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Der Israelit · 1887-05-16 · Heft 38 (16.5.1887) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 38 (16.5.1887)
Date
1887-05-16
Page
– (sequence 12)
Language
German
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680 ischen Mnth und den glühenden Glaubcnseifcr unserer dortigen Glanbensbrüdcr, die mit ihren: Leben für ihre allen ehrwürdigen Gebräuche ciusranden. Nun, wir, Galt sei Taut, haben so etwas von unserer Regierung nicht zu befürchten, denn Sultan Abdul Hamid (er rer ':e^) wacht emsig darüber, daß alle seine Nnlcrthanen ihren ererbten Glauben treu bewahren und dessen Pflichten pünktlich erfüllen können. Und so wie unser erhabener Gebieter, so sind auch seine Ticncr, wahre 'er-x bsr.~, denen cs gewiß nicht bcifallcn wird, nnscre religiösen Gefühle irgend wie beleidigen. Wir besitzen die wahre Glaubensfreiheit. Meine dem „Israelit" im vergangenen Iabre noch cingeschicklc Korrespondenz über die angeblichen Ucbcrrcttc der Zehn Stämme in der am nördlichen Alande der Sahara gelegenen Stadt Ghat wurde nun hier in's Arabische und Berberilchc übersetzt und an den Schcikh Hnsscim Ben Tschemali in Ghat geschickt, damit er dieselbe in die Hand eines dieser vermeintlichen Inden daselbst gelangen lasse. Tiefes Schriftstück wurde selbstverständlich nickt mit der Post befördert, da man dieses Verkehrsmittel in der Sahara kaum dem Namen nach kennt, sondern mit einer Karawane, die nach der Stadt Kanka am Tzadscc zog. (5s bleibt nur zu wünschen, daß dieseKarawane auch glücklich an £n und Stelle ankommc, denn in der Sahara gibt cs bekanntlich keine Polizei und keine Gcnsdarmcrie nnd ntüffcn die.krarawancn dort ans sich selbst und ihre gut geladenen Revolver vertrauen. Bor einigen Tagen traf hier ein höherer Beamter des italienischen Unterrichtsministeriums ein, um die Schule der hiesigen italienischen Kolonie zu inspicircn. Derselbe besuchte auch die hiesige jüdische Schule und war er sehr erfreut zu scheu, daß die Schüler daselbst nebst dem Arabischen auch das Italienische geläufig sprechen. Bekanntlich har die italienische Negierung vor etlichen Jahren schon sämmtlichen jüdischen Gemeinden in der Levante den Antrag gemacht, sie wolle ihnen zum Unterrichte in der italienischen Sprache Lehrer aus Sraarskostn beistellen. Tie hiesige Gemeinde hat jedoch in Anbetracht ihrer geringen Anzahl und da das Italienische ohnedies hier sehr stark verbreitet ist. bisher von diesem edlen Anerbieten noch keinen Gebrauch gemacht. Unsere Hoffnung, das; die österreichische Regierung ihren hiesigen Bice-Eonsul, Saul Labi, der einzige Jude hier, der ein solches Amt bekleidet, nun zum Eonsnl ernennen nnd ihrn zugleich gestatten werde, die bctrcfferrdc Amrsnacht zu tragen, um so sein Ansehen bei der hiesigen Bcvölkcrnrrg zu heben. was selbstverständlich auch den Juden hier zugute gekommen wäre, hat sich bisher nicht erfüllt. Es heißt, das Wiener Eabinet scheue es deßhald, Herrn Labi ein solches Amt zu übertrage», weil cs dann gezrouugcn wäre, bei der geringsten Insulte, die demselben hier passiri, und so etwas ist bei unserer fanatifchcn Bevölkerung nichts Seltenes, ein Kriegsschiff hicher zu senden, unr Geurlgtbuung für den Beleidigten zu fordern. Ta aber Oesterreich hier keine Handelsinrcrettcn zu vertreten hat, so will es!«fr auch nickt mir besonderem Eclat austrctcn. — Wie unser arabisches Amtsblatt „Tarablus (Tripolis)" vor Kurzem rneldete, wird unser Tampfschiffsvcrkcbr mir den Inseln Malta und Sicilieu durch die Errichtung einer neuer Schiffslinie erweitert werden. Zu wünschen wäre dies, da unsere Gemeinde in Handelsbeziehungen zu Italien, besonders aber zu Livorno steht, aus welcher Stadt wir itouj heute alle von utts beuöthigtcn hebräischen Truckwerkc, c"c"n, dann o"r D*pe:s;, ebenso auch die Sohars, Talcsnm u. s. w. beziehen. Bor einigen Tagen brachte ein Kaufmann ans dem Süden die Nachricht hierher, daß in Kauka, der schon erwähnten Residenzstadt des Sultanats Bornn *) ein Weiher (europäischer) Jude gefangen gehalten werde. Tiefe Nackrickt erregte unter den Inden hier, da wir wohl wissen, was das hcis;:, unter den wilden Negern als Gefangener zn leben. Erstaunen und Betrübnis; zugleich. Damals weilte hier ein Kaufmann aus Kauka. der uns versicherte, daß dieser Gefangene wohl ein Europäer, aber keinesfalls ein Jude, sondern ein Ehrist aus Talka (Italien) sei, der sich jetzt, seitdem er zum Islam übergetrcten, Modamed El-MosUm nenne, mit seinem Iamrlicnnamcn aber Balprcda heiße. Tcrsclbc kam mit dem genannten deutschen Reifenden Tr. Rachtigal 1^70 und zwar als denen Koch nach Kauka. Hier verließ er nun plötzlich seinen Gebieter und trat zum Islam über in der Hoffnung, Sultan Omar werde ihu zu seinem Minister machen. Als er sich jedoch in feinen Hoffnungen getäuscht sah, da wollte er wieder nach Europa zurnckkehrcn, •) i’ornu gehört \tt btn ein wenig schon cioilmittn Neger reichen und bekenne sich dessen Bevölkerung rheitS;um IÄarn. rdei'.s rum Heidenrhurne. Ter frühere Lutran dieses 'Jitiid, Srheikd Cmer, war ein grcj.tr Freund der curodärfLen FrrsLnngSrei'enden. besonders der deutschen, die hei deur'e'.den sieis eine gnüfrcnndtiche Lu'nahrne fanden. Dies verautaßre!r-7u den den:fLen Naüer. den Forschungsreisenden Tr. NaLrigal mir einem Tchreidcn und (beschenken an diesen ed'en Fürsren;u senden. Tie beschenke befanden au4 den Litdern de? /kaisers und der tfaiierin, einem Throne. 35-cffen. Uhren u. drgl. Leil damals ist der Name NemzieH (Teunch'.and) ein HoLgrachlerer in Bsrnu und den Lenachbarren Negerreichen.

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