Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 37 (12.5.1887)
- Date
- 1887-05-12
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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651 da; von den andern Logen nicht beeinflußt wird, so wäre es ja überhanpt nicht nolhwcndig, bei Gründung eines Wohtthätigkc'rtsvercins diesen Namen »nd das damit verbundene Formenwefen zu acccptircn. — Unser geehrter Herr Mitarbeiter bezieht sich darauf, daß bereits ftrcngfromme Israeliten den verschiedenen Logen angeboren; er weiß aber nickt, daß diese Angehörigkeit schon von üblem Einflüsse gewesen. Wie uns berichtet wird, siet man bei dem Festessen c?o •Ära, man wäscht sich nicht, man „benscht" nicht. Wir wollen nun die in Rede Stehenden nicht »m sein, daß sie abgesehen vom'xnx"L—u2, auch zana xrerxi mz übertreten: allein, sie thnn, wenn sic sic thun, diese r>NL2 so heimlich, daß cs ja die „fortgeschrittenen" Logenbrüder nicht bemerken!! Auch das ist vorn Nebel. Eine Gesellschaft, in welcher man sich schämt, die jüdischen Pflichten zu üben, soll man nicht aussuchcn. — ES sind drei große Säulen, auf welchen die sittliche Wcltordnnng beruht: Thora, Abodah nnd Gcmiluth Ehaßadim. Unsere Alten waren bei Gründung von Wohlthätigkeitsvercinen ängstlich bemüht, auch den beiden anderen Faktoren fiel* Rechnung zu tragen. So wurden z. B. bei der pdäh p"n na (Verein zur Ausstattung armer Bräute) regelmäßig religiöse Borträge gehalten nnd täglich myo gebetet; ebenso bei der p"n (Verein zur Unterstützung arn:er kranken) und bei der p"n r*rrn (Bccrdigungsbrüdcrschast) :c. :c. — Wie soll man aber die Zusammenkünfte der B'nc- Brirh-Logcn bcurrheilen, bei denen jede religiöse Tiscnssion grundsätzlich und statutengemäß ausgcschloncn wird? die, wie die Berichte in dem Organ derselben bekunden, fast regelmäßig in einem Tanzvergnügen gipfeln? — enr rra ex a r: px.*)— Unser geehrter Herr Mitarbeiter gibt sich dem Wahne hin, daß durch den Zutritt gläubiger Israeliten unsere abgcfalleucn Brüder und Schwestern zu frommen Israeliten gemacht werden könnten. Tas ist jedoch eine arge Täuschung. Tie Erfahrung lehrt, daß in der Regel das Entgegengesetzte der Fall ist. — Unsere Weisen mahnen p:xn px »na ni* ny -,2--ye. daß man niemals sich selbst zu viel vertrauen darf. Täglich beten wir zu Gott, daß Er uns nicht in Versuchung führe, und wir sollrcn die Versuchung selbst hcrdeisühren? — Zeitungsnachrichten und orrespondenzen. 'Deutschland. Berlin, -9.; Mai. * Die Stimme, welche ich *1 Bergt. Adoch C. 3, Michvab 2 (in rrnsern (?«t«lbüchrrn Mijchncch erhoben habe (s. Beilage zu Nr. 28 und 29 dcS „ISraeliy, um gefttzestreue Ichudim vom Eintritt in die sogenannten D'nc-Brith-Logen abzumahntn, hat einen weiten Widerhall gefunden. Don verschiedenen Seiten her sind mir Zustimmungen kundgegeben und ist mir reichhaltiges Material ans der Praxis mitgetheilt worden. Bedeutungsvoll ist das Schreiben, welches der Senior der deutschen Rabbiner, Herr Raphael Samson Hirsch in Frankfurt a. M., diesbezüglich an mich gerichtet hat. Dasselbe seinem ganzen Inhalte nach zu weiterer Kermtuiß zu bringen, behalte ich mir s. G. w. vor. I>r. A. Berliner. Rußland. Nach einer Verfügung des Finauzministers ist der Jlr. Z." zufolge der sogenannte jüdische Kolonisationsfonds. welcher nrsprünglich zur Einrichtung von Ackerban-Kolonien für Juden bestimmt war und mehr als zwei Mrll. Rubel betrug, dem Staatsschatz überwiesen worden. AlS Grund dieser Maßregel wird die angebliche Abneigung gegen die Ansiedelung von Inden aus dem Lande angegeben. Feuilleton. Michael. Erzählung von T. Ko Ihn, Brrsasirr von Eadriet. (Fortsetzung.) Tcr französische Oberst hatte mich aufmerksam mit stets steigendem Zntcrcffc angchört. Meine Worte hatten gegen mein Erwarten einen tiefen Eindruck auf ihn hervorgerufen; er hatte sich erhoben, schntt einigemal auf und ab, und blieb dann plötzlich vor mir stcycn, prüfte mich mit durchdringcndcn Blicken, als wolle er in dem Grunde meiner Seele lesen und sprach: „Das, was Sie erzählen, klingt allerdings unglaublich, aber die Art wie Sic es erzähle», läßt es schon um eine' starke Nuance wahrhafter erscheinen, und — Sie gefallen mir; — aber ich habe strenge Instruktion, ich muß jeden der Spionage Verdächtigen, wenn er sich nicht gründlich von dem Verdachte zu reinigen vermag, erschießen lassen. — Ob Sie ein Spion sind, weiß ich eben nicht gewiß; — aber davon bin ich überzeugt, daß Sie ein ungewöhnlich kräftiger, muskulöser Mensch sind, nnd bewnndcrnSwcnhen Muth und Todesverachtung beweisen. Sie sind von dem Holze, auS welchem man die tüchtigsten Soldaten schnitzt. Ich will Ihnen einen vortrefflichen Vorschlag machen. Treten Sie in mein Regiment ein. Sie widerlegen