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Der Israelit · 1887-05-23 · Heft 40 (23.5.1887) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 40 (23.5.1887)
Date
1887-05-23
Page
– (sequence 11)
Language
German
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711 Iurn Hffenbarungsfefle. rrrsa rs ‘vs-iir crpr nysc (c~?’ c-“d) yrcr.ici p zyrrb rc .pa cr>rj rv.2’x 'w. crirr rcnr -so ^scn bua n"2p" dtte -rc /ci ,'fbv jcrcn Vceo rr*m rs rcv er n*r „9115 Israel die Lehre Gottes empfangen Hane, da wurden alle Völker.'darob von Neid erfüllt und sprachen: Wodurch hat Israel diese Auszeichnung mehr verdient als alle andern Völker? da sprach Gort: Bringet mir cucrn Lldclsbricf, und da Israel die edelste Abstammung unter allen Narioncn Nachweisen konnte, so wurde ihm die göttliche Offenbarung zu Thcil." Wie viele Jahrhunderte sind schon in dem Strome der Zeiten dahingcslosscn, seitdem der Midrasch diese Worte gesprochen, und dennoch spricht uns diese stelle so lebendig, so lcbcnssrisch an, als wäre sie erst heute nicdcrgcschricbcn worden. Tic gibt uns Aufklärung über die ersten judenfeindlichen Regungen unter den Völkern. Neid war und in hcme noch die wahre Ursache der Iudcnscindlichkeit, Neid um die irdischen Güter, Neid um die moralische und sittliche Größe dieses merkwürdigen Volkes, und dieser Neid erzeugt Haß. Zuerst beneidete man Israel um sein höchstes Gut, um seine Lehre von der Einheit Gottes. Als diese noch nicht der allgemeinen Welt bekannt war, da wollten unsere Neider und Haper der Welt weis machen, daß unsere Thora die abscheulichsten Lehren enthalte, daß Engherzigkeit, Unduldsamkeit, Menschenverachtung und Intoleranz die Grundzüge unseres Bekennlinncs sind: seitdem aber die h. Schrift zum Gemeingut aller Völker geworden ist, weiß alle Welt, daß unsere Lehre die erste war, welche die Gebote verkündete: „Liebe Leinen Nächsten, wie Tich selbst," „liebet den Fremdling", „liebe ihn wie Tich selbst", „selbst dem Vieh Deines Feindes sollst Tn liebevoll und mit Bannherzigkeil beistchen," „gleiches Recht sollt ihr haben für den Eingeborenen wie für den Fremdling" und noch viele unzählige Gesexc, die ein Zug der allgcrncincn Menschenliebe dnrchströmt, heule kann jeder sein Herz und sein Gcmüih an unserer Lehre ausrichten und erwärmen, jeder seinen Geist durch sie erleuchten. Niemand kann es leugnen, daß sie die Mutter aller positiven Religionen ist, der Stamm, welcher von Zeit zu Zeit die herrlichsten Früchte abwirst, an > denen sich die Völker der Erde Jahrhunderte lang j laben und erfrischen. Man kann also heute der j Welt nichts mehr weis machen und unsere Lehre in ihren Äugen anschwärzcn. Das willig oder un- ' willig eingcstchcn zu müssen, erfüllt unsere Neider und Hasser mit neuem Grimm. Was ist nun zu rhun? Verzweiflungsvoll wird eifrig gesucht nach einem Angrisssmittcl und es wird glücklicherweise auch gesunden. Man fällt über den Talmud her, verlästert ihn, schiebt ihm die ungeheuerlichsten Lehren unter. Tie.Aeinmüthigen in Israel singen darob an den Kopf zu verlieren, sie zitterten für ihre Ruhe und sprachen, wir müssen uns von dem Talmud lossagen, damit man nicht 9lnlaß hat wegen dcpen Aussprüche unS zu verdächtigen. Ta traten hochgesinnte, verständnißvolle Ebristen für den Talmud auf, welche in ihren Schriften klar und deutlich nachwicfen, wie nichtig und voll Lug und Trug alle Verleumdungen gegen dieses gewaltige Monnmcntalwerk sind, sie deckten die Schäke des Talmud auf, aus denen jeder vernünftige, jeder unparteiische Mensch erkennen muß, daß er die edelsten Lehren der allgemeinen Menschenliebe, der höchsten Sittlichkeit und der Moral enthält. Und da cs auch in Bezug auf den Talmud in der Welt anfängl licht und Helle zu werden und die hohe Ethik, von der er erfüllt ist, zu allgemeiner Hochschäyuug desselben heransfordert, so sind die Hasser nnd Neider Israels wieder voll Wuth darüber, daß sic selbst schweigend eingcstchcn müssen: dieser verschrieene Talmud ist ein Kleinod, ein köstlich Gut. welches Israel besitzt. Wieder fragt der Neid: Was ist nun zuthnn? Man sucht und findet: — Tie Race! Ja, spricht man, die mosaische Lehre läßt sich nicht antasten, auch den Talmud nmß man sich gefallen lassen, aber was gar nicht zu leugnen ist, das sind die abstoßenden, unausstehlichen Eigcnthümlichkcircn der jüdischen Racc. Tie armen Leute, sic können vielleicht gar nicht dasür, ihre Eigenheiten hasten diesem Stamme seil jeher an, aber dessenungeachtet bleiben sic unerträglich, ja verderblich für das Gemeinwohl. Welche diese Eigenheiten wohl sind? Sonderbare Frage! ES läßt sich von diesen eine gar lange Serie herzählcn, wie sic allgemein in. der Welt bekannt sind. 'Woher diese Inden zu diesen Eigcnlhüm! chkciten kamen? Sie haften diesem VolkSstamme feit scher an. Seil wann? Seit jeher. Toch nicht gar seit seiner Entstehung? Warum nicht? auch das ist möglich. Nein, das ist durchaus nicht möglich, denn Israels SlammvälcrAbraham, Isak und'Jakob waren doch Heroen der Tugend und des Edelsinnes, deren lichtvolle Gestalten als leuchtende Vorbilder alle Zeilen überstrahlen, also von diesen Edlen und Frommen, die der Inbegriff alles lauten waren, konnte doch die israelitische, will sagen die semitische Nace nur alles Schöne

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