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Der Israelit · 1887-06-02 · Heft 42 (2.6.1887) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 42 (2.6.1887)
Date
1887-06-02
Page
– (sequence 2)
Language
German
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742 Zu diesen verschiedenen Erklärungen wollen wir noch eine hinzufügen, durch welche ebenfalls die im vorigen Kapitel erwähnte. Frage beantwortet wird. Tie Erklärer alle nehmen an, daß es sich in unserer Mischnah um verschiedene Personen handelt; die Einen, die das Joch der Thora auf sich nehmen, die Andern, die eS abwerfen, und daun ist die Frage berechtigt, warum der Weise sagt: Wer daS Joch der Thora abwirft, und nicht: Wer das Joch der Thora nicht auf sich nimmt. Diese Frage fällt jedoch weg, wenn wir die Mischnah derart erklären, daß cs sich sowohl' im Anfangswie im Schlußsave um eine und dieselbe Person handelt, die erst das Joch der Thora auf sich genommen hat und cS dann später abwirst. — Ehe wir zur näheren Erklärung schreiten, wollen wir fcststellen, daß, nach dieser Deutung, unter m*n by nicht das Joch der Verbindlichkeit der Thorapfiichtcn, sondern das Joch des unablässigen Thoralernens zu verstehen sei. Wir haben oben berichtet, daß Rabbi Rcchunja den Hakanah ein Zeitgcuoffe des Radbon Jochanan den Sackai gewesen; es ist wahrscheinlich, daß er, wie dieser, ein Schüler des großen Hillel war. Unsre Weisen berichten uns im Traktat Chagiga, daß Hillel einen Genossen 9iamcit§ Menachcm hatte, welcher die zweite Stelle unter den Lehrern des jüdischen Volkes einnahm. Hillel war Raßi und Menachcm war der Präsident des großen SnnhedrionS. Menachcm trat in den Dienst des Königs über, und Schammai ward statt seiner Präsident des Synhedrions. Durch den Uebertritt in den Staatsdienst hat Menachcm jede Bedeutung für das Judcnthum verloren. Er hätte ebenso groß werden können wie sein Nachfolger Schammai, wenn er nicht das Jcch des unablässigen Thoralernens von sich abgeworfen hätte. Wer das Joch der Thora auf sich nahm, der blieb befreit vom Staatsdienste H', der brauchte seine Zeit nicht mit tausend glcichgiltigen Dingen zu vergeuden, mit denen Amt und Würde ihn belasteten p.s -n Unsre Weisen erzählen (Ehagiga 161».), daß, als Menachcm vom Thorastudium sich abwandtc, 160 Schüler, die nach Rang und Reichlhum strebten, seinem Beispiele folgten. Es war die schreckliche Zeit der Regierung des Königs Hcrodcs, jenes Tvrannen, welcher so viel Unheil über Juda gebracht und die römische Herrschaft über unser Volk hcrbcigcführt hat. Es war ein rrc^a hy, „ein schwerdrnckcndcs Joch," unter einem solchen Fürsten ein Staarsanit zu bekleiden. Drei seiner Söhne hatte er hinrichtrn lassen, und als er fühlte, daß der Tod nahte, gab er seiner Schwester Salome und deren dritten Gatten, Alexas, den Auftrag, die angesehensten Männer Juda's, die er vorher zu sich eingcladcn haue, nach seinem Tode nmbringen lassen, damit die Ration sich nicht der Freude über den Tod des Tyrannen hingeben könne. — Glücklich die Weisen, die gleich Hillel und Schammai und deren Schüler das Joch der Tb»ra trugen und dadurch unter dem Schnee des Allmächtigen standen! Sie verzichteten auf die Genüpe, welche Reichlhum und hohe Staatsämter zu gewähren vermögen: waren aber dadurch auch befreit von dem ry px, von dem schwerwiegenden Joche, welche» durch das Streben nach den Genünen dieser Welt die Menschen sich auflegcn. Macht nnd Reichthum sind oft schwere Bürden; die Thora gewährt Freiheit und Zufriedenheit und lehrt uns das ewige Leben erringen. (Fortsetzung folgt.) 'Neues zur israelil. Auswanderung aus Rumänien. Von Or. Elysöe R. Eorman. VI. Tie Serie meiner Plaidoyers g eg en die Sache, würde meines Erachtens unvollkommen bleiben, wenn ich nicht eine, allerdings ganz geringe, Blumenlese aus einigen Briefen des Herrn Lapuya folgen ließe; sie allein sind schon geeignet, Bedenken und eine Rcagirung geradezu herauszufordern, von dem andern Borgcdrachten nicht zu reden. Im Briefe vom 11. Januar heißt es: „Der „Zudrang" (zur Einwanderung) wäre ein außerordentlich bedeutender; „1000 Familien" auS der Moldau seien „bereits" entschlossen zur Einwanderung in Spanien; die Bewegung sei bereits eine „immense" und habe die Erwartungen des EomiE's „in ungeahnter Weise übcrtroffen;" cs hätten sich auch 80 —1O0 Familien „zur Einwanderung in Spanien gemeldet, welche sich in sehr guten Vermögensverhältnincn befänden." Am 15. Januar schreibt er u. A.: „Es hagelt Briefe von jüdischen Kausieuten an» Ungarn im Alter von 18—30 Jahren, die säinmtlich „keinen Pfennig Geld" haben, „nicht deutsch, geschweige denn eine westeuropäische Sprache schreiben und trotzdem eine Eorrespsndcnrcnstelle in einem „großen, spanischen" Handelshause haben möchten". Am 2. März spricht er von pekuniärer Unterstützung mittelloser Einwanderer seitens des Eomilt-'s, aber auch von einer mit Kosten verbundenen Propaganda (zum Vortheil Spaniens!> die unterhalten werden muß" (von der „Judcnschast

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