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Der Israelit · 1887-05-16 · Heft 38 (16.5.1887) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 38 (16.5.1887)
Date
1887-05-16
Page
– (sequence 11)
Language
German
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(?) mit ganz derselben Leichtigkeit, wie das Deutsche. P.: Beweist dies nicht, daß sie von deutschen Gedanke» erfüllt sind? v. 3t.: Ja wohl: in ihren Mässigkcitsgcbräuchcn, und in ihrer AN zu lebe» — ich rede nur vom intelligenteren Thcil. Aber sic sind ebenso Rumänen (rumänisch), indem sic allgemein dieselben EKaraktcrzügc haben, wie ihre Nachbarn, die Griechisch-Orthodoxen." Nus weitere fragen gab Herr v. Radoviy die Auskunft, daß »die Rumänen die Israeliten brutal behandeln, aber sich hüten, sic in Massen zu morden, wie in Spanien früher, weil sic ein Einschreiten der Mächte fürchten. Tie Schwäche der Mächte", schlaf; er, „ist übrigens die Stärke der (damals) Fnrssenthümcr. Tic geographische Position der Achtern ist ein Gegenstand der Eifersucht für mehrere Rachbarmächtc." Darum also wird Rumänien verhätschelt, darum läßt man ihm in manchen Sachen freie Hand! Tie Informationen des Herrn v. Radowitz sind urrumsiösilichc Wahrheiten, die auf einer tiefe» und gründlichenKcnnlniss Rumäniens beruhen. Ich habe Ihnen seinerzeit eine „Judcninterpellation" des genügend berüchtigten Ghcrghc! gcnreldct. Ich will sie heute km Auszüge inhaltlich angeben und mit Beispielen beleuchten. „Tic 3icgrernng", sagte GH., „kenne den Unterschied, welcher zwischen der Erplodlirnngsart der Güter in der Walachai und dersenigen in der Moldau benscht. In der Erstcrcn stehen sich Pächter und Bauer angeblich als Gleiche gegenüber, in der Letzter» als .Herr und Diener. Tic Regierung wi»e ferner, das; in der Moldau „beinahe Alle" (?) Güter an Juden verpachtet seien. Angesichts des Rückganges der „rumänischen" Bevölkerung der Städte, des Umstandes, dass „HundcrUauscndc" von Bauern „Judcudicncr" seien und der „barbarischen" Behandlung, welche die „jüdischen" Pächter den Dörflern zu Thcil werden lauen, frage er die .Negierung, welche Massrcgcln sie zu ergreifen gedenke, um die ländliche Bevölkerung in der unglücklichen Lage zu beschützen, in der sie sich befänden." Run sind zuletzt einige Beispiele solch ungerechter Behandlung bekannt gcwordcrl, die ich nicht anstehe der bekannt zu geben. Herr Eimara, Besitzer des Marktfleckens Tarabani, besteuert ans eigener Machtvollkommenheit und mit Hilfe des Lrrsvorstchers in ungesetzlicher Weise alle, in noch so geringer Quantität in sein Gutsbezirk cingcführtcn Waaren und Dedarfsartikel. Die Stcncrcinheber sind in Ermangelung der Autorisation und Bestellung seitens der Staatsregierung seine eigenen Diener. Ter Einwohner Hirsch Selig Baray nun — das ist wohl ein Jude — hatte keine 2v Centimes bei sich, um für eingcführteS Weissmehl den ungesetzlichen Oktroi zu zahlen; die Hosdiener des Eiinara nahmen ihm den Hut vom Kopfe weg. Dem Leib Edelmann wurde eine Kiste Lichter als „Kontrcbande" wcggcnommen. Und so sind noch eine ganze Anzahl Schindereien zu verzeichnen, die allerdings auch Ehristcn betreffen. Eimara, ehemals Advokat in Jassy (meiner Geburtsstadt) ist Grieche und derselbe, der mit seiner Frau, geborene Balsch, etwa zwei Monate vor deor Berliner .Kongress 187S, mit Rcvolverschüsscn in Tarabani einen grausamen Jndenkravall hcrvorricf. welcher den Mächten die A'othrvendkgkcit des wirkungslos gebliebenen Llrtikel -in nahelegte. Tarabani liegt in dem Bezirke Dorohof, der Domäne des Ghcrghel und vielleicht dachte dieser den Eimara zu entlasten, als er die „Juden" der bei Eimara und auch anderen christlichen Pächtern üblichen Exploitirung beschuldigte. Afrika. Tripolis in der Bcrberci. (Ende April.) Seit meinem letzten -Schreiben an Sie ist hier die Trauerbotschaft eingctroffen, dass in Wien der hochverehrte ehemalige Hosbanguicr Ignaz Deutsch, der pr 'S? ctt trrpi trcb'j? -;rrf rempn px. tr?3. Unser verehrter Ehacham-Baschi, David Hasan, der mir dem Berstorbcnen persönlich befreundet war — Erstercr hat vor sechs Jahren mehrere Wochen in Wien geweilt — unterließ cs daher nicht, denselben in einer Teraschah zu fein, indem er auf dessen eifriges und unverfälschtes Judcnthum hinwics, das der Heimgegangene auch den Mächtigen der Erde gegenüber offen bekannte: L?72 -üj rrmya .To-»r rrx xh, dann auch auf dessen heilsames Wirken als »vr: für das heilige Land (unser Ehacham Ba'chi ist ein geborener Jerusalcmilancr), das die grosse Roth und die grossen Sorgen unter den Armen dasetbst, besonders aber unter den rrvn ns»? um etwas vermindert hat. Er wies dann auch zugleich darauf hin, dass der Verstorbene eine» Thcil seines Lohnes schon in diesem Leben empfangen habe, denn auch ihm wurde der Segen zu Theil, der dem Erzvater Jsak bcschkcdcn ward, da man von ihm sagen kann: ctt pr*. rsj? Vx *psn rm rnr jr.n (Und Jsak verschied und starb und ward versammelt zu seinem Bolke alt und lcbeussatt.) Auch wir rufen ihm nach: r :ni> raM tä r.7» *m .h r cr-’Tsm :m~n 73 c« i72"2 mrin ,mt Tie Vorgänge in unserer 3!achbargemcinde Tunis haben nicht verfehlt, auch hier einen tiefen Eindruck zu machen und bewunderten wir den hero-

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