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Der Israelit · 1887-05-12 · Heft 37 (12.5.1887) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 37 (12.5.1887)
Date
1887-05-12
Page
– (sequence 3)
Language
German
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643 Breslau, 6. Mai. In der Vorwahl ist Herr I>r. Roseothal i» Den then zum Nachfolger des verewigten Landrabbiners Tiktin gewählt worden und dieses Volum dürste auch in der Hauptwahl seine Bestätigung finden. Herr Vr. R. gehört der neueren Richtung an. Werden die wenigen trcugläubigcn Israeliten zu Breslan fich nickt zu einet Thal ausraffcn und eine, wenn auch nur kleine orthodoxe Gemeinde gründen? Stratzburg i. E. Ter aus Baden stammende Herr Michael Weil!, welcher hier gelebt hat und ror acht fahren verstorben ist, hat in Gemeinschaft mit seiner in diesem Jahre verstorbenen Gat» ttn km französischen Zentral - Konsistorium in Paris tcslamcntarisch sein hier bclcgcncs Haus, welche? ca. 16000 Francs jährlich einbringt. vermacht. Das Testament bestimmt, das; das ffcnlral- Konsistorium in den Besitz des Hauses treten solle mit der Beding,mg, das; cS jährlich den dritten Thcil der Zinsen (5000 Francs) in Brennmaterial an die Armen von Paris, Srrastburg und Karlsruhc vcrthcilc, während der Rest abwechselnd im ersten Jahre als Tugcudprcisc für wohlverdiente Israeliten, im zweiten an bedürftige Wittwcn. im dritten als Unterstützung an Rabbiner und Lehrer in Frankreich, im Elsaß und in Baden venbeilt werden solle, welche dnrch ihre Arbeiten zur Hebung der Moral ibrcr Glaubensgenossen bcigctragcn hatten. Tie komplicirtc An des Testamentes hat nun zur Folge, daß bas Legat einstweilen nickt zur Aushändigung gelangen kann, da erst ein diplomatisches llcdcrcinkommcn zwischen Frankreich, den Rcichslandcn und dem Grosthcrzogthurn Baden erfolgen must. Hoffentlich wird dasselbe so zeitig getroffen werden, dah wenigstens schon im nächsten Winter die Bcnheiluug von Brennmaterialien erfolgen kann. Lestcrr. - Ungar. Monarchie. Trieft, 3. Mai. Wie noch jedes Jahr so wurden auch Heuer zum Paffahscste die Armen unserer Gemeinde mit dem üblichen *:j? cr£ bedacht und wurden an sie circa 4200 .Kilo MazzoS gratis verrheilt. Austcrdem hat unsere Gemeinde während sämmtlicher acht Tage des Festes neunzehn hier garnisouircndc Soldaten, jüdischer tronsenion, gänzlich verpflegt. Der von unserem Eultusvorstandc nicdcrgegescklcn Wohllhätigkeits-Commiffiou wurden noch extra zum Paffahfeste 180 Bittgesuche wegen pecuuiärer Unterstützungen eingercichl, die auch alle nach Thunlichkeit und stets mit Rücksichtknahmc auf den Bittsteller erledigt wurden, bor* *psrx. Bor einigen Tagen verschied hier der Kaufmann Lazzaro Gcntili und Icstirte der hicsiigen Ehcbra- Kadischa eines seiner Häuser im Werthe von 30,000 fl. irrrcc p? P2. Uebrigcns verdient cs auch unsere ffhebrah-Kadischa, daß man sich ihrer bei jedem Anlaffe, so wohl bei einem freudigen, wie auch bei einem traurigen, erinnere, da sie ~»cn ist nicht nur an den Todlcn, sondern auch an den Lebenden, indem sic armen Kranken die Medicaniente gratis liefert und sic auch noch mit Fleisch und verschiedenen Erfrischungen versorgt, cy: re, 2,2 no. Pcfth. In der heute unter Vorsitz der Frau Präsidentin Johann Bischitz abgchaltcncn Ausschußsitzung des „Pesther isr. Frairenvcrcklis" gelangte der Bericht über die in den vcrfloffcncn drei Monaten Januar, Februar und März d. I. entfaltete T Hörigkeit zur Verlesung, welchem wir Folgendes cntnchmcn: Als Unterstützungen für an von Fall zu Fall anfuchendc Arme wurden fl. 3108 fl., als regelmäßige monatliche Stipendien fl. 1401, als vierteljährige Zinsbciträgc fl. 983, als Wöchnerinncn-Untcrstützungcn fl. 153, zusammen fl. 5647 in Baarcm verrheilt. Für die im Waiscnhause sich bcsinbendcn 50 gänzlich verwaisten Mädchen wurden sl. 2957.28, sowie für die im neuen Waiscnasplc aus. 5,cnommene» 35 halbverwaisten Mädchen ft. 1169.19 für die theils bei ihren Angehörigen, thcils bei fremden Familien nntcrgcbi achrcn 20 externen Waisen fl. 403, zusammen daher für die durch dcu Pcsthcr Israel. Frauenvcrcin erhaltenen l00 Waisenkinder sl. 4529.47 verausgabt. Zn der Volksküche des Vereins haben in dieser Periode 33.762 Personen gespeist nnd hievon 7728 Personen theils mit Ltistuugsmarkcn, thcils zu Lasten der Unterstützungsverwaltung gänzlich gratis. Tic Ausgaben für die Volksküche betrugen fl. 3565.55 insgefammt für alle VerwaltungS» zwcigc während der obgcnannten drei Monate fl. 13.742.02. Von den in der bezcichneten Periode engcmcldctcn größeren Spenden heben wir hervor: * die Stiftung der Erben weil, des Herrn Ignaz Baumgarten mit si. 4000 in Hypoth. - Pfandbriefen für das Waisenhaus und st. 200 in Baarcm für die Volksküche; die Stiftung des Herrn Arnold Brachfeld zum Andenken an seine Gattin Frau Ernestine Brachfeld geb. Weiser mit fl. 3000 in Papicrrente für das Waisenhaus; das Legat weil, des Herrn Jakob Quittner mit fl. 500 mib die Spende der Wittwe Armin Latzko mit fl. 500, beide für bas Waisenhaus.

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