen der lateinischen und der hebräisch semitischen .Rasse" nicht im «'"eringüen gedacht, vielmehr meinte iS damit, daß veil die Römer >ie levter. und wie ich glaube, grausamsten Zerstörer der israelitischen Sell'siändigkeit sind und veil ja die Iudenversolgungen im römischen Reiche ihren Zlrtptung haben» die Israr»